IG Metall startet Kampagne für Betriebsratswahlen 2026
17.01.2026 - 19:24:12Deutschlands größte Gewerkschaft mobilisiert ihre Mitglieder für die kommenden Betriebsratswahlen – und erklärt sie zur Richtungsentscheidung für die Arbeitswelt der Zukunft.
Mit einer Reihe von Neujahrsempfängen und Großveranstaltungen in ganz Deutschland hat die IG Metall die heiße Phase des Wahlkampfs eingeläutet. Die Wahlen zwischen März und Mai 2026 sieht die Gewerkschaft als entscheidenden Moment, um die Mitbestimmung in Zeiten tiefgreifender industrieller Umbrüche zu stärken. Digitalisierung, Dekarbonisierung und der Aufstieg Künstlicher Intelligenz machten erfahrene, gewerkschaftlich gestützte Arbeitnehmervertretungen unverzichtbarer denn je, so die Botschaft.
Auftakt in den Automobil-Hochburgen
Besonders sichtbar war die Mobilisierung im deutschen Automobilherzland. Der IG Metall-Ortsverein Wolfsburg startete die „heiße Phase” seines Wahlkampfs bereits am Abend des 13. Januar mit einer dynamischen Veranstaltung. Rund 300 Gewerkschafter verfolgten die hybrid organisierte Veranstaltung, bei der auch die nationale Vorsitzende Christiane Benner per Video zugeschaltet war.
Unter dem Motto #NurMitDerIGMetall betont die Kampagne: Nur ein starker, gewerkschaftlich gestützter Betriebsrat könne die aktuellen Herausforderungen der Beschäftigten angemessen angehen. Auf einem Podium diskutierten Betriebsratsvorsitzende von Brose Sitech, Schnellecke Logistics, CARIAD und VW Group Services die drängendsten Themen ihrer Belegschaften. Ebenfalls am 16. Januar richtete die IG Metall einen Jahresauftakt bei Audi in Ingolstadt aus, der ganz im Zeichen der Wahl und der Zukunft des Standorts im Industrieumbau stand.
Passend zum Thema Betriebsratswahl – kleine Fehler im Wahlverfahren können eine gesamte Wahl anfechtbar machen. Der kostenlose PDF‑Fahrplan „Betriebsratswahl“ erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Kandidatensuche, Wahlvorstand und Ablauf rechtssicher organisieren; inklusive Ablaufplänen, rechtlichen Grundlagen und Praxis‑Checklisten. Besonders nützlich für Wahlvorstände, Betriebsräte und engagierte Beschäftigte vor den Wahlen im März–Mai 2026. Jetzt kostenlosen Betriebsratswahl‑Fahrplan herunterladen
Wirtschaftspolitik und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Über die konkreten Betriebe hinaus nutzt die IG Metall ihre Neujahrsempfänge, um mit einem breiteren Publikum aus Politik und Wirtschaft ins Gespräch zu kommen. In Bremen kamen am 16. Januar rund 200 Gäste zusammen. Bürgermeister Andreas Bovenschulte betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung des sozialen Zusammenhalts.
Den inhaltlichen Schwerpunkt setzte ein Vortrag des Makroökonomen Professor Tom Krebs. Er analysierte die aktuellen Wirtschaftsentwicklungen und skizzierte Perspektiven für eine sozial gerechte und nachhaltige Wirtschaftspolitik. Ute Buggeln, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Bremen, verknüpfte diese großen Themen mit der betrieblichen Praxis. Sie sprach über anstehende Tarifrunden und stufte die Betriebsratswahlen als gelebte Demokratie für die Beschäftigten ein.
Mehr Demokratie in der Arbeitswelt
Ein zentrales Kampagnenthema ist die Stärkung der Mitbestimmung. Die IG Metall Frankfurt lädt am 17. Januar zu ihrem politischen Jahresauftakt ein – mit klarem Fokus auf die Notwendigkeit von mehr Demokratie im Betrieb. Als Hauptrednerin ist Professorin Dr. Johanna Wenckebach, eine führende Arbeitsrechtsexpertin und Justiziarin der IG Metall, angekündigt.
Die Gewerkschaft argumentiert durchgängig: Unternehmen mit aktiven Betriebsräten bieten bessere und sicherere Jobs, höhere Löhne und fairere Arbeitsbedingungen. Im Vorfeld der Wahlen 2026 hebt die IG Metall besonders die Schutzfunktion dieser Gremien hervor – etwa bei Umstrukturierungen, Entlassungen oder Standortschließungen. Der gesetzliche Rahmen, der die Einrichtung eines Betriebsrats in jedem Unternehmen mit mindestens fünf wahlberechtigten Mitarbeitern vorsieht, wird als Grundrecht propagiert, das Demokratie in den Arbeitsalltag trägt.
Eine Abstimmung über den Wandel
Die IG Metall positioniert die Betriebsratswahlen 2026 immer deutlicher als Referendum darüber, wie der industrielle Wandel in Deutschland gestaltet wird. Die Botschaft ist klar: Die Herausforderungen durch Digitalisierung, Elektrifizierung und geopolitische Unsicherheiten erfordern eine robuste und kompetente Arbeitnehmervertretung.
Das Ergebnis der Wahlen wird die Zusammensetzung der Gremien bestimmen, die auf betrieblicher Ebene Sozialpläne aushandeln, für Arbeitsplatzsicherheit kämpfen und Investitionen in Qualifizierung und Zukunftstechnologien durchsetzen. Mit der nun bundesweit angelaufenen Mobilisierung will die IG Metall die Wahlbeteiligung erhöhen und ihre Kandidaten bestmöglich auf die Vertretung der Beschäftigten in dieser entscheidenden Transformationsphase vorbereiten. Der Erfolg dieser Kampagne wird die Machtbalance in deutschen Unternehmen für die nächsten vier Jahre prägen.
PS: Sie möchten die Wahlbeteiligung erhöhen und Ihre Kandidaten stärken? Das Gratis‑PDF „Betriebsratswahl“ liefert den kompletten Fahrplan von der Kandidatensuche bis zur konstituierenden Sitzung, enthält praxisnahe Checklisten und ein Online‑Wahl‑Cockpit zur Mobilisierung der Belegschaft. Ideal für Betriebsräte, Wahlvorstände und aktive Gewerkschafter, die gut vorbereitet in die Wahlen 2026 gehen wollen. Kostenloses Betriebsratswahl‑Handbuch sichern


