IFS, Boston

IFS, Boston Dynamics und Siemens schmieren Industrie-Allianz

02.02.2026 - 19:04:11

Drei Branchenführer schließen Allianz, um durch KI und Robotik Fabriken und Stromnetze zu automatisieren. Ziel ist ein lückenloser Kreislauf von Datenerfassung bis autonomer Aktion.

Ein neuer Mega-Pakt soll die Fabriken und Stromnetze der Zukunft aufrüsten. Die Software-Schmiede IFS verbündet sich mit dem Roboter-Pionier Boston Dynamics und dem Ingenieursriesen Siemens, um künstliche Intelligenz in der Industrie massentauglich zu machen. Ihr Ziel: eine lückenlose Automatisierung von der Daten-Erfassung bis zur eigenständigen Aktion.

Die Vision: KI als Schaltzentrale für Fabriken und Netze

Die im Herbst 2025 verkündete Allianz kombiniert drei Welten. IFS bringt seine Industrielle KI-Software ein, Boston Dynamics seine agilen Spot-Roboter und Siemens sein Know-how in Automatisierung und Netzplanung. Gemeinsam wollen sie drängende Probleme lösen: marode Infrastruktur, Fachkräftemangel und die komplexe Integration erneuerbarer Energien. Die Partner versprechen mehr Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit durch einen vorausschauenden Kreislauf aus Daten und autonomen Entscheidungen.

Siemens und IFS: Das selbstoptimierende Stromnetz

Der Schulterschluss mit Siemens zielt auf die Energiewende. Die Kooperation, seit November 2025 aktiv, entwickelt KI-gesteuerte Lösungen für Planung und Wartung von Stromnetzen. Ziel ist ein autonomes Netz, das sich dynamisch an die schwankende Einspeisung von Solar- und Windkraft anpasst.

Dafür verbindet Siemens seine Gridscale X-Plattform für intelligente Netze mit der Asset-Management-Software von IFS. Die integrierte Lösung überbrückt die Kluft zwischen Ingenieurswesen, Finanzplanung und IT. Netzbetreiber erhalten so eine einheitliche Übersicht, um Investitionen smarter zu steuern und Ausfälle vorherzusagen. Verfügbar wird das Paket über den digitalen Marktplatz Siemens Xcelerator.

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Boston Dynamics und IFS: Roboter als wachsame Inspektoren

Die zweite Säule der Allianz setzt auf mobile Roboter. Der vierbeinige Spot von Boston Dynamics wird mit der IFS.ai-Plattform gekoppelt. Das Ergebnis ist ein sogenanntes „agentisches“ System: Der Roboter wird zum eigenständigen Handlanger der KI.

In Kraftwerken oder Fabrikhallen navigiert Spot autonom und inspiziert Anlagen. Seine Sensoren – darunter Wärmebildkameras und akustische Detektoren – erfassen Daten in Echtzeit. Sie erkennen überhitzte Bauteile, hören Lecks oder lesen analoge Messgeräte ab. Die IFS-KI wertet die Daten sofort aus, erkennt Anomalien und kann eigenständig Wartungsaufträge auslösen oder Gefahren melden. Das entlastet Fachkräfte von gefährlichen Routineaufgaben und steigert die Anlagenverfügbarkeit. Energieversorger wie Eversource testen die Technologie bereits.

Warum dieser Pakt jetzt kommt

Die Allianz markiert eine neue Reifephase für Industrielle KI. Bislang fehlte oft die entscheidende Schicht, die KI direkt in kritische Arbeitsabläufe einbettet. Genau diese Lücke will das Trio schließen. Besonders im Blick hat es die 70 Prozent der globalen Arbeitskräfte, die im Außendienst tätig sind – ein Bereich, der von Standard-KI-Lösungen oft vernachlässigt wird.

Für die Energiebranche ist der Schritt zum autonomen Netz überlebenswichtig. Nur so lassen sich die Stabilitätsprobleme durch volatile Erneuerbare beherrschen. Die modularen, cloudfähigen Lösungen sollen zudem einen sanften Einstieg ermöglichen – ohne kostspielige Komplettumrüstungen.

Die Zukunft: Eine „unendliche“ Belegschaft?

Die Integration von Robotik und KI weist in Richtung einer „unendlichen Belegschaft“. Autonome Agenten könnten Routineaufgaben rund um die Uhr übernehmen und so den Fachkräftemangel in Schlüsselindustrien lindern. Dass IFS parallel eine Partnerschaft mit dem Humanoiden-Roboter-Hersteller 1X Technologies bekannt gab, unterstreicht diese Strategie.

Für die Industrie könnte der Pakt einen neuen Standard setzen. Wenn die vernetzten Systeme halten, was sie versprechen, werden Fabriken und Netze nicht nur intelligenter, sondern auch widerstandsfähiger. Die Branche wird genau beobachten, welche konkreten Ergebnisse die ersten Kundenprojekte liefern.

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