Indonesien, Gefahr

Indonesien warnt vor KI als Gefahr für den Journalismus

31.01.2026 - 15:15:12

Indonesien entwickelt umfassende KI-Regeln, um den wirtschaftlichen Niedergang der Medien durch KI-Gatekeeper und das Zero-Click-Phänomen zu stoppen.

Die indonesische Regierung schlägt Alarm: Künstliche Intelligenz untergräbt die wirtschaftliche Basis der Medien und bedroht die Informationsqualität. Das Land arbeitet nun an einem der weltweit ersten umfassenden KI-Regulierungswerke.

KI als Nachrichten-Gatekeeper verdrängt Redaktionen

Ein zentrales Problem sieht die Regierung in Jakarta darin, dass Algorithmen von Suchmaschinen und sozialen Medien zunehmend die Rolle von Gatekeepern übernehmen. „Die Nachrichtenverbreitung wird nicht mehr vollständig von Redakteuren und Verlegern kontrolliert, sondern von KI-Systemen diktiert“, erklärte der stellvertretende Kommunikationsminister Nezar Patria auf einem Journalistenkongress. Diese Systeme priorisierten Geschwindigkeit und Nutzerbindung über journalistische Prinzipien wie Verifikation und Genauigkeit.

Dies führe zum „Zero-Click-Phänomen“: KI generiere Zusammenfassungen direkt auf den Plattformen, sodass Nutzer die Originalquellen gar nicht mehr besuchen. Der digitale Traffic für Medien sei dadurch um über 40 Prozent eingebrochen. Die Folge: Redaktionen verlieren lebenswichtige Einnahmen, während das Risiko von Desinformation steigt.

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Existenzkampf: Medien verlieren Einnahmen an Tech-Konzerne

Die wirtschaftliche Bedrohung ist massiv. Digitale Plattformen dominieren nicht nur das Werbegeschäft, sie nutzen auch journalistische Inhalte zum Training ihrer KI-Modelle – oft ohne angemessene Vergütung. „Wenn Nachrichten ihren wirtschaftlichen Wert verlieren, weil ihre Inhalte kostenlos von KI verwertet werden, bröckelt das Fundament des professionellen Journalismus“, so die offizielle Warnung.

Umfragen zeigen, dass indonesische Journalisten in ganz Südostasien die größte Angst haben, durch KI ersetzt zu werden. Der nationale Presserat fordert daher, journalistische Arbeit als eigene Kategorie im Urheberrecht zu schützen.

Regierung arbeitet an nationaler KI-Roadmap

Als Reaktion darauf hat die Regierung die Entwicklung eines KI-Regulierungsrahmens zur Priorität für 2026 erklärt. Kernstück ist eine Nationale KI-Roadmap, die ethische Leitlinien setzen soll. Ein erster Schritt: eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte.

Diese Pläne bauen auf bestehenden Regelungen wie der Präsidialverordnung Nr. 32 von 2024 auf, die „Verlegerrechte“ festschrieb. Kommunikationsministerin Meutya V. Hafid betonte das Ziel, eine ausgewogenere Beziehung zwischen Tech-Plattformen und Medien zu schaffen.

Breite Debatte über gesellschaftliche KI-Folgen

Die Medienkrise ist Teil einer größeren nationalen Debatte. Bereits 2025 veröffentlichte der Presserat Richtlinien, die KI lediglich als Werkzeug unter menschlicher Kontrolle zulassen. Auch der Religionsminister warnte vor KI als „zweischneidigem Schwert“, das ohne ethische Leitplanken zur Entmenschlichung führen könne.

Die Herausforderung für Indonesien – und viele andere Staaten – liegt nun darin, Politik zu gestalten, die die Risiken der KI begrenzt, ohne ihr Innovationspotenzial zu ersticken. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Spagat zwischen Regulierung und Technologieförderung gelingt.

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