Innsbruck plant Verkauf von 170 Stadtwohnungen
08.01.2026 - 15:24:12Innsbruck will 170 kommunale Wohnungen verkaufen. Die Stadt verspricht sich Millionen für ihren angespannten Haushalt. Heute debattiert der Gemeinderat in einer Sondersitzung über den umstrittenen Plan.
Die Opposition spricht von einem Ausverkauf des „Familiensilbers“. Sie fürchtet den Verlust von langfristig leistbarem Wohnraum. Die Stadtregierung hingegen sieht in dem Verkauf eine notwendige Vermögensumschichtung, um handlungsfähig zu bleiben.
Warum die Stadt so dringend Geld braucht
Hinter dem drastischen Schritt steht ein klaffendes Haushaltsloch. Das im Dezember verabschiedete Budget für 2026 zeigt eine Stadt am finanziellen Limit.
* Der Schuldenstand soll auf 224,2 Millionen Euro steigen.
* Eine zehnprozentige Haushaltssperre gilt für alle Abteilungen.
* 37 freie Dienstposten werden nicht nachbesetzt.
„Wir müssen die Finanzen stabilisieren“, verteidigt Bürgermeister Johannes Anzengruber den Sparkurs. Trotz der Einschnitte sollen Sozialleistungen und Vereinsförderung weitgehend erhalten bleiben.
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Ein Verkauf, 44 kritische Fragen
Die geplanten Wohnungen gehören der städtischen Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG). Sie sollen an die gemeinnützige Neue Heimat Tirol (NHT) oder andere öffentliche Träger gehen. Die Stadt erhofft sich einen zweistelligen Millionenbetrag.
Doch die Oppositionsparteien KPÖ, FPÖ und Liste Fritz gehen in die Offensive. Sie haben einen Katalog mit 44 detaillierten Fragen eingebracht. KPÖ-Klubobfrau Pia Tomedi hält den Verkauf für kurzsichtig. Sie argumentiert, dass damit strukturelle Probleme nur verschoben, aber nicht gelöst würden.
Die Stadtführung kontert: Es handele sich um eine Verschiebung von „A nach B“ innerhalb des öffentlichen Sektors. Finanzdirektor Martin Rupprechter betont, das öffentliche Interesse bleibe gewahrt.
Prestigeprojekte auf Eis, Schulen im Fokus
Die Finanznot hat direkte Folgen für Bauprojekte. Investitionen konzentrieren sich jetzt strikt auf Pflichtaufgaben.
* Neue Wohnbauoffensiven der Stadt sind vorerst unwahrscheinlich.
* Projekte wie die Neugestaltung des Vorplatzes am Haus der Musik wurden auf Eis gelegt.
* Laufende Schulbauprojekte, etwa in Arzl, werden jedoch fortgesetzt.
Die Strategie kippt: Statt selbst zu bauen, setzt Innsbruck jetzt auf Einnahmen durch Verkäufe und Baurechtsvergaben. Eine strategische Wende in der Bodenpolitik.
Der strukturelle Finanz-Schraubstock
Experten sehen die Ursache der Misere nicht nur in der Stadt. Innsbruck ist ein Nettozahler im Landesfinanzausgleich. Die Stadt überweist jedes Jahr über 60 Millionen Euro mehr an das Land Tirol, als sie zurückbekommt – etwa für Krankenhäuser und Sozialleistungen.
„Ohne Reformen hier oder neue Einnahmen ist das auf Dauer nicht tragbar“, mahnen Anzengruber und Finanzreferent Dejan Lukovic. Der Wohnungsverkauf bringt nur kurzfristig Luft. Das Grundproblem der strukturellen Unterfinanzierung bleibt.
Erst der Anfang einer Verkaufswelle?
Die heutige Debatte könnte nur der Auftakt sein. Die mittelfristige Finanzplanung der Stadt legt nahe: Bis 2030 sind weitere Immobilienverkäufe geplant. Medien berichten von möglichen Gesamterlösen von bis zu 60 Millionen Euro.
Das stärkt die Position großer gemeinnütziger Bauträger. Für die Mieter in den betroffenen Wohnungen bleibt trotz aller Beteuerungen der Stadt eine Unsicherheit. Wird der finanzielle Druck den Verkauf alternativlos machen? Oder kann die Opposition den Kurs noch ändern? Die Antworten entscheiden über die Zukunft des städtischen Wohnraums.
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