Immobilienmarkt, Preise

Immobilienmarkt: Österreichs Preise ziehen wieder an

20.01.2026 - 08:05:12

Nach einer kurzen Korrekturphase steigen die Immobilienpreise in Österreich wieder an. Ein massiver Angebotsmangel, besonders in Wien, und hohe Baukosten treiben die Werte. Die Finanzierung bleibt trotz leicht gesunkener Zinsen teuer.

Nach einer kurzen Verschnaufpause steigen die Immobilienpreise in Österreich wieder. Experten prognostizieren für dieses Jahr einen österreichweiten Preisanstieg von 2,5 bis 3 Prozent. Besonders in Wien wird die Lage angespannt bleiben. Was treibt die Preise nach der Korrekturphase wieder nach oben?

Angebotsknappheit wird zum Hauptproblem

Die zentrale Ursache für den Preisdruck ist eine drastische Verknappung des Angebots. Die Zahl der fertiggestellten Wohneinheiten bricht ein:
* 2022: rund 60.000 Einheiten
* 2026 (Prognose): nur noch etwa 31.000 Einheiten

Erst 2027 könnte sich die Bautätigkeit leicht erholen. Gleichzeitig bleiben die Baukosten hoch. Die Preise für Material haben sich nach den Explosionsjahren 2022/23 zwar stabilisiert, sind aber nicht gesunken. Auch die Lohnkosten steigen weiter. Diese Kombination aus hoher Nachfrage und teurer Neuerrichtung stützt die Preise – auch für Bestandsimmobilien.

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Wien steuert auf Unterversorgung zu

In der Bundeshauptstadt spitzt sich die Lage besonders zu. Analysten warnen vor einer drohenden Unterversorgung, weil der Neubau den Bedarf bei Weitem nicht deckt. Das treibt die Preise überdurchschnittlich. Die “Schnäppchenjagd” der letzten Jahre ist hier beendet.

Die Preisspanne in Wien ist enorm: In der Inneren Stadt können Quadratmeterpreise über 13.000 Euro liegen, andere Bezirke sind moderater. Die Knappheit betrifft auch den Mietmarkt, wo vor allem im neuwertigen Segment mit weiteren Steigerungen zu rechnen ist. Die Stadt setzt als Gegenmittel auf den Ausbau des sozialen und geförderten Wohnbaus.

Finanzierung: Leichte Entspannung, aber kein Zurück

Die Finanzierungsbedingungen haben sich etwas gelockert. Nach den Zinssenkungen der EZB im Vorjahr liegen die Kreditzinsen derzeit bei etwa 3 bis 3,5 Prozent. Diese verbesserte Zugänglichkeit hat die Nachfrage spürbar belebt.

Doch eine Rückkehr zu den Niedrigzinsen vor 2022 ist nicht in Sicht. Marktbeobachter erwarten keine signifikanten weiteren Zinssenkungen. Die Finanzierung bleibt also deutlich teurer als in der vergangenen Dekade – eine dauerhafte Belastung für Käufer.

Wer gewinnt, wer verliert?

Die regionalen Unterschiede bleiben groß. Während Wien, Tirol und Salzburg die teuersten Pflaster sind, verzeichnen auch die Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich deutliche Zuwächse. Eine Ausnahme bildet das Burgenland, wo die Preise teilweise sanken und das Wohnen am günstigsten bleibt.

Die große Verliererin der Entwicklung ist die Leistbarkeit. Für junge Familien und Erstkäufer wird die Suche nach bezahlbarem Wohnraum zur Mammutaufgabe. Die gestiegenen Einkommen werden vom Preisanstieg bei Immobilien größtenteils aufgefressen. Die Frage, wie sich normales Wohnen noch finanzieren lässt, ist in Wien und anderen Ballungsräumen zur zentralen politischen Debatte geworden.

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