Indien, SIM-Bindung

Indien führt strenge SIM-Bindung für WhatsApp & Co. ein

02.02.2026 - 20:24:12

Indien führt eine dauerhafte SIM-Bindung für Messenger ein, um Betrug zu bekämpfen. Die Maßnahme erhöht die Sicherheit, schränkt aber die Nutzerfreundlichkeit ein und wirft Datenschutzfragen auf.

Indien schreibt eine permanente Verknüpfung von Messenger-Konten mit der ursprünglichen SIM-Karte vor. Ab Februar 2026 müssen Plattformen wie WhatsApp, Telegram und Signal diese neue Sicherheitsregel umsetzen. Ziel ist es, Cyberkriminalität und Betrug einzudämmen, doch die Maßnahme hat erhebliche Auswirkungen auf die Nutzer.

Die Vorschrift des indischen Telekommunikationsministeriums (DoT) beendet eine lange bestehende Praxis. Bisher reichte eine einmalige Verifizierung per SMS-Code zur Einrichtung. Danach funktionierten die Apps auch ohne die ursprüngliche SIM-Karte über WLAN. Künftig müssen die Dienste kontinuierlich prüfen, ob die registrierte SIM aktiv im Gerät ist. Fehlt sie oder ist sie deaktiviert, wird der Messenger unbrauchbar.

Kampf gegen anonyme Betrugsaccounts

Hinter der drastischen Maßnahme steht eine massive Welle von Online-Betrug. Kriminelle nutzten bisher oft anonyme oder temporäre Nummern, um Konten für Betrugsmasche und Desinformation zu erstellen. Diese waren kaum zurückzuverfolgen, besonders wenn sie aus dem Ausland mit indischen Nummern betrieben wurden. Die neue SIM-Bindung soll jede Kommunikation direkt einer verifizierten Identität zuordnen.

„Diese Lücke wurde besonders von Betrügern genutzt“, so die offizielle Begründung. Die Regelung gilt auch für die Web- und Desktop-Versionen der Dienste. WhatsApp Web und Telegram Desktop werden Nutzer nun alle sechs Stunden automatisch abmelden. Eine erneute Anmeldung erfordert das Scannen eines QR-Codes vom primären Handy – und damit den erneuten Nachweis der physisch vorhandenen SIM.

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Mehr Sicherheit, weniger Komfort für Nutzer

Für die über 500 Millionen Messenger-Nutzer in Indien bringt die Reform Vor- und Nachteile. Die Sicherheit vor Betrug und Fake-Accounts könnte steigen. Doch der Komfort nimmt spürbar ab. Wer häufig SIM-Karten wechselt, auf Reisen eine lokale Karte nutzt oder Messenger auf Tablets ohne SIM-Slot verwendet, wird Probleme bekommen.

Die größte Kritik kommt von Datenschützern. Die dauerhafte Verknüpfung von Identität und Kommunikation erleichtere die Überwachung und schaffe ein gläsernes Nutzerprofil. Sie fordern robuste Schutzmaßnahmen, um einen Missbrauch der Daten durch Behörden zu verhindern. Es gehe um die Balance zwischen Sicherheit und dem Recht auf Privatsphäre.

Paradigmenwechsel für digitale Kommunikation

Die SIM-Bindung markiert einen Wendepunkt in Indiens Digitalpolitik. Sie beendet die Ära der relativen Anonymität bei Messengerdiensten und orientiert sich an Sicherheitsstandards des Finanzsektors. Die technische Umsetzung durch die globalen Plattformen wird aufwändig. Bestandskunden müssen sich möglicherweise neu verifizieren.

Die Regelung zeigt, wie Staaten weltweit versuchen, die Kontrolle über digitale Räume zurückzugewinnen. Ob sie Betrug wirksam bekämpft, ohne legitime Nutzung einzuschränken, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Für Indiens digitale Zukunft ist dieser Schritt in jedem Fall richtungsweisend.

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