Kaniber fordert Landwirtschaft als Teil des Zivilschutzes
11.01.2026 - 21:42:12Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) fordert einen radikalen Kurswechsel: Die Landwirtschaft müsse als elementarer Bestandteil des Zivilschutzes anerkannt und finanziert werden. Ihr Vorstoß platzt mitten in die Debatte um den milliardenschweren “Pakt für den Bevölkerungsschutz” und könnte die Haushaltsplanung der Bundesregierung kräftig durcheinanderwirbeln.
Angesichts der angespannten geopolitischen Lage argumentiert Kaniber mit einer einfachen Gleichung: Panzer ohne Proviant seien nutzlos. Ernährungssicherheit sei nationale Sicherheit. Deutschland wache zwar militärisch auf, vernachlässige aber den zivilen Unterbau dieser Verteidigungsfähigkeit sträflich.
Ein zentrales Argument ist die NATO-Bündnisverteidigung. Im Ernstfall wäre Deutschland Versorgungsbasis für hunderttausende alliierte Soldaten. Die heutige, auf globale Lieferketten ausgelegte Agrarlogistik könnte in einer Krise aber schnell kollabieren. Kaniber will Investitionen daher nicht mehr als Subventionen, sondern als sicherheitspolitische Notwendigkeit einstufen – ähnlich dem Sondervermögen für die Bundeswehr.
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Lücke im Milliarden-Pakt für den Bevölkerungsschutz?
Die Forderung trifft auf eine bereits heiße Finanzdebatte. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte im Herbst 2025 einen Investitionsplan von zehn Milliarden Euro bis 2029 vorgestellt. Dieses Geld ist vor allem für technische und bauliche Maßnahmen vorgesehen:
* Modernisierung von Schutzräumen und Bunkern
* Ausbau digitaler Warnsysteme
* Beschaffung von Spezialfahrzeugen
Kritiker sehen hier eine Lücke: Der Plan klammere die “weiche” Infrastruktur wie die Lebensmittelversorgung weitgehend aus. Schon das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hatte 2025 Investitionen von 20 Milliarden Euro allein für Notunterkünfte und medizinische Vorräte gefordert. Die Landwirtschaft als weiterer Posten würde den Finanzbedarf nochmals in die Höhe treiben.
Die trügerische Sicherheit der 83 Prozent
Statistisch versorgt sich Deutschland zu etwa 83 Prozent selbst mit Lebensmitteln. Diese Zahl ist jedoch trügerisch. Sie blendet die massive Abhängigkeit von importierten Vorleistungen aus.
Die moderne Landwirtschaft braucht enorm viel Energie und Düngemittel, deren Produktion oft von Erdgasimporten abhängt. Brechen diese Lieferketten weg, bricht auch die Ernte ein. Zudem ist Deutschland bei Produkten wie Obst und Gemüse stark importabhängig. Geopolitische Spannungen – ob in der Arktis oder Osteuropa – machen diese globalen Routen zunehmend fragil.
Der Preis der Sicherheit
Kanibers Vorstoß kommt zur Unzeit für die Haushaltsplaner. Die Forderung nach “Versorgungssouveränität” konkurriert direkt mit anderen Reformprojekten in einer angespannten Haushaltslage. Analysten sehen darin einen taktischen Schachzug: Der Agrarsektor soll aus der Subventionsecke geholt und als systemrelevante Sicherheitsinfrastruktur neu positioniert werden. Solche Ausgaben stoßen derzeit auf mehr Akzeptanz als klassische Agrargelder.
Gleichzeitig führt der aktuelle Wintersturm “Elli” vor Augen, wie schnell logistische Ketten reißen können. Wenn schon Glatteis für Chaos sorgt – welche Folgen hätte dann eine gezielte Krise?
Nagelprobe Bundeshaushalt
In den kommenden Wochen wird der Ton in der Koalition schärfer werden. Die Aufstellung des Bundeshaushalts für 2027 wird zur Nagelprobe. Beobachter erwarten, dass Dobrindt unter Druck gerät, sein 10-Milliarden-Paket aufzustocken oder umzuwidmen.
Agrarverbände und die Unionsfraktion werden likely auf konkrete Maßnahmen drängen, wie:
* Den Aufbau nationaler Düngemittelreserven
* Die Förderung energieautarker Höfe
Ob die Landwirtschaft am Ende tatsächlich den Status einer “kritischen Verteidigungsinfrastruktur” erhält, hängt von einer einfachen Frage ab: Ist die Politik bereit, den Sicherheitsbegriff auch finanziell auf den Teller auszuweiten?
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