Industriestrompreis, Entlastung

Industriestrompreis startet – Entlastung für 2000 Konzerne

16.01.2026 - 06:18:12

Die Bundesregierung deckelt die Stromkosten für energieintensive Unternehmen auf fünf Cent pro Kilowattstunde. Das auf drei Jahre befristete Modell stößt auf geteiltes Echo in Wirtschaft und Forschung.

Der neue Industriestrompreis der Bundesregierung ist in Kraft. Er deckelt die Energiekosten für rund 2000 energieintensive Unternehmen auf fünf Cent pro Kilowattstunde. Die umstrittene Subvention soll Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit sichern – doch die Kritik ist laut.

Finanziert aus dem Klima- und Transformationsfonds, gilt das Modell zunächst für drei Jahre. Es ist die Antwort der Koalition auf die im EU-Vergleich hohen Stromkosten. Die Regierung sieht darin eine Brücke, bis der Ausbau erneuerbarer Energien die Preise für alle senkt.

Wer bekommt das günstige Stromkontingent?

Das Paket zielt auf Schlüsselbranchen wie Stahl, Chemie oder Glas. Begünstigt werden Betriebe, die im internationalen Wettbewerb besonders unter den hohen Energiekosten leiden. Die Förderung ist an strikte Bedingungen geknüpft:
* Die Subvention deckt maximal die Hälfte des Jahresverbrauchs.
* Unternehmen müssen einen Großteil der Entlastung in Dekarbonisierung und Energieeffizienz reinvestieren.
* Die Auszahlung erfolgt rückwirkend im Jahr nach dem Verbrauch.

Die Bürokratie für diese Nachweise gilt bereits jetzt als hohe Hürde. Einige berechtigte Firmen überlegen, den Antrag gar nicht zu stellen.

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Geteilte Meinungen: Planungssicherheit vs. Bürokratie

Industrieverbände wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) begrüßen den Schritt. Ein wettbewerbsfähiger Strompreis sei entscheidend, um Produktion und Jobs in Deutschland zu halten.

Doch aus der Wirtschaft selbst kommen Zweifel. Die kurze Befristung auf drei Jahre biete keine langfristige Sicherheit. Mittelstand und Handwerk kritisieren, das Programm sei vor allem auf große Konzerne zugeschnitten. Bleiben kleinere Betriebe außen vor?

Experten warnen vor teuren Nebenwirkungen

Wirtschaftsforschungsinstitute wie das DIW und IW stehen der Subvention skeptisch gegenüber. Sie fürchten falsche Anreize: Warum Energie sparen, wenn der Preis gedeckelt ist? Zudem binde das Modell Milliarden, die beim dringenden Netzausbau fehlen könnten.

Auch die Energiewirtschaft läuft Sturm. Sie warnt, die Finanzierung bremse Investitionen in erneuerbare Energien und Netze aus. Das würde langfristig auch der Industrie schaden. Parallel plant die Regierung bereits den Bau neuer Gaskraftwerke, um die Versorgung zu sichern.

Drei Jahre Zeit für die große Wende

Der Industriestrompreis ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Sein Erfolg misst sich daran, ob der Ökostrom-Ausbau in den nächsten drei Jahren so stark Fahrt aufnimmt, dass die Preise dauerhaft sinken.

Das Strompreispaket enthält weitere Bausteine: Die Stromsteuer sinkt auf EU-Mindestniveau und die Entlastung von den CO₂-Kosten wird ausgeweitet. Ob dieses Maßnahmenbündel reicht, um den Industriestandort Deutschland zu halten, wird sich bald zeigen. Die Uhr tickt.

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