KAN fordert schärfere Sicherheitsregeln für Roboter-Maschinen
21.01.2026 - 14:44:12Autonome Landmaschinen und Transportfahrzeuge stellen die deutsche Arbeitssicherheit vor neue Herausforderungen. Das Bundeskabinett veröffentlichte am Mittwoch den Jahresbericht 2024, der technische Schutzvorkehrungen als oberste Priorität einfordert.
Jahresbericht warnt vor Sicherheitslücken
Während die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle einen historischen Tiefstand erreicht hat, sieht der Bericht des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) bei autonomen Systemen dringenden Handlungsbedarf. Fahrerlose mobile Maschinen sind in Landwirtschaft, Logistik und Industrie längst Alltag – doch die Sicherheitsstandards hinken der Technologie hinterher.
„Der Übergang zu vollautomatischen Systemen schafft völlig neue Gefahrenszenarien“, heißt es im Bericht. Traditionelle Sicherheitsprotokolle könnten diese nicht mehr ausreichend abdecken. Als zentrale Handlungsgrundlage dient die Position der Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN), die im aktuellen KANBrief 4/25 detailliert wurde.
Technik statt Warnschilder: KAN setzt klare Prioritäten
Die Kommission stellt eine grundlegende Weichenstellung: Sicherheit muss durch technische Lösungen garantiert werden, nicht durch organisatorische Anweisungen. „Es reicht nicht aus, dass Arbeiter einfach ‚aus dem Weg gehen‘“, so die klare Botschaft. Besonders in der Landwirtschaft, wo Maschinen oft auf öffentlich zugänglichen Flächen arbeiten, sei dieser Ansatz unzureichend.
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KAN-Vorsitzender Peer-Oliver Villwock betont, dass Sicherheit bei Hochtechnologie-Maschinen oberste Priorität habe. Die Analyse der Kommission zeigt Defizite bei der Kollisionsvermeidung, der Definition von Gefahrenzonen und vor allem bei der zuverlässigen Personenerkennung.
Konkret fordert KAN vier Kernpunkte:
* Technische Maßnahmen vor Organisation: Die Sicherheit muss „by Design“ in die Maschinen eingebaut sein.
* Hochzuverlässige Personenerkennung: Systeme müssen Menschen in allen Positionen – stehend, liegend, kniend – und jeden Alters sicher erkennen.
* Realistische Testverfahren: Testpuppen müssen die menschliche Vielfalt und Bewegungsmuster wirklichkeitsgetreu abbilden.
* Klare Gefahrenzonen: Hersteller müssen definieren, wo Gefahren für Arbeiter und die Öffentlichkeit bestehen.
EU-Regulierung und internationale Abstimmung
Der Vorstoß erfolgt im Kontext der neuen EU-Maschinenverordnung (2023/1230), die die alte Maschinenrichtlinie ablöste. Zwar schafft die Verordnung eine Rechtsgrundlage für KI und autonome Systeme, doch die konkreten harmonisierten Normen werden erst noch erarbeitet.
KANs Position soll hier eine Brücke schlagen. Deutschland will mit seinen strengen Anforderungen den europäischen Standardisierungsprozess aktiv mitgestalten. Das Ziel: Der „Stand der Technik“ in künftigen Normen muss ein hohes Schutzniveau definieren, bevor es zu Unfällen kommt.
International findet dieser Ansatz Unterstützung. Das französische Institut für Arbeitssicherheit INRS kommt bei autonomen Logistikmaschinen zu ähnlichen Schlüssen. Beide Einrichtungen sind sich einig: Fehlt der Fahrer, muss die Risikobewertung neu gedacht werden – insbesondere hinsichtlich der eigenständigen Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit der Maschine.
Ausblick: Mehr Investitionen in Sensortechnik nötig
Für Hersteller von Land- und Industriemaschinen bedeutet die Betonung der KAN-Position im Jahresbericht verschärfte Compliance-Erwartungen. Höhere Investitionen in Sensortechnik und KI-gesteuerte Sicherheitssysteme werden nötig sein, um die robuste Personenerkennung zu gewährleisten.
Die Veröffentlichung fällt mit den Vorbereitungen für die EUROSHNET-Konferenz im Mai 2026 in Helsinki zusammen. Dort werden europäische Experten diskutieren, wie Normung und Zertifizierung den grünen und digitalen Wandel unterstützen können. Die deutsche Position mit ihrem Fokus auf technische Sicherheitslösungen setzt hier eine klare Agenda.
Die Botschaft des Jahresberichts ist eindeutig: Der Rückgang traditioneller Unfallzahlen ist ein Erfolg – doch das Ziel „Vision Zero“ (keine tödlichen Arbeitsunfälle) ist nur zu halten, wenn die Risiken der digitalen Revolution proaktiv gemanagt werden. Der Weg dafür ist nun vorgezeichnet.
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