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Job Hugging: Warum Arbeitnehmer jetzt am Schreibtisch kleben

01.02.2026 - 12:24:11

Drei Viertel der Arbeitnehmer planen, ihren Job bis 2027 zu behalten. Wirtschaftliche Unsicherheit treibt den Trend, während Home-Office-Angebote schwinden und Boreout-Risiken steigen.

Die Ära der großen Jobwechsel ist vorbei. Stattdessen klammern sich Beschäftigte an ihre bestehenden Positionen – ein Trend, den Experten als „Job Hugging“ bezeichnen. Angesichts einer abkühlenden Konjunktur wird Arbeitsplatzsicherheit zum neuen Fundament der Work-Life-Balance.

Daten bestätigen: Der „Big Stay“ ist da

Aktuelle Erhebungen zeichnen ein klares Bild: Der Arbeitsmarkt hat sich gewandelt. Laut Berichten planen etwa 75 Prozent der Arbeitnehmer, ihre aktuellen Positionen bis weit ins Jahr 2027 hinein zu halten. Das markiert eine drastische Kehrtwende zur hohen Fluktuationsbereitschaft der frühen 2020er Jahre.

Die Motivation ist primär ökonomisch. Fast die Hälfte der Befragten nennt wirtschaftliche Unsicherheit als Hauptgrund für ihre Treue. Die Gewissheit eines regelmäßigen Gehaltsschecks wiegt für viele schwerer als das Risiko eines Wechsels.

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Weiße Kragen unter Druck

Diese Sehnsucht nach Sicherheit spiegelt die harten Fakten wider. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert für 2026 einen Rückgang der Erwerbstätigkeit. Besonders betroffen sind White-Collar-Berufe.

  • Während Branchen wie Rüstung und Bau Zuwächse verzeichnen, erleben Wissensarbeiter eine Rezession.
  • Stellenausschreibungen in Softwareentwicklung und Kundenservice brachen im Jahresvergleich um 15 bis 19 Prozent ein.

Für den einzelnen Arbeitnehmer bedeutet das: Wer einen sicheren Schreibtischjob hat, behält ihn. Der einfache Wechsel zum nächsten Arbeitgeber ist in vielen Branchen passé.

Sicherheit als neues „New Work“

In der Work-Life-Balance-Diskussion findet eine Umdeutung statt. Lange standen flexible Arbeitszeiten im Fokus. Jetzt rückt die psychologische Sicherheit in den Mittelpunkt. Arbeitspsychologen betonen: Die Angst vor Jobverlust ist ein massiver Stressfaktor, der jede Flexibilität negiert.

„Job Hugging“ fungiert als Schutzmechanismus. Die Daten zeigen es: Die emotionale Bindung an den Arbeitgeber ist zwar oft niedrig, aber die Quote der „inneren Kündigung“ sank ebenfalls. Die Menschen arrangieren sich, um ihre mentale Stabilität zu wahren.

Unternehmen reagieren: Weniger Home-Office, mehr Upskilling

Die veränderte Machtbalance hat Folgen für die Arbeitsbedingungen. Unternehmen fahren ihre Bemühungen um externe Talente zurück und reduzieren Benefits.

  • Nur noch etwa 14 Prozent der Stellenausschreibungen beinhalten explizite Home-Office-Optionen – ein deutlicher Rückgang.
  • Der Fokus verschiebt sich zur internen Mobilität und zu Upskilling-Maßnahmen, um die bestehende Belegschaft an KI-Anforderungen anzupassen.

Die Gefahr des „Boreout“

Doch der Trend birgt Risiken. Wenn Mitarbeiter nur aus Sicherheitsbedürfnis bleiben, droht statt Burnout ein „Boreout“ – chronische Unterforderung. Zudem hemmt eine zu geringe Fluktuation die Innovation, da weniger frische Impulse von außen kommen.

Experten erwarten, dass sich „Job Hugging“ verfestigt, solange die Wirtschaft volatil bleibt. Die Work-Life-Balance der Zukunft wird sich weniger an Urlaubstagen messen lassen, sondern daran, wie viel Sicherheit ein Arbeitgeber in unsicheren Zeiten bietet.

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