Karrieremessen, Fokus

Karrieremessen starten mit neuem Fokus in den Fachkräftemangel

17.01.2026 - 00:37:12

Die ersten großen Jobmessen des Jahres starten mit einem Fokus auf Candidate Experience, KI-Einsatz und Skills-based Hiring, um dem anhaltenden Fachkräftemangel zu begegnen.

Die ersten großen Karrieremessen des Jahres öffnen dieses Wochenende ihre Türen. Sie markieren den Startschuss für einen intensiven Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte in einem angespannten Arbeitsmarkt. Unternehmen setzen dabei auf neue Strategien, um Bewerber zu gewinnen.

Der Saisonauftakt erfolgt mit der ABI Zukunft in Leipzig/Halle am 17. Januar und der Chance-Messe in Gießen am 18. und 19. Januar. Es folgen die Karrierestart in Dresden (23.-25. Januar) und die Jobmesse Leipzig (23.-24. Januar). Diese Messen sind längst mehr als Kontaktbörsen. Sie spiegeln die strategischen Verschiebungen wider, mit denen Firmen auf den anhaltenden Fachkräftemangel und die wirtschaftliche Stagnation reagieren. Die Unzufriedenheit in vielen Betrieben bildet dabei eine komplexe Ausgangslage.

Neue Strategien im Kampf um Talente

Die Unternehmen setzen 2026 auf ein verändertes Rekrutierungsverständnis. Der Fokus liegt nicht mehr nur auf der Stellenausschreibung, sondern auf einem überzeugenden Candidate Experience. Flexible Arbeitsmodelle wie Hybrid- oder Remote-First-Policies sind keine netten Extras mehr, sondern Grundvoraussetzung.

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Ebenfalls im Zentrum stehen Unternehmenskultur und Werte. Konzepte wie Diversity, Equity, Inclusion and Belonging (DEIB) werden zu strategischen Assets, um ein breiteres Talent-Pool anzusprechen. Personaler agieren zunehmend als strategische Berater für ihre Fachbereiche. Sie nutzen Marktdaten, um realistische Einstellungsziele zu definieren. Transparente Kommunikation und schnelles Feedback sind heute Standarderwartung der Bewerber.

KI und Digitalisierung verändern die Personalarbeit

Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Einstellungsprozess wird 2026 zum Mainstream. Tools unterstützen vom Formulieren der Stellenanzeige bis zur Vorauswahl von Kandidaten. Ziel ist eine „Hybrid Intelligence“: die Datenkraft der KI mit menschlicher Urteilsfähigkeit bei Kulturfit und Motivation zu kombinieren.

Gleichzeitig automatisieren ausgefeilte Bewerbermanagementsysteme Abläufe – von der Terminplanung bis zur Vertragsunterzeichnung. Diese Entwicklung birgt neue Herausforderungen: die Einhaltung der DSGVO und die Kontrolle von KI-bedingten Verzerrungen. Personaler müssen KI-Ergebnisse kritisch prüfen, um Fairness zu gewährleisten. Zudem wächst die Sorge vor gefälschten oder KI-manipulierten Bewerbungen, die intelligente Filter erfordern.

Hintergrund: Der Fachkräftemangel bleibt strukturell

Die Messesaison startet im Schatten des anhaltenden Fachkräftemangels. Analysen der Bundesagentur für Arbeit zeigen Engpässe in zahlreichen Berufen, besonders im Bau- und Handwerk, in der IT und im Gesundheitswesen. Die Nachfrage nach Qualifizierten übersteigt das Angebot in Schlüsselsektoren bei Weitem – selbst wenn Branchen wie Automobil oder Chemie mit Konjunkturflaute und Stellenabbau kämpfen.

Diese Dynamik zwingt zu neuen Ansätzen. Ein Trend für 2026 ist das Skills-based Hiring. Dabei rücken nicht mehr formale Abschlüsse, sondern tatsächliche Kompetenzen und Potenziale in den Vordergrund. Das eröffnet Karrierewege für Quereinsteiger. Zudem gewinnt die Aktivierung älterer Arbeitnehmer zwischen 55 und 64 Jahren an Bedeutung, um Hunderttausende erfahrene Kräfte zu halten oder zurückzugewinnen.

Ausblick: Der Wettbewerb verschärft sich

Die zu Jahresbeginn sichtbaren Trends werden den Arbeitsmarkt 2026 prägen. Der Wettkampf um Talente dürfte sich weiter zuspitzen. Data-driven Recruiting, also die messbare Optimierung von Einstellungsprozessen mit Kennzahlen, wird zum Standard für eine effiziente Personalgewinnung.

Die kommenden Großevents wie die Jobmesse München (7.-8. Februar) und Berlin (20.-21. Februar) werden weitere Einblicke liefern. Erfolg haben werden jene Arbeitgeber, die technologische Effizienz mit echter menschlicher Ansprache verbinden. Wer neue Technologien klug integriert, Flexibilität und Vielfalt lebt und eine überragende Bewerbererfahrung bietet, sichert sich den entscheidenden Vorteil im Kampf um die Fachkräfte von morgen.

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