Immobilienweisen, Wohnungen

Immobilienweisen: Nur 215.000 neue Wohnungen 2026

14.02.2026 - 19:12:12

Deutschland verfehlt seine Wohnungsbauziele massiv und erreicht nur 215.000 fertiggestellte Einheiten. Experten sehen eine strukturelle Krise, während Europa boomt.

Deutschlands Wohnungsbau steckt in einer tiefen Krise. Während Europa boomt, verfehlt das Land seine Ziele massiv. Ein aktuelles Gutachten prognostiziert für dieses Jahr nur 215.000 fertiggestellte Wohnungen – ein historischer Tiefstand.

Das politische Ziel von 400.000 Einheiten pro Jahr rückt damit in weite Ferne. Sogar der errechnete Mindestbedarf von rund 257.400 Wohnungen wird krachend verfehlt. Die Experten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) sprechen von einer alarmierenden, strukturellen Krise.

Europa im Bauboom, Deutschland abgehängt

Während hierzulande die Baustellen stillstehen, zieht der europäische Nachbar kräftig an. Das ifo Institut prognostiziert für 2026 ein Wachstum von 2,4 Prozent in 19 EU-Ländern. Getrieben wird der Boom von Wohnraumbedarf und Investitionen in Infrastruktur.

Deutschland scheint davon abgekoppelt. ifo-Experte Ludwig Dorffmeister äußert Skepsis gegenüber deutschen Sondervermögen: Ein großer Teil fließe nicht in Bauinvestitionen. Die Hoffnung auf Impulse aus Berlin zerschlägt sich.

Die hausgemachten Probleme

Warum hinkt Deutschland so hinterher? Die Gründe sind vielfältig:
* Explodierte Kosten: Hohe Zinsen und gestiegene Baukosten machen viele geplante Projekte unwirtschaftlich.
* Genehmigungsstau: Einbruch bei den Baugenehmigungen in den Vorjahren wirkt jetzt verzögert nach. Bürokratie und lange Verfahren bremsen zusätzlich.
* Fehlende Impulse: Politische Maßnahmen wie der „Bau-Turbo“ reichen bei Weitem nicht aus, um die Trendwende einzuleiten.

Die leichte Erholung bei den Genehmigungszahlen Ende 2025 stimmt Experten kaum optimistisch. Das Niveau liegt weit unter dem von vor 2022.

Teufelskreis für Mieter und Käufer

Die Folgen der Neubau-Misere trifft vor allem die Menschen:
* In Ballungsräumen treibt das knappe Angebot die Mieten weiter in die Höhe.
* Der Erwerb von Wohneigentum wird für viele unerschwinglich.
* Besonders gefragt sind energieeffiziente Neubauten, während unsanierter Bestand an Wert verliert.

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Als Reaktion auf Leerstand und Wohnungsnot plant die Politik, die Umwandlung von Büros in Wohnungen ab Sommer 2026 mit zinsverbilligten Darlehen zu fördern. Ob das den Markt entlastet, bleibt fraglich.

Wann kommt die Wende?

Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Die meisten Experten rechnen frühestens 2027 mit einer spürbaren Erholung. Zwar könnte das Bauvolumen 2026 leicht wachsen, die grundlegenden Probleme bleiben.

Die Branche fordert von der Politik endlich entschlossenes Handeln: schnellere Genehmigungen, vereinfachte Baustandards und verlässliche Förderprogramme. Ohne tiefgreifende Reformen wird das Wohnungsbauziel weiterhin nur ein frommer Wunsch bleiben.

@ boerse-global.de

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