Kasachstan, KI-Gesetz

Kasachstan erlässt erstes KI-Gesetz Zentralasiens

18.01.2026 - 00:30:12

Kasachstan hat als erstes Land Zentralasiens ein umfassendes Gesetz zur Regulierung Künstlicher Intelligenz verabschiedet. Die neue Rechtsgrundlage soll Innovation fördern und gleichzeitig Sicherheit, Transparenz und Verantwortung gewährleisten. Damit positioniert sich das ressourcenreiche Land als digitaler Vorreiter in der Region.

Herzstück des Gesetzes ist ein dreistufiges Risikoklassifizierungssystem. KI-Anwendungen werden je nach Gefahrenpotenzial als niedrig-, mittel- oder hochriskant eingestuft. Besonders kritische Systeme, etwa in der digitalen Infrastruktur, unterliegen strengster Aufsicht. Diese differenzierte Herangehensweise soll Freiraum für Innovation bei geringem Risiko schaffen, während sensible Bereiche geschützt werden.

Entwickler und Betreiber müssen fortlaufendes Risikomanagement betreiben. Sie sind verpflichtet, Bedrohungen vorzubeugen und detaillierte Dokumentationen über Sicherheitsprotokolle zu führen. Diese proaktive Pflicht soll die Zuverlässigkeit der Systeme stärken und Vertrauen schaffen.

Transparenzpflicht und Urheberrecht

Angesichts der Verbreitung von Deepfakes führt das Gesetz eine Kennzeichnungspflicht für synthetische Inhalte ein. Jedes durch KI erzeugte oder wesentlich veränderte Bild, Video, Audio oder Text muss für Nutzer klar erkennbar und maschinenlesbar markiert werden. Das soll Transparenz erhöhen und vor Manipulation schützen.

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Im Urheberrecht klärt das Gesetz eine strittige Frage: Werke, die mit KI-Hilfe entstehen, genießen nur dann Schutz, wenn ein Mensch einen wesentlichen kreativen Beitrag geleistet hat. Die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke zum Training von KI-Modellen ist erlaubt, sofern der Rechteinhaber nicht maschinenlesbar widersprochen hat.

Ethische Leitplanken und Verbote

Das Gesetz zieht klare rote Linien. Untersagt sind KI-Systeme, die menschliches Verhalten unterschwellig manipulieren oder Schwächen bestimmter Gruppen ausnutzen. Auch soziales Bewertungssysteme, die Personen anhand ihres Verhaltens einstufen, sind verboten.

Weitere Verbote umfassen die Emotionserkennung ohne ausdrückliche Einwilligung und diskriminierende Bewertungen anhand biometrischer Daten. Die unrechtmäßige Sammlung und Verarbeitung personenbezogener Daten wird ebenfalls untersagt. Diese ethischen Leitplanken sollen fundamentale Menschenrechte schützen.

Strategischer Schachzug im globalen Wettbewerb

Mit dem Gesetz reiht sich Kasachstan in den Kreis der Länder mit eigenständigen KI-Rechtsrahmen ein – ähnlich der Europäischen Union. Analysten sehen darin einen strategischen Schritt, um ausländische Investitionen anzulocken und einheimische Tech-Startups zu fördern. Der klare Rechtsrahmen bietet Planungssicherheit für Unternehmen.

Die im September 2025 gegründete Staatsministerium für Künstliche Intelligenz und Digitale Entwicklung überwacht die Umsetzung. Sie verwaltet auch eine nationale KI-Plattform, die lokalen Entwicklern Daten und Rechenleistung bereitstellen soll. Dies ist Teil eines umfassenden Konzepts zur Förderung technologischer Souveränität.

KI soll Gesetzgebung und Arbeitsmarkt transformieren

Die kasachische Regierung plant bereits den nächsten Schritt: Ein KI-Assistent soll künftig bei der Ausarbeitung und Überwachung von Gesetzen helfen. Das soll Effizienz und Transparenz im legislativen Prozess erhöhen.

Langfristig wird KI den Arbeitsmarkt tiefgreifend verändern. Regierungsstudien prognostizieren Produktivitätssteigerungen für etwa 70 Prozent der Beschäftigten. Mehr als die Hälfte aller Jobs könnte sich in ihren Aufgaben wandeln. Als Reaktion baut das Land seine Bildungsangebote aus, mit neuen KI-Studiengängen und Plänen für eine spezialisierte KI-Universität.

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