Kempten ringt um die Zukunft des Wohnens
01.02.2026 - 06:27:12Kempten sucht nach Wegen für bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum. Die Stadt steht vor der klassischen Quadratur des Kreises: Sie will Wohnungen bauen, Klimaziele erreichen und lebendige Nachbarschaften schaffen – und das alles gleichzeitig. Aktuelle Großprojekte zeigen, wie dieser Spagat gelingen könnte.
Wohnungsnot treibt Innovation voran
Der Druck auf dem Kemptener Wohnungsmarkt ist enorm. Die Nachfrage steigt, das Angebot bleibt knapp. Oberbürgermeister Thomas Kiechle hat bezahlbares und nachhaltiges Wohnen deshalb zur Chefsache erklärt. Die Strategie: Nachverdichtung und neue Quartiere. Eine Schlüsselrolle spielt die städtische Sozialbau, die hinter vielen Großprojekten steht und bereits ein Viertel der Bevölkerung beherbergt.
Klimaneutral bis 2035: Der Holzbau kommt
Die ehrgeizige Vorgabe ist klar: Kempten will bis 2035 klimaneutral werden. Das stellt die Baubranche vor enorme Herausforderungen. Stadtrat Thomas Hartmann (Grüne) fordert deshalb eine konsequente Umsetzung ökologischer Standards. Die Lösung sollen Energie-Plus-Häuser und der massive Einsatz von Baustoffen wie Holz sein.
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Ein Vorzeigeprojekt ist der im Bau befindliche Calgeerpark mit 68 Apartments für Pflegekräfte und Studierende.
* Bauweise: Ressourcenschonende Holz-Elementbauweise
* Energie: Anschluss an Fernwärme, Photovoltaikanlage, begrüntes Dach
* Status: Richtfest war im Frühjahr 2025
Das Projekt gilt als Meilenstein für die Verbindung von sozialem Wohnungsbau und Ökologie.
Mehr als nur Wohnungen: Gemeinschaft leben
Neue Quartiere sollen nicht nur Dach über dem Kopf bieten, sondern auch Lebensqualität. Daher rücken Gemeinschaftsflächen in den Fokus. Kreativ umgesetzt wurde dieses Konzept in der historischen Scheddachhalle. In dem alten Industriegebäude entstanden etwa 50 günstige Lofts, die das Miteinander aktiv fördern.
Auch größere Projekte setzen auf dieses Prinzip:
* Parkstadt Engelhalde (geplant für 1.000 Menschen): Verzichtet auf Durchgangsverkehr und setzt auf große Grünflächen.
* Stiftsstadt-Wohnen: Erhielt den alten Klinikgarten als halböffentlichen Treffpunkt für die Bewohner.
Kempten als Vorreiter mit „Modell“
Die Debatte in Kempten spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Die Stadt versucht sich mit innovativen Lösungen als Vorreiter zu positionieren. Ein Beispiel ist das „Kemptener Modell“ der Sozialbau: Die Finanzierung von Neubauten schafft gleichzeitig Belegungsrechte für geförderten Wohnraum im Bestand und sichert so soziale Durchmischung.
Zudem bindet die Stadt Bürger stärker ein, etwa durch das neue „Digitale Bürgerforum Kempten“. Die Weichen für das Kempten von morgen werden jetzt gestellt. Die Fertigstellung des Calgeerparks in diesem Herbst und der Ausbau der Parkstadt Engelhalde werden zeigen, ob der Weg erfolgreich ist.


