Immobilienmarkt, Hauskauf

Immobilienmarkt 2026: Hauskauf wird zur Job-Wette

18.01.2026 - 09:24:12

Banken prüfen Kreditanträge streng nach Berufsbranche, während ein Neubau-Mangel die Preise stützt. Der Immobilienmarkt ist 2026 ein komplexes Risikokalkül.

Der Traum vom Eigenheim in Österreich ist heute eine Wette auf den eigenen Arbeitsplatz. Während die Bauzinsen bei rund 3,5 Prozent stagnieren, prüfen Banken Kreditanträge unter dem Brennglas der Job-Sicherheit. Der Immobilienkauf ist kein reines Zinsgeschäft mehr, sondern ein komplexes Risikokalkül in unsicheren Zeiten.

Die Wirtschaft kämpft sich zwar langsam aus der Stagnation, doch die Spuren der Rezession sind tief. Die Arbeitslosenquote könnte laut Prognosen auf 7,3 Prozent steigen. Gleichzeitig stabilisieren sich die Immobilienpreise nach der Korrektur – getrieben von einem massiven Angebotsschock bei Neubauten. Käufer müssen sich in diesem Spannungsfeld bewegen.

Banken bleiben hart: Die KIM-Ära ist nicht vorbei

Die formell ausgelaufene KIM-Verordnung wirkt weiter. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hält die Institute zu einer „soliden Kreditvergabe mit Hausverstand“ an. Die strengen Kriterien – 20 Prozent Eigenkapital und eine maximale Schuldendienstquote von 40 Prozent – gelten als neuer Goldstandard.

Der Fokus hat sich verschoben: War früher der Zins das Hauptproblem, ist es heute die Bonität. Banken durchleuchten penibel, aus welcher Branche das Einkommen stammt. Ein Antragsteller aus der kriselnden Industrie oder Bauwirtschaft steht schlechter da als ein Beamter. Diese selektive Vergabe zwingt Käufer, ihre finanziellen Puffer viel konservativer zu kalkulieren.

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Job-Sicherheit: Die neue harte Währung

Die Volatilität am Arbeitsmarkt ist der unterschätzte Risikofaktor. Für potenzielle Käufer bedeutet das: Die langfristige Tragbarkeit des Kredits erfordert eine Szenario-Analyse. Experten raten, Phasen von Kurzarbeit oder Jobverlust in die Kalkulation einzupreisen.

Die alte Faustregel, Immobilienkredite seien sicher solange der Wert steigt, gilt nicht mehr. Das Risiko einer Zwangsverwertung ist realer geworden. Finanzberater empfehlen daher, zusätzlich zum Eigenkapital einen Notgroschen von sechs bis zwölf Monatsraten liquide zu halten – eine weitere Hürde für viele.

Neubau-Luxus: Der große Angebotsschock

Ein Paradox stützt die Preise: Trotz gedämpfter Kaufkraft geben sie kaum nach. Schuld ist ein massiver Einbruch auf der Angebotsseite. Die Baukrise der Vorjahre schlägt 2026 voll durch.

  • Die Zahl fertiggestellter Wohneinheiten sinkt auf rund 31.000 – fast eine Halbierung gegenüber Rekordjahren.
  • In Ballungszentnen wie Wien trifft hohe Nachfrage auf kaum neues Angebot.

Das führt zu einer Markt-Zweiteilung:
* Energieeffiziente Neubauten: Preise bleiben stabil oder steigen leicht (+0,9 bis +2,5 %). Sie gelten als zukunftssicher.
* Unsanierten Bestand: Hier sind weiter Preisabschläge zu beobachten. Käufer scheuen die unkalkulierbaren Sanierungskosten.

Die Wahl ist ein Dilemma: Premium-Preis für risikominimierten Neubau oder günstiger Kauf im Bestand mit vollem Sanierungsrisiko bei hohen Handwerkerkosten.

Vom “Betongold” zur komplexen Asset-Klasse

Der Markt hat sich grundlegend gewandelt. Die “No-Brainer”-Logik der Nullzinsphase ist außer Kraft. Marktanalysten sehen eine schmerzhafte, aber gesunde Normalisierung.

Die regionale Ausdifferenzierung nimmt zu: Top-Lagen in Städten bleiben wertstabil. In strukturschwachen Regionen mit hoher Industrie-Abhängigkeit drohen dagegen Wertverluste. Das Klumpenrisiko Eigenheim ist eng mit der lokalen Wirtschaftsstruktur verknüpft.

Für 2026 erwarten Experten keine sprunghaften Veränderungen. Die Zinsen dürften sich seitwärts bewegen, eine Rückkehr zu 1 Prozent ist ausgeschlossen. Der Markt wird von einer Seitwärtsbewegung geprägt, in der sich die Spreu vom Weizen trennt: Energieeffiziente Objekte behaupten ihren Wert, “Energieschleudern” geraten weiter unter Druck.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt 2026 in konservativer Finanzierung und krisenfester Job-Sicherheit. Für diese Käufer gibt es Chancen – die spekulative Konkurrenz hat den Markt weitgehend verlassen.

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