Immobilienbranche, Sanierung

Immobilienbranche fokussiert sich auf Sanierung statt Neubau

15.01.2026 - 11:53:12

Die finale Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie bis Mai 2026 setzt die Immobilienbranche unter Druck und verlagert den Fokus endgültig von Neubau auf Bestandssanierung.

Die Immobilienbranche erlebt eine entscheidende Woche. Der Countdown zur EU-Gebäuderichtlinie läuft und serielle Sanierungskonzepte gewinnen an Fahrt. Auslöser ist eine Konvergenz wichtiger Ereignisse: Der kürzlich veröffentlichte Global Risks Report 2026 stuft Klimarisiken erneut als größte globale Gefahr ein. Gleichzeitig müssen nationale Gesetzgeber die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) bis Mai 2026 final umsetzen. Branchenbeobachter sehen den Fokus endgültig vom Neubau auf die Bestandssanierung kippen.

EPBD: Der finale Umsetzungsdruck beginnt

Das dominierende Thema in den Vorstandsetagen ist die bevorstehende Deadline. Bis Mai 2026 müssen die Mitgliedsstaaten die EU-Gebäuderichtlinie in nationales Recht überführt haben. Die Diskussion dreht sich nicht mehr um das „Ob“, sondern nur noch um das „Wie“ der Dekarbonisierung.

Für Eigentümer bedeutet das Planungssicherheit, aber auch Investitionsdruck. Konkret bewegen die Märkte zwei Punkte:
* Die Einführung digitaler Renovierungspässe.
* Die schrittweise Solar-Pflicht für öffentliche und gewerbliche Gebäude ab Ende 2026.

In Deutschland verschärft der auf 55 bis 65 Euro gestiegene CO2-Preis die Lage zusätzlich. Er macht fossile Heizsysteme zunehmend unwirtschaftlich.

Serielle Sanierung wird zum Wachstumstreiber

Während der klassische Neubau unter hohen Zinsen leidet, boomt ein Segment: die industrielle Modernisierung. Konzepte wie Energiesprong setzen auf vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente. Diese werden inklusive Haustechnik einfach am Gebäude montiert.

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Die Vorteile sind enorm:
* Drastisch verkürzte Bauzeiten vor Ort.
* Minimale Belastung für die Mieter.
* Signifikant höhere Sanierungsquoten.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) treibt das Modell voran. Immer mehr Wohnungsbaugesellschaften überführen Pilotprojekte in den regulären Betrieb. In der aktuellen Woche gilt die serielle Sanierung als technologischer Schlüssel, um die Klimaziele überhaupt noch zu erreichen.

Österreich: Zwischen Grazer Messe und Davos

Auch in Österreich ist die „Climate Week“-Stimmung spürbar. Die Branche blickt gespannt auf die kommende Häuslbauermesse Graz. Sie gilt als Stimmungsbarometer und legt 2026 den Fokus explizit auf nachhaltiges Bauen.

Parallel bereitet sich eine Delegation der Immobilienwirtschaft auf das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos vor. Es beginnt am 19. Januar. Unter dem Motto „Building prosperity within planetary boundaries“ wird die Finanzierung der grünen Transformation ein Schwerpunkt sein. Können internationale Kooperationen die gigantischen Sanierungsaufgaben sichern?

Harte Ökonomie treibt den Wandel

Die Fokussierung auf Sanierung folgt einer klaren Logik. Analysten prophezeien keine Rückkehr zu den Neubau-Volumina der frühen 2020er Jahre. Stattdessen werden Immobilien neu bewertet.

Gebäude, die nicht „ESG-konform“ sind, riskieren, als „Stranded Assets“ massiv an Wert zu verlieren. Der steigende CO2-Preis macht Investitionen in Energieeffizienz oft zur einzig wirtschaftlichen Option. Gleichzeitig warnt der Global Risks Report vor geopolitischen Spannungen, die Lieferketten gefährden. Das stärkt den Trend zur Kreislaufwirtschaft – der Wiederverwendung von Baumaterialien wird zur Notwendigkeit.

Für Immobilienbesitzer bleibt das erste Quartal 2026 entscheidend. Die nationalen Gesetze werden in den kommenden Wochen finalisiert. Wer jetzt keinen Sanierungsfahrplan hat, gerät laut Experten bald unter erheblichen Zugzwang.

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