Jugendgesundheit, Studien

Jugendgesundheit: Neue Studien zeigen dauerhafte Krise

14.02.2026 - 11:52:15

Studien belegen chronische Ängste bei Jugendlichen durch Zukunftsängste und digitale Belastung. Die EU plant eine Anti-Cybermobbing-App, während die DAK ein Rauchverbot in Autos fordert.

Junge Menschen in Deutschland leiden unter anhaltendem psychischen Druck. Diese Woche verdeutlichten neue Daten und politische Initiativen das Ausmaß der Belastung. Eine aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit und ein EU-Aktionsplan gegen Cybermobbing rücken zwei konkrete Gefahrenquellen in den Fokus.

Die Hoffnung auf eine Erholung nach der Pandemie hat sich zerschlagen. Die neuesten Ergebnisse der COPSY-Studie des UKE belegen eine Chronifizierung der Probleme. Rund 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen berichten von Angstsymptomen – deutlich mehr als vor 2020.

Generation in der Dauerbelastung

Besonders Mädchen ab 14 Jahren sind betroffen. Bei ihnen verzeichnen Experten einen signifikanten Anstieg von Angst und Depression. Die Ursachen haben sich verschoben: Nicht mehr Viren, sondern Zukunftsängste treiben die Jugend um.

Laut der Studie sorgen sich 70 Prozent der Befragten um Kriege und 57 Prozent fürchten wirtschaftliche Instabilität. Diese Ängste sind kein abstraktes Gefühl. Wer stark unter ihnen leidet, zeigt auch häufiger klinische Anzeichen einer Depression.

EU geht gegen Cybermobbing vor

Am Dienstag legte die EU-Kommission einen neuen Aktionsplan zum digitalen Schutz Minderjähriger vor. Kern ist der Kampf gegen Cybermobbing, einen der stärksten Treiber für Suizidgedanken bei Jugendlichen.

Der Plan sieht eine EU-weite Melde-App vor. Sie soll Opfern psychologische Ersthilfe bieten und Übergriffe leicht meldbar machen. Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen betonte, dass digitale Ausgrenzung Gefühle von Einsamkeit verstärke. Jeder fünfte Jugendliche fühlt sich in sozialen Medien belastet.

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Cybermobbing und belastende Online-Kontakte treffen viele junge Menschen – oft übers Smartphone. Wer sein Gerät richtig absichert, reduziert Stressfaktoren: einfache Privatsphäre-Einstellungen, sichere Apps und richtige Backup‑Gewohnheiten helfen sofort. Ein kostenloser Ratgeber erklärt die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Android‑Smartphones – leicht verständlich und Schritt für Schritt. Gratis‑Sicherheitspaket: Die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Ihr Android‑Smartphone sichern

DAK warnt vor Passivrauch im Auto

Parallel dazu veröffentlichte die DAK-Gesundheit eine alarmierende Sonderanalyse. Demnach sind mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland Tabakrauch im privaten Auto ausgesetzt.

Jedes zehnte Schulkind gab an, „oft“ oder „sehr oft“ mitrauchen zu müssen. Die Folgen sind konkret: Diese Kinder greifen später signifikant häufiger selbst zur Zigarette. DAK-Chef Andreas Storm forderte erneut ein gesetzliches Rauchverbot in Fahrzeugen mit Minderjährigen.

Versorgungslücke bleibt riesig

Trotz der erdrückenden Datenlage hinkt die Versorgung hinterher. Die Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz liegt im Schnitt bei 30 Wochen. In ländlichen Regionen ist die Situation besonders prekär.

Hinzu kommt eine soziale Schere: Kinder aus einkommensschwachen Familien haben ein deutlich höheres Risiko für psychische Auffälligkeiten. Für sie fehlen oft niedrigschwellige Hilfsangebote, die frühzeitig greifen.

Polykrise als neue Normalität?

Experten sprechen inzwischen von einer „Polykrise“. Klimawandel, geopolitischer Stress und digitaler Druck wirken zusammen. Die hohen Werte bei Angst und Depression sind für Jugendforscher kein statistischer Ausreißer, sondern Symptom einer strukturellen Überforderung.

Kann die geplante EU-App hier wirklich helfen? Kritiker bezweifeln, dass digitale Maßnahmen allein die tiefsitzenden Zukunftsängste lösen können. Notwendig sind auch Reformen vor Ort.

Verbände fordern eine massive Aufstockung der schulpsychologischen Dienste. Mental Health muss fester Teil der Lehrpläne werden. Ohne diese strukturellen Veränderungen, so die Befürchtung, bleibt die Jugendphase für viele ein dauerhafter medizinischer Notfall.

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