Indiens Milliarden-Offensive für eigene Chip-Produktion
02.02.2026 - 06:00:12Indien verdoppelt seine Finanzkraft und will mit einer neuen Halbleiter-Mission zum globalen Schlüsselspieler aufsteigen. Die Regierung in Neu-Delhi stellt dafür umgerechnet fast 50 Milliarden Euro bereit.
Der strategische Schwenk wurde mit dem Haushalt für 2026/27 besiegelt. Kernstück ist die India Semiconductor Mission (ISM) 2.0. Sie zielt nicht mehr nur auf die Endmontage von Elektronik, sondern auf eine komplette, heimische Wertschöpfungskette – von der Chip-Design-Software über die Produktionsmaschinen bis zu den Rohmaterialien. Finanzministerin Nirmala Sitharaman sprach von einem „fundamentalen Wandel“.
Die erste Phase der Mission lockte erfolgreich Investoren für Test- und Verpackungsfabriken an. Jetzt geht es um die hohe Wertschöpfung. „Wir müssen uns in die Tiefe der Technologie vorarbeiten“, so die Botschaft aus Neu-Delhi. Das Land will unabhängiger von globalen Lieferketten werden und hochqualifizierte Jobs schaffen.
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Ein Schlüsselbereich ist die Entwicklung eigener Chip-Designs (IP). Damit will Indien den Sprung vom Auftragsfertiger zum Innovationsführer schaffen. Gleichzeitig wird der Fokus auf künstliche Intelligenz und deren Hardware-Grundlagen gelegt.
Finanzspritze in Milliardenhöhe
Das ambitionierte Vorhaben wird mit gewaltigen Summen unterfüttert. Das Budget für das Electronics Components Manufacturing Scheme (ECMS) wird nahezu verdoppelt – auf umgerechnet rund 4,4 Milliarden Euro. Das Programm zur Förderung von Halbleitern und Displays erhält mit umgerechnet 880 Millionen Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahr.
Für die ISM 2.0 selbst sind im ersten Jahr umgerechnet 110 Millionen Euro eingeplant. Die Botschaft an Investoren ist klar: Der Staat bietet langfristige Planungssicherheit und will die Risiken für den Aufbau einer Hochtechnologie-Industrie mindern.
Wettlauf um Talente und Technologie
Geld allein reicht nicht. Die Mission setzt stark auf die Ausbildung eines hochqualifizierten Fachkräfte-Nachwuchses. Industriegeführte Forschungs- und Trainingszentren sollen entstehen. Die Regierung will so die Lücke zwischen Hochschulausbildung und den spezifischen Anforderungen der Chip-Industrie schließen.
„Unser demografischer Vorteil muss zum Technologie-Vorteil werden“, lautet die Devise. Nur mit eigenen Ingenieuren und Technikern kann das Land die anspruchsvollen Prozesse in Design und Fabrikation meistern.
Globale Konkurrenz und deutsche Perspektive
Der Vorstoß Indiens fällt in eine Zeit, in der Nationen weltweit ihre technologische Souveränität stärken – von den USA mit ihrem CHIPS Act bis zu ehrgeizigen Plänen in der EU. Für deutsche Technologiekonzerne wie SAP oder Infineon könnte Indien damit langfristig vom IT-Dienstleister zum gleichwertigen Partner in der Hardware-Entwicklung werden.
Marktbeobachter reagierten positiv. Aktien führender indischer Elektronikhersteller legten nach der Haushaltsrede um bis zu sechs Prozent zu. Die Börse signalisiert: Dieser Plan hat das Zeug, die Profitabilität und globale Bedeutung des indischen Technologiesektors nachhaltig zu verändern. Die Produktion in den ersten Fabriken der Vorgänger-Mission soll noch in diesem Jahr anlaufen.
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