Justizcloud: Deutschland startet einheitliche IT-Infrastruktur für Gerichte
08.01.2026 - 01:30:12Die Bundesregierung und die Länder haben einen Pakt für eine einheitliche Justizcloud unterzeichnet. Sie soll die zersplitterte IT-Landschaft der deutschen Gerichte ablösen und die seit Jahresbeginn verpflichtende E-Akte auf ein sicheres Fundament stellen. Die Federführung für das Mammutprojekt liegt bei Baden-Württemberg.
Der Deal markiert einen strategischen Wendepunkt. Bislang betrieb jedes Bundesland seine eigene Gerichts-IT – ein Flickenteppich, der Inkompatibilitäten und hohe Kosten verursachte. Die neue Cloud wird als geschlossenes System, eine „Private Community Cloud“, auf Servern öffentlicher IT-Dienstleister gehostet. So bleibt die Hoheit über sensible Justizdaten gewahrt. Eine erste lauffähige Version ist für Anfang 2027 geplant.
Die Architektur der Cloud ist eine direkte Antwort auf hohe Compliance-Anforderungen. Sie isoliert Justizdaten strikt von anderen Verwaltungsnetzen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist tief in die Planung eingebunden, um höchste Schutzstandards zu gewährleisten.
Diese Abschottung ist dringend nötig. Seit dem 1. Januar 2026 ist die elektronische Akte in allen Verfahren das führende Dokument. Das Volumen sensibler Daten – von Patientenakten bis zu Geschäftsgeheimnissen – explodiert. Der Deutsche Richterbund begrüßt die Cloud, warnt aber vor der Übergangsphase. Viele aktuelle Systeme basierten auf „15 Jahre alter“ Technologie und seien den Datenmengen kaum gewachsen.
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E-Akte: Pflichtstart mit Hindernissen
Der Cloud-Beschluss folgt auf den verpflichtenden Start der E-Akte. Während Länder wie Nordrhein-Westfalen einen „erfolgreichen Rollout“ melden, gab es andernorts Probleme. Die vollständige Umstellung auf digitale Workflows legte Schwächen in Hard- und Software offen.
Die Justizcloud soll nun das notwendige „Maschinenhaus“ bereitstellen. Sie wird nicht nur speichern, sondern auch das einheitliche Fallmanagementsystem „Gemeinsames Fachverfahren“ (GeFa) hosten. Für Anwälte und Unternehmen bedeutet das langfristig mehr Einheitlichkeit: Die Zusammenarbeit mit Gerichten in verschiedenen Bundesländern wird einfacher und compliance-sicherer.
Die Zukunft: KI-Tools und ambitionierte Ziele
Langfristig dient die Cloud als Basis für Künstliche Intelligenz in der Justiz. Das baden-württembergische Justizministerium sieht sie als Voraussetzung für den sicheren Einsatz von KI-Assistenten. Diese könnten Richter in Massenverfahren – etwa bei Verbraucherklagen – durch das Vorsortieren von Akten entlasten.
Doch der Zeitplan ist ambitioniert. Bis 2027 müssen die Gerichte die volle E-Akte-Pflicht mit oft überlasteter Bestands-IT bewältigen. Compliance-Experten raten in dieser Übergangsphase zu besonderer Wachsamkeit bei Datensicherung und Notfallplänen. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland verspricht das Projekt jedoch mehr Rechtssicherheit und schnellere Verfahren – zwei Faktoren, die in der globalen Konkurrenz entscheidend sind.
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