Influencer-Marketing, Verbote

Influencer-Marketing 2026: Neue Verbote und strengere Regeln

07.01.2026 - 22:14:12

Verschärfte Offenlegungspflichten für Werbung und KI-Inhalte sowie eine geteilte Haftung für Marken prägen das Influencer-Marketing ab 2026. Neue Gesetze in Großbritannien und den USA erhöhen den regulatorischen Druck.

Die Ära der Selbstregulierung ist vorbei: Ab sofort gelten für Influencer und Marken verschärfte Offenlegungspflichten und geteilte Haftung. Auslöser sind ein neues Werbeverbot in Großbritannien und sinkendes Verbrauchervertrauen.

Seit Montag gilt im Vereinigten Königreich ein striktes Verbot für bezahlte Online-Werbung für ungesunde Lebensmittel. Die Regelung betrifft Produkte mit hohem Gehalt an Fett, Salz oder Zucker (HFSS). Bezahlte Promotion in sozialen Medien ist damit tabu.

Rechtsexperten weisen auf eine Grauzone hin: Organische Posts von Privatpersonen bleiben erlaubt. Sobald ein Beitrag jedoch bezahlt geschaltet wird oder Teil eines Werbevertrags ist, verstößt er gegen das neue Gesetz. Für Marketingabteilungen bedeutet das eine komplette Überprüfung ihrer Verträge mit Creatorn.

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KI-Offenlegung: Virtuelle Influencer müssen sich outen

Parallel verschärft sich die Lage bei künstlicher Intelligenz. Seit Anfang 2026 gelten in vielen Märkten verbindliche Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte. Virtuelle Influencer und synthetische Werbefiguren müssen ihre nicht-menschliche Herkunft jetzt klar offenlegen.

„Das Verstecken hinter einem ‚Mehr‘-Tab reicht nicht mehr aus“, betonen Compliance-Experten. Die Aufsichtsbehörden fordern eine sofort erkennbare Kennzeichnung. Diese Entwicklung trifft den wachsenden Markt der digitalen Influencer, die teils Millionen Follower haben.

Geteilte Haftung: Marken haften mit

Die wohl einschneidendste Neuerung ist das Prinzip der geteilten Haftung. Brands können das Compliance-Risiko nicht mehr einfach an ihre Influencer-Partner outsourcen. Laut neuen Richtlinien haften Unternehmen direkt, wenn ein Creator eine Kooperation nicht korrekt kennzeichnet.

Ein Vertragsklausel reicht als Schutz nicht mehr aus. Firmen müssen nun „aktive Aufsicht“ über ihre Kampagnen nachweisen und Posts nach der Veröffentlichung überwachen. Marketing-Agenturen reagieren bereits mit Echtzeit-Monitoring-Tools, die automatisch auf fehlende „Werbung“- oder „KI-generiert“-Hinweise prüfen.

Vertrauenskrise: Verbraucher sind skeptischer denn je

Die regulatorische Verschärfung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Eine aktuelle Studie von Adobe Express zeigt ein dramatisch sinkendes Verbrauchervertrauen. Rund 44 Prozent der Befragten misstrauen Influencer-Inhalten, wenn sie als „gefälscht“ oder gestellt wahrgenommen werden.

Über ein Drittel würde die Verbindung abbrechen, wenn Empfehlungen rein gewinnorientiert wirken. Die neuen Transparenz-Regeln könnten der Branche also langfristig helfen – indem sie verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen.

Was kommt als Nächstes?

Der regulatorische Druck wird weiter zunehmen. Ab dem 9. Juni 2026 tritt in New York ein Gesetz in Kraft, das die Offenlegung synthetischer Darsteller in der Werbung vorschreibt. Diese Regelung könnte zum Vorbild für US-Bundesgesetze werden.

Auch die Europäische Union arbeitet an einem Digital Fairness Act, der im letzten Quartal 2026 vorgestellt werden soll. Das Gesetz zielt darauf ab, „verstecktes Marketing“ zu bekämpfen und die Compliance-Standards innerhalb der EU zu vereinheitlichen. Die Botschaft für das restliche Jahr ist klar: Transparenz ist nicht verhandelbar – und die Kosten für Regelverstöße steigen stetig.

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