Kakao, Mobility

Kakao Mobility setzt auf physische KI für autonomes Fahren

03.02.2026 - 18:13:12

Nach einem Kartellverfahren setzt Südkoreas Fahrdienstvermittler voll auf physische KI für autonome Fahrzeuge und Roboterlogistik, um zum führenden Mobilitätsbetriebssystem zu werden.

Südkoreas führender Fahrdienstvermittler Kakao Mobility vollzieht einen strategischen Schwenk: Das Unternehmen investiert massiv in physische KI für autonome Fahrzeuge und Roboter-Logistik. Nach der Entlastung in einem langjährigen Kartellverfahren konzentriert sich der Konzern nun auf die nächste Generation der Mobilität.

Vom App-Anbieter zum KI-Mobilitätskonzern

Der strategische Kurswechsel folgt auf ein Ende Januar 2026 verkündetes Ende der Ermittlungen wegen Kartell- und Bilanzvorwürfen. Mit dieser rechtlichen Klarheit im Rücken beschleunigt Kakao Mobility seine Investitionen in Zukunftstechnologien. Kern der neuen Strategie ist das Konzept der physischen KI. Es soll die riesigen Datenschätze des Unternehmens aus den Plattformen Kakao T und Kakao Navi für reale, automatisierte Dienste nutzbar machen.

„Wir entwickeln uns von einer digitalen Plattform zu einem umfassenden Mobilitätsunternehmen, das auf physischer Automatisierung basiert“, so die Unternehmenslinie. Um diese Vision voranzutreiben, wurde eine eigene Abteilung für physische KI gegründet. Geleitet wird sie von Kim Jin-kyu, einem ehemaligen Forscher von Waymo und Honda.

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Roboter übernehmen die letzte Meile

Ein erster Anwendungsfall ist der eigene Lieferservice „Bring“. Hier setzt Kakao Mobility auf vielseitige Roboter, die Aufgaben von der Essenszustellung bis zum Hotel-Concierge übernehmen sollen. Bereits Ende 2024 ging eine Partnerschaft mit dem Robotik-Unternehmen Robotis für Außenlieferdienste an den Start.

Doch was treibt diesen Schritt in die physische Welt? Die Antwort liegt in den Daten. Die umfangreichen Informationen zu Routen, Fahrzeugdisposition und Verkehrsfluss aus den eigenen Apps gelten als entscheidender Wettbewerbsvorteil. Sie sind die Grundlage für KI-Modelle, die die komplexe reale Welt meistern sollen.

Allianz für den KI-gesteuerten Verkehr

Ein weiterer Pfeiler der Strategie ist die Kommerzialisierung des autonomen Fahrens. Kakao Mobility verfolgt dabei einen plattformzentrierten Ansatz. Statt selbst Fahrzeuge zu bauen, will das Unternehmen die zentrale Schnittstelle zwischen Nutzern und autonomen Flotten werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelt Kakao eigene Algorithmen für Wahrnehmung, Lokalisierung und Entscheidungsfindung. Zudem ist das Unternehmen führendes Mitglied in der „AI Future Vehicle M.AX Alliance“. In diesem Bündnis mit Hyundai Motor und LG Electronics arbeitet es an einem auf koreanische Straßenverhältnisse optimierten KI-Fahrmodell. Erste Tests autonomer Dienste laufen bereits in mehreren Städten wie Sejong und Gangnam.

Die Plattform als Schlüssel zur Logistik der Zukunft

Die Ambitionen gehen über Personentransporte hinaus. Eine Partnerschaft mit dem Logistikkonzern Hanjin aus dem Jahr 2025 zielt auf ein KI-gestütztes Logistiknetzwerk ab. Ziel ist es, mittels Künstlicher Intelligenz die Strecken zwischen Distributionszentren zu optimieren und so eine effizientere Lieferkette zu schaffen.

Diese plattformbasierte Strategie spiegelt einen Branchentrend wider: Daten und operative Kontrolle gewinnen an Bedeutung. Analysten sind überzeugt, dass jene Plattform, die Nutzer nahtlos mit autonomen Diensten verbindet, enorme Marktmacht haben wird. Mit der dominierenden Kakao-T-App ist das Unternehmen hier in einer starken Position. Diese wurde kürzlich mit dem Mobility Innovation Award 2026 gewürdigt.

Fahrplan für den autonomen Alltag

Die Einführung autonomer Dienste wird schrittweise erfolgen. Erste bezahlte Robotaxi-Dienste mit menschlichem Sicherheitsfahrer könnten noch 2026 in Großstädten starten. Eingeschränkte fahrerlose Betriebe in ausgewiesenen Zonen sind für 2027 oder 2028 im Gespräch – vorausgesetzt, die Regulierungsbehörden geben grünes Licht.

Das große Ziel: Bis 2030 sollen vollständig fahrerlose Taxis zu einem alltäglichen Verkehrsmittel in Städten werden. Für Kakao Mobility geht es dabei weniger darum, das erste fahrerlose Auto zu bauen. Vielmehr will das Unternehmen das unverzichtbare Betriebssystem schaffen, das die Zukunft des Transports von Menschen und Gütern antreibt.

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