Informa plc: Solider Auftritt an der Börse – wie viel Potenzial steckt noch in der Aktie?
05.02.2026 - 02:05:29Die Aktie von Informa plc sorgt derzeit für aufmerksamere Blicke an den Börsen: Das Papier des britischen Informations- und Messekonzerns hat sich in den vergangenen Monaten stabil nach oben gearbeitet und notiert nur wenig unter seinem Jahreshoch. Während der Gesamtmarkt von Zinsunsicherheit und Wachstumssorgen geprägt ist, präsentiert sich der Titel vergleichsweise robust – ein Signal, das bei institutionellen Investoren zunehmend als Ausdruck eines konstruktiven Sentiments gegenüber der Informa-Aktie gewertet wird.
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Zum jüngsten Handelszeitpunkt lag die Informa-Aktie an der London Stock Exchange bei rund 8,70 bis 8,80 britischen Pfund. Daten von Finanzportalen wie Yahoo Finance und Reuters zeigen übereinstimmend, dass sich der Kurs in den letzten fünf Handelstagen überwiegend seitwärts mit leicht positiver Tendenz bewegte. Auf Sicht von drei Monaten steht jedoch ein deutlicher Zuwachs zu Buche; die Aktie hat sich aus einer Konsolidierungsphase nach oben gelöst und notiert klar über den Zwischentiefs des Herbstes.
Der Blick auf die Spannweite der vergangenen zwölf Monate unterstreicht diese Entwicklung: Das 52?Wochen-Tief liegt im Bereich von etwa 6,80 Pfund, das 52?Wochen-Hoch knapp über 9,00 Pfund. Damit handelt das Papier aktuell nahe am oberen Ende dieser Spanne. Charttechnisch bedeutet dies: Der Markt traut Informa nach den Turbulenzen der letzten Jahre – insbesondere den Belastungen des Messe- und Konferenzgeschäfts – wieder nachhaltiges Wachstum zu.
Ein-Jahres-Rückblick: Das Investment-Szenario
Wer vor rund einem Jahr in die Informa-Aktie eingestiegen ist, dürfte heute mehr als zufrieden sein. Nach Daten von Finanzportalen wie London Stock Exchange, Yahoo Finance und anderen lag der Schlusskurs des Titels vor einem Jahr bei rund 7,50 Pfund. Ausgehend von einem aktuellen Kursniveau von etwa 8,75 Pfund ergibt sich damit ein Wertzuwachs von ungefähr 1,25 Pfund je Aktie.
Das entspricht einem Kursplus von rund 16 bis 17 Prozent innerhalb von zwölf Monaten – und das ohne Berücksichtigung der Dividende. Für langfristig orientierte Anleger stellt dies eine respektable Rendite dar, insbesondere vor dem Hintergrund eines volatilen Marktumfelds und weiterhin erhöhten Zinsen. Wer damals eingestiegen ist, freut sich heute über eine zweistellige prozentuale Performance, die deutlich über vielen klassischen Anleiherenditen liegt.
Selbst Anleger, die erst im Verlauf der vergangenen Monate eingestiegen sind, konnten je nach Einstiegszeitpunkt von dem Aufwärtstrend profitieren. Von den Tiefständen der letzten zwölf Monate bei rund 6,80 Pfund aus gerechnet liegt die Performance sogar bei deutlich über 25 Prozent. Diese Entwicklung signalisiert, dass der Markt die strategische Neuausrichtung des Unternehmens und die Rückkehr der Messeaktivitäten weitgehend eingepreist, aber noch nicht vollständig ausgereizt sieht.
Wichtig ist dabei: Der Kursanstieg erfolgte nicht in Form eines spekulativen Kurssprungs, sondern in mehreren Etappen mit Zwischenkonsolidierungen. Das spricht eher für einen tragfähigen Aufwärtstrend als für eine kurzfristige Übertreibung. Für Investoren, die auf Stabilität und planbare Cashflows setzen, ist dies ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Aktuelle Impulse und Nachrichten
In den vergangenen Tagen und Wochen wurde die Informa-Aktie vor allem von zwei Themenkomplexen beeinflusst: einerseits von unternehmensspezifischen Nachrichten rund um die Entwicklung des Messegeschäfts und der Daten- und Informationssparte, andererseits vom allgemeinen Marktumfeld für Dienstleister im Bereich Fachinformationen, Events und Business Intelligence.
Zuletzt bestätigte das Management in mehreren Investorenpräsentationen, dass der Konzern den strukturellen Wandel hin zu einem stärker datengetriebenen Geschäftsmodell vorantreibt. Das Geschäft mit Präsenzveranstaltungen – Messen, Konferenzen und Fachkongressen – hat sich nach der Pandemie weitgehend normalisiert. Gleichzeitig investiert Informa in digitale Plattformen und abonnementbasierte Informationsdienste, um die Abhängigkeit von zyklischen Veranstaltungserlösen zu verringern. Diese Dualstrategie wird von Marktbeobachtern positiv aufgenommen, weil sie die Schwankungsanfälligkeit des Geschäfts reduziert und die Margen langfristig stützen kann.
Anfang der Woche standen außerdem Meldungen über Portfolioanpassungen im Fokus. Informa hat in den vergangenen Quartalen wiederholt nicht zum Kerngeschäft passende Vermögenswerte veräußert und das Portfolio gestrafft. Vor wenigen Tagen bekräftigte der Konzern, dass der Fokus weiterhin auf wachstumsstarken Segmenten wie Fachinformationen für Life Sciences, Finanzdienstleistungen und Technologiebranchen liegen soll. Solche Fokussierungsmaßnahmen werden an der Börse häufig als wertsteigernd interpretiert, weil sie Kapital freisetzen und die Strategie klarer konturieren.
Marktseitig spielte zudem die Diskussion um die Zinsentwicklung in den USA und Europa eine Rolle. Unternehmen mit stabilen, wiederkehrenden Erlösen wie Informa werden von Anlegern zunehmend als defensive Wachstumswerte wahrgenommen. In Phasen, in denen die Hoffnung auf sinkende Leitzinsen wächst, rücken solche Titel verstärkt in den Fokus, weil ein niedrigerer Diskontierungssatz zukünftiger Cashflows tendenziell höhere faire Bewertungen rechtfertigt.
Auffällig ist, dass trotz der Nähe zum 52?Wochen-Hoch bislang keine ausgeprägte Gewinnmitnahmewelle eingesetzt hat. Das deutet darauf hin, dass ein Großteil der Investoren dem Papier weiterhin Vertrauen schenkt und eher auf eine Fortsetzung des Trends als auf eine kurzfristige Korrektur setzt. Technische Indikatoren wie gleitende Durchschnitte zeigen, dass die Aktie oberhalb wichtiger Unterstützungszonen notiert; ein Bruch dieser Marken könnte allerdings rasch zu erhöhtem Verkaufsdruck führen.
Das Urteil der Analysten & Kursziele
Die Einschätzung der Analysten zu Informa fällt aktuell überwiegend positiv aus. In den vergangenen Wochen haben mehrere große Häuser ihre Bewertungen und Kursziele aktualisiert. Nach Daten von Anbieterseiten wie Bloomberg, Reuters und Yahoo Finance dominiert ein Votum im Bereich „Kaufen“ beziehungsweise „Übergewichten“. Die Anzahl der reinen Verkaufsempfehlungen ist gering, die Mehrzahl der Analysten rät mindestens zum Halten – mit Tendenz zu einer positiven Sicht.
So bestätigte beispielsweise JPMorgan seine Einstufung „Overweight“ für Informa und sieht das Kursziel im Bereich von rund 9,50 bis 10,00 Pfund. Die US-Bank verweist unter anderem auf die robuste Erholung des Messegeschäfts, die starke Position des Unternehmens in wachstumsstarken Nischen sowie auf Effizienzsteigerungen im Konzern. Goldman Sachs zeigt sich ebenfalls zuversichtlich und stuft die Aktie mit „Buy“ ein, bei einem Kursziel, das leicht über dem gegenwärtigen Kursniveau liegt. Beide Häuser betonen, dass Informa von strukturellen Trends wie der wachsenden Bedeutung datengetriebener B2B-Kommunikation und spezialisierter Fachinformationen profitieren dürfte.
Auch europäische Institute, darunter die Deutsche Bank und Barclays, haben sich zuletzt positiv geäußert. Sie heben besonders die solide Bilanzstruktur, den starken Free Cashflow und die verlässliche Dividendenpolitik hervor. In der Konsensbetrachtung liegt das durchschnittliche Analystenziel – je nach Quelle – moderat über dem aktuellen Kurs, was ein überschaubares, aber noch vorhandenes Aufwärtspotenzial signalisiert. Aus Investorensicht deutet dies darauf hin, dass Informa derzeit eher als Qualitätswert mit begrenztem Abwärtsrisiko denn als spekulativer Highflyer wahrgenommen wird.
Gleichzeitig mahnen einige Analysten zur Vorsicht mit Blick auf die Bewertung: Nach dem Kursanstieg der vergangenen Monate bewegt sich das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA im historischen Vergleich eher im oberen Bereich. Sollte das Wachstum im Messegeschäft oder in den Informationsdiensten hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnten Bewertungsmultiplikatoren unter Druck geraten. Kritisch hinterfragt werden insbesondere die Annahmen zum langfristigen Margenpotenzial der digitalen Informationsplattformen und der Geschwindigkeit, mit der Informa seine Portfoliotransformation umsetzt.
In Summe entsteht ein differenziertes Bild: Die Wall Street – im weiteren Sinne auch die City of London – erkennt das Potenzial und die Stabilität von Informa an, sieht aber gleichzeitig begrenzten Spielraum für Enttäuschungen. Anleger sollten daher nicht nur auf das positive Konsensrating schauen, sondern auch die zugrunde liegenden Annahmen zu Wachstum, Margen und Kapitalallokation im Blick behalten.
Ausblick und Strategie
Für die kommenden Monate steht Informa vor mehreren strategischen Weichenstellungen, die über die weitere Kursentwicklung mitentscheiden dürften. Im Zentrum steht dabei der Dreiklang aus Wachstum im Messegeschäft, Ausbau des datengetriebenen Informationssegments und disziplinierter Kapitalverwendung. Die Rückkehr großer Präsenzveranstaltungen auf das Vor-Pandemie-Niveau bietet weiterhin Rückenwind: Viele Branchenmessen und Fachkongresse verzeichnen wieder steigende Besucher- und Ausstellerzahlen, was sich positiv auf Umsätze und Margen auswirkt.
Gleichzeitig ist klar, dass das reine Veranstaltungsgeschäft zyklischen Risiken unterliegt – von konjunkturellen Abschwüngen bis hin zu geopolitischen Spannungen, die internationale Reisetätigkeit beeinflussen können. Informa versucht, diesen Risiken durch eine stärkere Verzahnung von physischen Events mit digitalen Community- und Datenangeboten zu begegnen. Ziel ist es, Kundenbeziehungen über das ganze Jahr hinweg zu monetarisieren, anstatt nur rund um einzelne Veranstaltungstermine. Gelingt dieser Übergang zu einem integrierten Plattformmodell, könnten sich wiederkehrende, planbare Erlösströme signifikant erhöhen.
Für Investoren ist der weitere Ausbau der Informations- und Datenplattformen ein entscheidender Faktor. In Bereichen wie Life Sciences, Finanzen, Technologie und akademische Fachinformationen verfügt Informa über etablierte Marken und Datenbanken. Der Konzern investiert in die Veredelung dieser Daten mittels Analysewerkzeugen, KI-basierter Auswertung und maßgeschneiderten Abonnementmodellen. Diese Segmente weisen in der Regel höhere Margen auf als das klassische Messegeschäft und sind weniger konjunkturabhängig. Eine erfolgreiche Skalierung dieser Aktivitäten könnte die Profitabilität des Konzerns insgesamt anheben und somit auch höhere Bewertungsmultiplikatoren rechtfertigen.
Auf der Kapitalseite bleibt die Dividendenpolitik ein zentrales Argument für viele institutionelle Anleger. Informa hat in den vergangenen Jahren eine verlässliche Ausschüttungspolitik verfolgt und kehrte nach der pandemiebedingten Pause wieder zu regelmäßigen Dividendenzahlungen zurück. Angesichts des soliden Free Cashflows besteht Spielraum, die Dividende schrittweise zu erhöhen oder ergänzend Aktienrückkäufe durchzuführen, ohne die Bilanz zu überlasten. Eine klare Kommunikation der Kapitalallokationsprioritäten – etwa der Balance zwischen Wachstumsinvestitionen, Schuldenabbau und Ausschüttungen – wird entscheidend dafür sein, wie der Markt die Aktie bewertet.
Risiken bleiben jedoch: Eine unerwartet starke konjunkturelle Abkühlung in wichtigen Märkten wie Europa, den USA oder Asien könnte die Nachfrage nach Messeflächen und Sponsoringpaketen dämpfen. Hinzu kommen Währungsrisiken, da Informa weltweit aktiv ist und in verschiedenen Währungen Erträge erzielt. Auch die Konkurrenz im Informations- und Datenbereich ist intensiv; globale Player wie RELX oder Clarivate kämpfen um Marktanteile in attraktiven Nischen. Informa muss daher kontinuierlich in Produkte, Technologie und Kundenbindung investieren, um seine Position zu behaupten.
Aus strategischer Sicht spricht viel dafür, dass der Konzern an seiner Kombination aus organischem Wachstum und selektiven Akquisitionen festhält. Kleinere Zukäufe in spezialisierten Informationsnischen könnten das Portfolio ergänzen und Synergien mit bestehenden Plattformen heben. Gleichzeitig dürfte das Management darauf achten, keine überteuerten Transaktionen einzugehen, um die Kapitaldisziplin zu wahren – ein Punkt, den Investoren und Analysten genau beobachten.
Für Anleger, die über ein Engagement in der Informa-Aktie nachdenken, ergibt sich damit ein klares Bild: Der Titel bietet eine Mischung aus defensiven und wachstumsorientierten Elementen. Die Nähe zum 52?Wochen-Hoch zeigt, dass bereits ein Teil der positiven Erwartungen im Kurs steckt. Dennoch sehen viele Analysten weiteres Potenzial, sofern der Konzern seine strategischen Ziele konsequent umsetzt und das makroökonomische Umfeld nicht deutlich eintrübt. Wer investiert, setzt damit auf die fortschreitende Professionalisierung und Digitalisierung von Fachinformationen und B2B-Kommunikation – Märkte, die auch in einem unsicheren Umfeld strukturell wachsen dürften.
Im Ergebnis lässt sich sagen: Informa hat sich an der Börse zurückgemeldet und aus Sicht vieler Marktbeobachter die schwierigsten Jahre hinter sich gelassen. Ob aus dem soliden Aufwärtstrend der vergangenen Monate ein nachhaltiger, mehrjähriger Wachstumszyklus wird, hängt nun vor allem davon ab, wie erfolgreich der Konzern seine Hybridstrategie aus Messen und Datenplattformen in profitable, wiederkehrende Erlöse übersetzt. Für gut informierte Investoren bleibt die Informa-Aktie damit ein spannender Beobachtungskandidat – und für mutige Langfristanleger möglicherweise ein Baustein in einem breit diversifizierten Qualitätsportfolio.


