Innsbruck, Gewerbeflächen-Mangel

Innsbruck: Gewerbeflächen-Mangel erreicht 2026 neuen Höhepunkt

06.01.2026 - 06:55:12

Die Verknappung moderner Gewerbehallen in Innsbruck treibt Mietpreise auf Rekordniveau und gefährdet den Standort. Stadt-Offensiven und private Neubauten können den Bedarf nicht decken.

Innsbruck kämpft zu Jahresbeginn mit einem akuten Engpass an Gewerbeflächen. Moderne Hallen für Produktion und Lager sind in der Stadt und den umliegenden Gebieten praktisch nicht mehr verfügbar. Diese Verknappung treibt die Mietpreise auf Rekordniveau und bremst die Expansion lokaler Betriebe massiv aus.

Markt leergefegt, Preise explodieren

Experten schlagen Alarm: Während sich der Wohnimmobilienmarkt stabilisiert, spitzt sich die Lage bei Gewerbeimmobilien weiter zu. Besonders in den Gebieten Rossau und Mühlau/Arzl sind Flächen ab 500 Quadratmetern kaum noch zu finden. Der Leerstand bei funktionellen Hallen tendiert gegen null.

Die Folge ist eine rasante Preisspirale. Mieten für Bestandsflächen in guten Lagen erreichen mittlerweile Niveaus, die früher nur für Neubauten verlangt wurden. Für Unternehmen wird die Suche nach angemessenem Raum zur finanziellen Belastungsprobe.

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Stadt-Offensive kann Bedarf nicht decken

Bereits im Februar 2025 startete die Stadt eine “Standortoffensive”. Das Ziel: Spekulation eindämmen und Flächen gezielt an produzierende Betriebe vergeben. Rund 20.000 Quadratmeter sollten im Baurechts-Modell – also nicht zum Verkauf, sondern zur Pacht – in der Rossau und Mühlau/Arzl mobilisiert werden.

Doch die Nachfrage übertrifft das Angebot um ein Vielfaches. Das städtische Referat für Immobilien und Wirtschaft verzeichnete eine enorme Flut an Bewerbungen. Die Wirtschaftskammer begrüßt den Ansatz zwar, fordert aber jetzt deutlich mehr Tempo und weitere Flächen.

Bau-Stopp und topografische Grenzen

Warum kommt kein neuer Raum auf den Markt? Private Investoren halten sich mit Neubauprojekten zurück. Hohe Baukosten und strenge Finanzierungsvorgaben haben viele geplante Hallen und Erweiterungen auf Eis gelegt.

Hinzu kommt die topografische Enge des Inntals. Die Konkurrenz mit dem Wohnbau verschärft den Mangel zusätzlich. Prognosen von Ende 2025 sahen es bereits kommen:
* Spitzenmieten für Büroflächen in der Innenstadt von bis zu 19,50 Euro pro Quadratmeter.
* Noch dramatischere prozentuale Steigerungen bei Lager- und Logistikflächen.

Droht Innsbruck der Standortnachteil?

Die Konsequenzen sind konkret. “Innsbruck könnte als Produktionsstandort an Attraktivität verlieren”, warnen Wirtschaftsvertreter. Besonders Handwerks- und Technologiebetriebe, die auf stadtnahe Lagen für ihre Mitarbeiter und kurze Kundenwege angewiesen sind, stehen vor einem Dilemma.

Die oft vorgeschlagene “Flucht ins Umland” ist keine einfache Lösung. Auch dort wird Gewerbegrund knapper und teurer. Zudem drohen bei einem Umzug logistische Probleme und der Verlust von Fachkräften.

Innovation als letzter Ausweg?

Alle Hoffnungen richten sich nun auf innovative Konzepte und Nachverdichtung. Die “Standortoffensive Rossau” setzt genau hier an. Als mögliche Lösungen gelten:
* Gestapelte Produktion (mehrgeschossige Gewerbebauten)
* Optimierung von Verkehrs- und Brachflächen (“Brownfield Development”)
* Gewerbehöfe, in denen sich mehrere Betriebe Infrastruktur teilen

Doch bis solche Projekte realisiert sind, wird Zeit vergehen. Analysten rechnen für 2026 nicht mit einer schnellen Entspannung. Für Innsbrucker Unternehmen bleibt die Devise vorerst: schnell sein und bei Preis oder Lage Kompromisse eingehen.

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