Indien verschärft IT-Gesetz gegen Deepfakes und KI-Inhalte
13.02.2026 - 14:01:12Indien stellt digitale Plattformen mit neuen Regeln gegen synthetische Medien in die Pflicht. Die Verschärfung des IT-Gesetzes setzt auf Kennzeichnungspflicht und extrem kurze Löschfristen.
NEW DELHI — Die indische Regierung hat die Spielregeln für das Internet deutlich verschärft. Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) hat am Mittwoch, den 11. Februar 2026, eine umfassende Änderung der IT-Regeln in Kraft gesetzt. Der Kern der Novelle: ein harter Kurs gegen Deepfakes und KI-generierte Inhalte. Plattformen wie Meta oder X müssen diese künftig klar kennzeichnen – andernfalls droht der Verlust ihres rechtlichen Schutzschildes.
Pflicht zur Kennzeichnung von KI-Inhalten
Die zentrale Neuerung betrifft „Synthetisch Generierte Informationen“ (SGI). Jeder Inhalt, der mit KI-Tools erstellt oder verändert wurde, muss laut den neuen Vorschriften mit sichtbaren Markierungen und unveränderlicher Metadaten-Kennzeichnung versehen sein. Diese Pflicht gilt insbesondere für große soziale Netzwerke mit hohen Nutzerzahlen.
Ziel ist es, authentische Beiträge von manipulierten Medien zu unterscheiden. Damit reagiert die Regierung auf die wachsende Flut von Desinformation und digitaler Identitätsfälschung. Die Konsequenz für Plattformen, die diese Transparenzvorgaben missachten, ist drastisch: Sie verlieren ihren „Safe Harbor“-Status. Dieser schützt Intermediäre normalerweise vor Haftung für Inhalte Dritter.
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Drei-Stunden-Frist für schädliches Material
Noch härter sind die neuen Löschfristen. Für besonders sensible Inhalte gilt jetzt eine Drei-Stunden-Frist. Konkret müssen Plattformen Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern (CSAM) und nicht einvernehmlich verbreitete intime Aufnahmen (NCII) innerhalb von drei Stunden nach einer Beschwerde entfernen.
Auch der Beschwerdemechanismus für Nutzer wird beschleunigt. Die Bearbeitungszeit für Nutzerbeschwerden wurde von 15 auf sieben Tage halbiert. Diese Änderungen zwingen Tech-Konzerne, ihre Content-Moderation massiv auszubauen und stärker in automatisierte Erkennungssysteme zu investieren.
Globale Trendwende und Folgen für die Industrie
Die indischen Regeln spiegeln einen globalen Trend wider. Ähnlich wie die EU mit ihrem KI-Gesetz setzt auch Indien auf Transparenz und „vertrauenswürdige KI“. Die Änderungen sind der jüngste Schritt zur Modernisierung des Information Technology Act von 2000 – eines Gesetzes aus der Zeit des Dial-up-Internets.
Für die Tech-Industrie bedeutet dies erheblichen Anpassungsdruck. Die Beweislast verschiebt sich: Plattformen müssen proaktiv KI-Inhalte erkennen, statt sich auf Meldungen von Nutzern zu verlassen. Während große Konzerne die Compliance-Kosten wohl schultern können, könnten kleinere Plattformen und Start-ups an den technischen Hürden scheitern.
Die neuen Regeln treten sofort in Kraft, mit einer kurzen Schonfrist für die technische Umsetzung. Wie scharf das Schwert der neuen Vorschriften in der Praxis sein wird, muss sich erst zeigen. Es wird zum Prüfstein für Indiens Balanceakt: Wie reguliert man disruptive Technologien, ohne Innovation im Keim zu ersticken?
@ boerse-global.de
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