Industriestrompreis: Rettungsanker für Deutschlands Industrie ab 2026
17.01.2026 - 08:47:12Die Bundesregierung führt zum Jahresbeginn einen subventionierten Industriestrompreis ein. Er soll energieintensive Unternehmen vor Abwanderung bewahren. Die milliardenschwere Brückenlösung ist auf drei Jahre befristet und an Klimainvestitionen geknüpft.
Gefördert werden Branchen wie Chemie, Stahl oder Aluminium. Sie zahlen dann nur noch rund 5 Cent pro Kilowattstunde statt teils über 15 Cent. Finanziert wird die Maßnahme aus dem Klima- und Transformationsfonds, die EU-Kommission hat bereits grünes Licht gegeben.
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Warum der Preis so dringend nötig ist
Der internationale Wettbewerbsdruck ist immens. In den USA oder China liegen die Industriestrompreise oft zwischen 6 und 9 Cent. Dieser massive Kostennachteil hat Folgen: Rund ein Drittel der betroffenen Unternehmen denkt über eine Verlagerung der Produktion ins Ausland nach oder plant sie bereits.
Der subventionierte Preis soll nun Zeit kaufen. Zeit für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Transformation der Industrie. Doch die Hilfe kommt nicht ohne Auflagen.
Die Bedingungen der Milliardenhilfe
Die begünstigten Konzerne müssen einen Teil der Entlastung in Dekarbonisierung und klimafreundliche Technologien investieren. Zudem gilt der vergünstigte Tarif voraussichtlich nur für einen Teil ihres Gesamtstromverbrauchs.
Kritiker sehen genau hier ein Problem. Bevorteilt die Subvention nicht vor allem Großkonzerne? Und nimmt sie den Betrieben den Anreiz, Energie zu sparen? Einige Ökonomen fordern stattdessen eine breite Entlastung durch Senkung von Netzentgelten und staatlichen Abgaben.
Die große Frage: Was kommt nach 2028?
Der Industriestrompreis ist nur ein Teil der Antwort. Wirtschaftsverbände wie der BDI fordern seit langem eine umfassende Industriestrategie. Sie soll den Standort Deutschland bis 2035 zukunftssicher machen.
Die Handlungsfelder sind klar:
* Energie: Bezahlbare und sichere Versorgung gewährleisten
* Bürokratie: Planungs- und Genehmigungsverfahren radikal beschleunigen
* Innovation: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz vorantreiben
* Fachkräfte: Dem Fachkräftemangel entgegenwirken
Andere Länder sind hier schon weiter. Österreich hat kürzlich eine detaillierte “Industriestrategie 2035” mit klaren Budgets vorgelegt. Der Druck, nicht den Anschluss zu verlieren, wächst.
Langfristig wird Deutschland nicht von Subventionen leben können. Der Erfolg hängt davon ab, ob die erkaufte Zeit genutzt wird. Gelingt der massive Ausbau von Wind- und Solarenergie? Werden die Weichen für Innovation richtig gestellt? Die kommenden Jahre geben die Antwort.
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