Kanton Bern setzt auf Schweizer Messenger Threema
04.02.2026 - 23:51:12Der Kanton Bern schützt seine digitalen Kommunikationen mit dem Schweizer Secure-Messaging-Dienst Threema. Die Sicherheitsdirektion vergab den Vertrag direkt an das Unternehmen aus Pfäffikon. Das Volumen liegt bei bis zu 320.000 Franken.
Die Entscheidung fiel Ende Januar 2026 und ist ein strategischer Baustein der Digitalen Verwaltungsstrategie des Kantons. Sie unterstreicht das Bestreben, die digitale Souveränität zu stärken und strengen Datenschutzstandards zu genügen. Die direkte Vergabe ohne öffentliche Ausschreibung zeigt, dass Threema spezifische Sicherheitsanforderungen erfüllt, die für die Arbeit der Sicherheitsdirektion unverzichtbar sind.
Die Wahl fiel bewusst auf einen lokalen Anbieter. Threema hostet seine Dienste ausschließlich auf Servern in der Schweiz, in hochsicheren und ISO 27001-zertifizierten Rechenzentren. Für Behörden ist diese lokale Datenspeicherung entscheidend, um den Zugriff ausländischer Regierungen zu verhindern und die volle Kontrolle über sensible Informationen zu behalten.
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Das genutzte Produkt Threema Work ist nach den Prinzipien „Privacy by Design“ und „Privacy by Default“ aufgebaut. Alle Nachrichten, Anrufe und Dateien sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Nur Sender und Empfänger haben Zugriff auf die Inhalte. Diese Architektur entspricht der laufenden Totalrevision des Berner Datenschutzgesetzes, das an europäische Standards angepasst wird.
Trendwende weg von globalen Tech-Giganten
Der Schritt des Kantons Bern spiegelt einen größeren Trend wider. Immer mehr Behörden und datenschutzbewusste Organisationen wenden sich von Messengern großer, nicht-europäischer Konzerne ab. Bedenken bezüglich der Datenerhebungs-Praktiken und der kommerziellen Nutzung von Metadaten treiben die Suche nach sicheren Alternativen voran.
Mit Threema setzt der Kanton nicht nur auf ein sicheres Tool, sondern auch ein Zeichen für digitale Souveränität. Die Entscheidung könnte als Blaupause für andere Verwaltungen in der Schweiz und Europa dienen. Sie verhindert zudem die Nutzung inoffizieller, privater Messenger-Dienste durch Mitarbeiter – ein Sicherheitsrisiko, das als „Shadow IT“ bekannt ist.
Ausblick auf breitere Nutzung
Die Einführung von Threema Work in der Sicherheitsdirektion wird nun genau beobachtet. In der ersten Phase geht es um die Verteilung der App an die Mitarbeiter und die Einrichtung sicherer Kommunikationsprotokolle. Über ein zentrales Management-Dashboard können die IT-Administratoren des Kantons Nutzer verwalten und Richtlinien durchsetzen.
Bei erfolgreichem Start könnte die Lösung zum Standard für mobile Kommunikation in der gesamten Kantonsverwaltung werden. Die Entscheidung eines großen Kantons wie Bern stärkt Threemas Position als führender Anbieter für den öffentlichen Sektor und wird die Beschaffungsstrategien anderer Kantone und Gemeinden beeinflussen.
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