Intervallfasten, Kalorienreduktion

Intervallfasten ohne Kalorienreduktion bringt keinen Gewichtsverlust

16.01.2026 - 11:33:12

Eine neue Studie zeigt, dass Intervallfasten ohne Kalorienreduzierung keine Stoffwechselverbesserung bringt, aber die innere Uhr beeinflusst. Die Kalorienbilanz bleibt der Schlüssel zum Abnehmerfolg.

Intervallfasten allein macht nicht schlank. Das zeigt die neue „ChronoFast“-Studie deutscher Forschungseinrichtungen. Ohne Kalorienreduktion verbessert die populäre 16:8-Methode weder den Stoffwechsel noch die Blutfettwerte. Sie verstellt jedoch die innere Uhr des Körpers.

Kalorienbilanz entscheidet über Abnehmerfolg

Ein Team des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und der Charité Berlin wollte wissen: Liegt der Effekt am Zeitfenster oder einfach daran, dass man in kürzerer Zeit weniger isst? In einer streng kontrollierten Studie erhielten übergewichtige Probandinnen exakt dieselbe Kalorienmenge – einmal innerhalb eines frühen, einmal innerhalb eines späten Essensfensters.

Das Ergebnis war eindeutig. Bei gleicher Energiezufuhr zeigten sich keine Unterschiede bei Insulinsensitivität, Blutfetten oder Entzündungsmarkern. „Die beobachteten positiven Effekte früherer Studien sind höchstwahrscheinlich auf eine unbewusste Kalorienreduktion zurückzuführen“, folgern die Forschenden. Für die Gewichtsabnahme bleibt die negative Energiebilanz der entscheidende Faktor.

Essen als Stellschraube für die innere Uhr

Auch wenn die Waage stillstand, tickten die inneren Uhren der Teilnehmerinnen anders. Mithilfe eines speziellen „BodyTime-Assays“ maßen die Wissenschaftler die Genaktivität in Blutzellen. Bei der Gruppe mit späten Mahlzeiten verschob sich der zirkadiane Rhythmus im Schnitt um 40 Minuten nach hinten.

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„Die Nahrungsaufnahme signalisiert dem Körper, welche interne Zeit gerade herrscht – ähnlich wie Tageslicht“, erklärt Professor Achim Kramer von der Charité. Intervallfasten wirkt demnach weniger wie eine Diät-Wunderwaffe, sondern vielmehr wie ein Werkzeug zur Justierung des biologischen Rhythmus.

Was bedeutet das für alle, die fasten?

Die Studie entzaubert den Trend nicht komplett, sondern setzt ihn in den richtigen Kontext. Für viele Menschen ist das strikte Zeitfenster eine praktische psychologische Hilfe, um weniger zu essen. Das Prinzip funktioniert also – aber nur, weil es dabei hilft, Kalorien einzusparen.

Die neuen Erkenntnisse eröffnen zudem ein spannendes Anwendungsfeld: die „Chrono-Nutrition“. Wenn Essen als starker Zeitgeber fungiert, könnte die Steuerung von Mahlzeiten künftig helfen, gestörte Biorhythmen bei Schichtarbeitern oder Menschen mit Social Jetlag zu regulieren. Aus einer Abnehmstrategie wird so ein Instrument für einen gesünderen Takt des Lebens.

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