Infostealer, Gefahr

Infostealer: Die lautlose Gefahr für digitale Identitäten

22.01.2026 - 18:56:12

Hochprofessionelle Schadsoftware stiehlt Zugangsdaten und Session-Cookies im Verborgenen. Experten warnen vor einem florierenden Schwarzmarkt und KI-gestützten Angriffen.

Eine neue Welle hochprofessioneller Cyberangriffe bedroht Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen. Sicherheitsexperten warnen eindringlich vor der dramatischen Zunahme sogenannter Infostealer. Diese Schadsoftware stiehlt unbemerkt Zugangsdaten und Finanzinformationen – und stellt traditionelle Schutzmaßnahmen vor immense Herausforderungen.

Was sind Infostealer und warum sind sie so gefährlich?

Im Gegensatz zu auffälliger Ransomware arbeiten Infostealer im Verborgenen. Ihre einzige Mission: sensible Daten abgreifen. Dazu zählen gespeicherte Passwörter, Kreditkartendetails, Krypto-Wallet-Schlüssel und vor allem Session-Cookies. Diese digitalen Schlüssel ermöglichen es Angreifern, eine bereits bestehende, authentifizierte Nutzersitzung zu kapern – oft sogar, ohne die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu umgehen. Für die Betroffenen bleibt der Angriff zunächst unsichtbar.

Die Verbreitung erfolgt über klassische Wege: gefälschte E-Mails, manipulierte Software-Downloads oder ausgenutzte Sicherheitslücken. Einmal aktiv, sendet die Malware die gestohlenen Daten an die Server der Kriminellen.

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Viele Unternehmen unterschätzen die Gefahr durch Infostealer: Studien zeigen, dass 73% deutscher Firmen nicht ausreichend gegen Cyberangriffe gerüstet sind. Besonders gefährlich sind KI-gestützte Phishing-Kampagnen und Infostealer, die Session-Cookies und Anmeldedaten stehlen. Ein kostenloser Leitfaden erklärt praxisnahe Schutzmaßnahmen, die sich ohne teure Neueinstellungen umsetzen lassen — von effektiver Awareness bis zu technischen Hürden für Angreifer. Praktische Checklisten helfen, Ihre Mitarbeiter zu sensibilisieren und Sicherheitslücken schnell zu schließen. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Report herunterladen

Der florierende Schwarzmarkt für gestohlene Identitäten

Die eigentliche Gefahr liegt in der Effizienz des kriminellen Ökosystems. Gestohlene Daten landen oft innerhalb weniger Stunden auf Darknet-Marktplätzen. Ein aktueller Bericht von Specops analysierte über sechs Milliarden im Jahr 2025 gestohlene Passwörter. Die Infostealer-Variante „LummaC2“ war dabei eine der produktivsten und für den Diebstahl von über 60 Millionen Anmeldedaten verantwortlich.

Dort werden die Datensätze gehandelt und für automatisierte Folgeangriffe genutzt. Beim sogenannten Credential Stuffing probieren Bots die gestohlenen Login-Daten bei Tausenden Online-Diensten aus. Die Hoffnung der Angreifer: dass Nutzer dasselbe Passwort mehrfach verwenden. Strafverfolgungsbehörden zerschlagen zwar regelmäßig die Plattformen hinter dieser „Malware-as-a-Service“ – doch neue, widerstandsfähigere Varianten tauchen rasch wieder auf.

KI als Brandbeschleuniger der Cyberkriminalität

Die Eskalation fällt in eine Zeit, in der Künstliche Intelligenz die Angriffsvektoren revolutioniert. KI-Tools ermöglichen es, massenhaft personalisierte und täuschend echte Phishing-Kampagnen zu erstellen. Diese Entwicklung senkt die technische Einstiegshürde für Kriminelle erheblich.

Die Risikowahrnehmung in den Führungsetagen hat sich bereits verschoben. Ein Bericht des Weltwirtschaftsforums zeigt: Cyber-Betrug, der oft auf Identitätsdiebstahl basiert, hat Ransomware als größte Sorge für CEOs abgelöst.

Wie können sich Unternehmen und Nutzer schützen?

Experten betonen, dass kein einzelnes Tool ausreicht. Gefordert ist eine kombinierte Strategie aus Technologie und erhöhter Wachsamkeit.

  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) flächendeckend nutzen: Sie bleibt eine entscheidende Hürde, gilt aber nicht mehr als undurchdringlich.
  • Moderne Endpoint-Security: Herkömmliche Virenscanner reichen oft nicht aus. Spezialisierte Lösungen sind notwendig, um die ausgeklügelten Techniken der Infostealer zu erkennen.
  • Absolute Software-Aktualität: Regelmäßige Updates schließen bekannte Sicherheitslücken, über die Malware eindringt.
  • Kritische Wachsamkeit: Die größte Schwachstelle bleibt der Mensch. Sensibilisierung und Schulungen sind zentral, um das Öffnen bösartiger Anhänge oder Links zu verhindern.

Die Prognose ist klar: Infostealer werden auch im weiteren Verlauf des Jahres 2026 eine zentrale Rolle in der Cyber-Bedrohungslandschaft spielen. Die Ära der stillen Datendiebe hat begonnen.

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