Jahresfrist, Tödliche

Jahresfrist läuft ab: Tödliche Unfälle erhöhen Druck auf Staplerfahrer-Schulung

30.11.2025 - 12:31:12

Bayerns Polizei dokumentiert bei 40 Prozent der geprüften Nutzfahrzeuge Sicherheitsmängel. Nach einem tödlichen Stapler-Unfall wird die jährliche DGUV-Unterweisung zur Priorität für Unternehmen.

Mit nur noch vier Wochen bis zum Jahresende gerät die deutsche Logistikbranche unter Zeitdruck. Während Unternehmen ihre Pflicht-Sicherheitsunterweisungen abschließen müssen, zeigen dramatische Zahlen aus Bayern: Die Nachlässigkeit bei Betriebssicherheit kann tödlich enden.

Die Warnschüsse kommen aus zwei Richtungen zugleich. Am 26. November veröffentlichte das bayerische Innenministerium erschreckende Ergebnisse einer großangelegten Verkehrskontrolle – während nur zwei Wochen zuvor ein 69-Jähriger in Altötting unter seinem umgekippten Gabelstapler starb. Für Sicherheitsbeauftragte wird die Message deutlich: Die jährliche Gabelstapler-Unterweisung nach DGUV Vorschrift 68 ist längst keine lästige Pflichtübung mehr.

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Bayerns Polizei deckt alarmierende Sicherheitsmängel auf

Die Zahlen der Kontrollwoche vom 17. bis 23. November lassen aufhorchen. Von 3.780 überprüften Nutzfahrzeugen wiesen 1.533 Verstöße auf – eine Mängelquote von über 40 Prozent. Bei 167 Fahrzeugen mussten die Beamten die Weiterfahrt sofort untersagen: defekte Bremsen, abgefahrene Reifen, gravierende Sicherheitslücken.

“Die Mentalität, die einen LKW mit kaputten Bremsen auf die Autobahn schickt, ist dieselbe, die Stapler-Sicherheitschecks verzögert und Jahresunterweisungen aussetzt”, kommentierte ein Branchenkenner die Ministeriums-Bilanz. Innenminister Joachim Herrmann kündigte bereits an: Die hohen Verstoßraten führen 2026 zu “intensiven Kontrollen”. Die Botschaft an die Logistik-Industrie ist unmissverständlich – Behörden schalten auf Null-Toleranz.

Tragischer Kontext: Wenn Theorie zur tödlichen Realität wird

Der Fall aus Altötting zeigt die brutale Konsequenz von Nachlässigkeit. Am 16. November kippte der Gabelstapler des 69-Jährigen auf dem Betriebsgelände um. Der Mann wurde unter dem Fahrzeug eingeklemmt und verstarb noch am Unfallort.

Solche Kipp-Unfälle sind genau der Inhalt, den die DGUV Vorschrift 68 (früher BGV D27) jährlich auffrischen lassen will: Die “Physik der Stabilität” – warum Gurte Leben retten und wie Schwerpunktverlagerungen aus Routine-Manövern tödliche Fallen machen. Nach deutschem Recht müssen Arbeitgeber gemäß § 4 DGUV Vorschrift 1 und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ihre Beschäftigten mindestens einmal jährlich über Sicherheitsrisiken unterweisen.

Fehlt diese dokumentierte Unterweisung, droht der Geschäftsführung bei Unfällen wie in Altötting empfindliche persönliche Haftung. Die juristische Dimension macht die Jahresfrist zur existenziellen Deadline.

Moderne Lösungen für alte Pflichten

Während die Uhr tickt, setzen führende Hersteller auf neue Technologien – die aber die menschliche Komponente ergänzen, nicht ersetzen sollen. Am 28. November bekräftigte Toyota Material Handling seine “Zero Muda”-Philosophie (null Verschwendung), die Effizienz explizit mit Sicherheit verknüpft.

Das neueste Toyota SEnS+ Assistenzsystem nutzt kamerabasiertes “Surround Sensing”, um Fußgänger und Hindernisse zu erkennen. Bei drohenden Kollisionen wird automatisch die Geschwindigkeit gedrosselt oder der Stapler gestoppt. Doch Toyota selbst betont: Technik kann die Pflicht-Unterweisung nicht ersetzen.

Der Trend Ende 2025 heißt Hybrid-Modell:

  • Theorie digital: Mitarbeiter absolvieren rechtliche Grundlagen, Lasttabellen und Verkehrsregeln per E-Learning-Plattform – mit lückenloser Fortschrittskontrolle
  • Praxis vor Ort: Kurze, dokumentierte Beobachtung durch Vorgesetzte stellt sicher, dass Theorie korrekt angewendet wird

Diese Kombination erfüllt die DGUV-Anforderung nach “arbeitsplatzbezogener” Unterweisung, ohne in der hektischen Vorweihnachtszeit Massen-Schulungsräume organisieren zu müssen.

Was Unternehmen jetzt beachten müssen

Die Berufsgenossenschaften werden 2026 voraussichtlich strenger prüfen. Die Dokumentation der 2025er Unterweisung sollte enthalten:

  1. Exaktes Datum und Dauer der Schulung
  2. Konkrete Inhalte (z.B. “Kippgefahren”, “Ladesicherheit”)
  3. Unterschriften von Ausbilder und Teilnehmer

Die November-Zahlen aus Bayern haben die jährliche Stapler-Unterweisung von der bürokratischen Nervensache zur operativen Priorität befördert. Während der Logistik-Rush zur Weihnachtszeit seinen Höhepunkt erreicht, ist die lückenlose Schulung aller Fahrer die wirksamste Maßnahme, die Manager diese Woche ergreifen können.

Denn eines steht fest: Die nächste Schlagzeile soll nicht aus dem eigenen Lager kommen.

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