Immobilienmarkt, Preise

Immobilienmarkt: Preise ziehen nach Preisdelle wieder an

12.02.2026 - 01:53:12

Deutsche Wohnimmobilien verteuerten sich 2025 um 4,2 Prozent, angetrieben von hoher Nachfrage und knappem Angebot. Experten erwarten für 2026 eine Fortsetzung des moderaten Preisanstiegs.

Deutsche Wohnimmobilien verteuern sich wieder spürbar. Nach einer Abkühlungsphase signalisieren aktuelle Transaktionsdaten eine klare Trendwende. Angetrieben von hoher Nachfrage, knappem Angebot und stabilen Finanzierungskosten gewinnt der Markt an Dynamik. Besonders in den Metropolen müssen Käufer wieder tiefer in die Tasche greifen.

VDP-Daten bestätigen Aufwärtstrend

Neue Zahlen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zeigen: Im Gesamtjahr 2025 verteuerten sich Wohnimmobilien bundesweit um durchschnittlich 4,2 Prozent. Das ist doppelt so viel wie im Vorjahr. Allein im vierten Quartal 2025 stiegen die Preise um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit setzt sich ein positiver Trend fort, der sich bereits früher im Jahr abzeichnete.

Die treibende Kraft sind die großen Städte. In den sieben größten Metropolen – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – fiel der Anstieg mit 4,7 Prozent noch deutlicher aus. Spitzenreiter war Frankfurt am Main mit einem Plus von 5,7 Prozent.

Warum die Preise wieder steigen

Experten führen die Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück:
* Nachfrageüberhang: Der grundlegende Bedarf an Wohnraum, besonders in Ballungszentren, bleibt hoch.
* Stabile Finanzierungskosten: Käufer haben sich an das neue Zinsniveau zwischen 3,5 und 4 Prozent gewöhnt, nachdem der abrupte Anstieg 2022/23 für Kaufzurückhaltung sorgte.
* Attraktivität von Wohneigentum: Gestiegene Gehälter und weiterhin stark steigende Mieten machen den Kauf für viele wieder interessant.

Neubaukrise verschärft das Problem

Ein entscheidender Preistreiber ist die anhaltende Flaute im Wohnungsneubau. Hohe Baukosten, Bürokratie und die vergangenen Zinssteigerungen legten viele Projekte auf Eis. Prognosen für 2026 deuten auf einen neuen Tiefstand bei Fertigstellungen hin. Analysten erwarten, dass der Wohnraumbedarf in diesem Jahr nur zu etwa 58 Prozent gedeckt werden kann.

Diese Knappheit trifft auch den Mietmarkt. Neuvertragsmieten stiegen Ende 2025 im Schnitt um 3,5 Prozent. Viele Haushalte, die eigentlich kaufen möchten, bleiben daher Mieter – und erhöhen dort den Druck.

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Nicht alle Segmente ziehen gleich an

Trotz des klaren Trends zeigt der Markt Unterschiede:
* Mehrfamilienhäuser legten 2025 kräftig um 5,3 Prozent zu.
* Selbstgenutztes Wohneigentum wie Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen stieg moderater um 3,0 Prozent.

Andere Analysen, die auf Angebotspreisen basieren, deuten sogar auf eine leichte Verlangsamung zum Jahresende 2025 hin. In einigen Städten gaben die Preise für Eigentumswohnungen minimal nach. Das zeigt: Die Verhandlungsbereitschaft hat zugenommen, und Käufer agieren preisbewusster. Die Phase sinkender Preise ist dennoch vorüber.

Wie geht es weiter?

Für 2026 rechnen die meisten Experten mit einer Fortsetzung des moderaten Preisanstiegs. Prognosen liegen bei rund drei Prozent im Bundesschnitt, in Metropolen sind höhere Zuwächse möglich. Die stabilen Bauzinsen gelten als das „neue Normal“.

Die Zukunft hängt maßgeblich von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ab. Solange der Wohnraummangel jedoch nicht durch einen massiven Bauausgleich behoben wird, bleibt der grundlegende Preisdruck bestehen. Für Kaufinteressenten bedeutet das: Auf deutlich fallende Preise zu warten, dürfte vergebens sein.

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