Innsbrucker Gipfel fordert radikale Wende beim Wohnen
12.01.2026 - 00:56:12Experten erklären beim Symposium “Wohnen morgen” den klassischen Wohnbau für gescheitert. Sie fordern eine radikale Neuausrichtung.
Im voll besetzten Landhaus in Innsbruck diskutierten am vergangenen Freitag Stadtplaner, Architekten und Politiker über die Zukunft des Wohnens im Alpenraum. Der Tenor war eindeutig: Ein “Weiter so” gibt es nicht. Die hohen Immobilienpreise in Tirol zwingen zum Umdenken.
Abschied von der grünen Wiese
Andreas Hofer, Intendant der Internationalen Bauausstellung 2027, lieferte eine der provokantesten Thesen. Der herkömmliche Wohnungsbau sei am Ende. Großinvestoren, die standardisierte Blöcke auf die grüne Wiese setzen, lösen die Probleme nicht mehr.
Stattdessen brauche es eine “Wohnraumwende”. Der Fokus müsse weg vom Neubau, hin zum Umbau und zur Umnutzung bestehender Gebäude gehen. Im begrenzten alpinen Raum sei jede Fläche wertvoll. Die Zukunft liege in hybriden Modellen, die Wohnen, Arbeiten und Gemeinschaft intelligent verbinden.
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Tübingen als Vorbild für Innsbruck?
Als konkretes Gegenmodell präsentierte Tübingens Baubürgermeister Cord Soehlke die Strategie seiner Stadt. Statt große Grundstücke an einzelne Bauträger zu verkaufen, vergibt Tübingen kleine Parzellen an Baugruppen.
Das Ergebnis:
* Architektonische Vielfalt statt monotoner Blöcke
* Sozial stabilere Quartiere
* Dauerhaft günstigere Mieten, da hohe Gewinnmargen großer Investoren entfallen
Für eine Studentenstadt wie Innsbruck könnte dieses Modell eine Blaupause sein. Die Umsetzung würde jedoch neue Vergaberegeln und eine andere Bodenpolitik voraussetzen.
Politik unter Handlungsdruck
Die Tiroler Politik zeigte sich auf dem Gipfel empfänglich für die neuen Ideen. Wohnbaureferent Philip Wohlgemuth betonte: “Wohnen ist ein Grundrecht.” Der Markt allein könne die Krise nicht lösen.
Der aktuelle Fokus liegt auf der Mobilisierung von Leerstand und der Nachverdichtung bestehender Viertel. Projekte wie “Wohnen im Quartier Säge” zeigen bereits, wie genossenschaftliches, qualitätsvolles Wohnen im Alpenraum aussehen kann.
Doch die größte Hürde bleibt: Woher soll in den engen Tälern genug Bauland für bezahlbaren Wohnraum kommen? Ohne eine massive Flächenmobilisierung und schnellere Genehmigungsverfahren drohen auch die besten Konzepte zu scheitern.
Vom Diskurs zur Tat
Nach dem Symposium ist vor der Umsetzung. Beobachter erwarten, dass die Impulse des Gipfels in die nächste Reform der Tiroler Wohnbauförderung einfließen werden. Die Diskussion um die Vergabe städtischer Grundstücke an Baugemeinschaften wird an Fahrt aufnehmen.
Klar ist: Der Mut zu Lücken und ungewöhnlichen Lösungen wird die Tiroler Wohnungspolitik 2026 prägen. Die Zeit für kosmetische Korrekturen ist vorbei.
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