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Immobilienwirtschaft: Welle von Insolvenzen treibt Nachfrage nach Rechtsexperten

23.01.2026 - 04:00:12

Die deutsche Immobilienbranche steckt in einer tiefen Krise. Gestiegene Zinsen, hohe Baukosten und eine veränderte Nachfrage führen zu einer historischen Welle von Firmenpleiten. Die Folge: Ein drängender Bedarf an spezialisierten Juristen für Insolvenz- und Sanierungsrecht.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Im Jahr 2025 mussten in Deutschland 23.900 Unternehmen Insolvenz anmelden – ein Anstieg von 8,3 Prozent zum Vorjahr und der höchste Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Zwar scheint sich die Lage im klassischen Baugewerbe leicht zu stabilisieren, doch jetzt geraten nachgelagerte Gewerke und Bestandshalter stärker unter Druck.

Für Projektentwickler, Investoren und Banken wird insolvenzrechtliches Know-how damit zum entscheidenden Faktor, um Risiken zu minimieren und Sanierungschancen frühzeitig zu erkennen.

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Drei Treiber der Krise

Warum steuert die Branche auf diesen Tiefpunkt zu? Experten sehen ein fatales Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Gestiegene Zinsen: Sie verteuern die Finanzierung neuer Projekte massiv und dämpfen die Kaufnachfrage.
  • Explodierende Kosten: Hohe Material- und Lohnkosten fressen die Margen der Unternehmen, besonders im Ausbaugewerbe.
  • Gebremste Nachfrage: Die Kauflaune bei Wohn- und Gewerbeimmobilien hat deutlich nachgelassen.

Die Folgen sind bereits sichtbar. Namhafte Projektentwickler mussten in den vergangenen Monaten Insolvenz anmelden. Viele wirtschaftlich schwächere Firmen sind bereits vom Markt verschwunden – eine umfassende Marktbereinigung ist im Gange.

Sanieren statt pleitegehen: Das StaRUG als Rettungsanker

In dieser angespannten Lage gewinnen präventive Instrumente an Bedeutung. Eine zentrale Rolle spielt das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG).

Dieses Gesetz ermöglicht es Unternehmen, sich schon bei drohender Zahlungsunfähigkeit zu sanieren – und das ohne ein formelles Insolvenzverfahren. Selbst gegen den Willen einzelner Gläubigergruppen kann eine Lösung durchgesetzt werden.

Für die Immobilienbranche mit ihren komplexen Projektgesellschaften ist das StaRUG ein flexibles Werkzeug. Seine erfolgreiche Anwendung erfordert jedoch tiefgehendes Fachwissen. Genau hier fehlt es aktuell an Expertise.

Fachkräftemangel verschärft die Lage

Die Krise offenbart einen eklatanten Mangel an spezialisierten Rechtsexperten. Investoren, Eigentümer und Banken müssen ihre Risiken neu bewerten, besonders bei Immobilien aus oder in der Nähe von Insolvenzen.

Experten betonen: Ein förmliches Insolvenzverfahren ist oft nicht die beste Lösung. Bei Liquiditätsengpässen können außergerichtliche Sanierungen bessere Ergebnisse bringen. Doch wer kennt die Optionen? Der allgemeine Fachkräftemangel trifft die Immobilienwirtschaft in ihrer akuten Not doppelt hart.

Was bringt 2026?

Für das laufende Jahr rechnen Branchenkenner mit einer Fortsetzung des Negativtrends. Ein signifikanter Rückgang der Bauaktivität könnte sich bemerkbar machen, und Prognosen deuten auf weiter steigende Bauzinsen hin.

Die Fähigkeit zur Sanierung wird zum Überlebensfaktor. Unternehmen müssen ihre Prozesse optimieren, Liquidität sichern und Geschäftsmodelle anpassen. In dieser Situation ist Investition in insolvenzrechtliches Fachwissen keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.

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PS: Betriebsräte und Geschäftsleitungen sollten jetzt ihre Mitbestimmungsrechte prüfen. §87 BetrVG regelt etwa Arbeitszeit, Überwachung und Regelungen, die bei Sanierungen besonders relevant werden – viele Gremien kennen ihre Rechte nicht vollständig. Der kostenlose E‑Book-Guide erklärt mit klaren Checklisten, welche Zustimmungen nötig sind und wie Verhandlungen strukturiert werden, damit Risiken kontrolliert werden können. Gratis Leitfaden zum Betriebsverfassungsgesetz sichern

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