Identitätsdiebstahl, Kriminelle

Identitätsdiebstahl: Kriminelle schließen Handyverträge auf fremde Namen

20.01.2026 - 01:01:12

Kriminelle nutzen gestohlene Daten für teure Mobilfunkverträge, was zu hohen Rechnungen und negativen Schufa-Einträgen bei den Opfern führt. Experten raten zu präventiven Sicherheitsmaßnahmen.

Betrüger kapern persönliche Daten und bestellen teure Smartphones auf Kosten ihrer Opfer. Die Masche verursacht nicht nur hohe Rechnungen, sondern kann auch die Schufa ruinieren.

Die Täter nutzen gestohlene Identitäten, um bei Mobilfunkanbietern Verträge abzuschließen. Die bestellten iPhones oder anderen Top-Geräte lassen sie an Packstationen oder andere Adressen liefern. Die Rechnungen landen dagegen bei den ahnungslosen Opfern – oft erst entdeckt, wenn das Inkasso-Unternehmen schreibt.

So klauen Kriminelle Ihre Identität

Die Betrüger besorgen sich die nötigen Daten auf verschiedenen Wegen:
* Phishing-Mails locken mit gefälschten Absendern wie Banken oder Shops.
* Datenleaks bei Unternehmen liefern komplette Datensätze.
* Ungesicherte WLAN-Netze erlauben das Abfangen von Informationen.

Mit Namen, Geburtsdatum und Adresse gehen die Kriminellen dann online shoppen. Sie erschleichen sich Verträge, teilweise sogar per Video-Ident. Eine besonders dreiste Methode ist SIM-Swapping: Dabei beantragen sie eine neue SIM-Karte für die Nummer des Opfers. Haben sie die Kontrolle über die Handynummer, können sie damit Zwei-Faktor-Authentifizierungen (2FA) bei anderen Diensten wie Online-Banking umgehen.

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Mahnungen und Schufa-Einträge: Die Folgen sind gravierend

Für die Betroffenen beginnt ein Albtraum. Sie werden mit Forderungen über oft mehrere tausend Euro konfrontiert. Noch schwerer wiegen die langfristigen Konsequenzen: Unbezahlte Rechnungen führen zu negativen Schufa-Einträgen.

Das kann die Kreditwürdigkeit nachhaltig schädigen und Verträge, Kredite oder sogar die Wohnungssuche in Zukunft unmöglich machen. Die Löschung dieser Einträge ist ein langwieriger und nervenaufreibender Prozess.

So schützen Sie sich vor dem digitalen Identitätsklau

Experten vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Verbraucherzentralen raten zu einem Bündel an Maßnahmen:
* Daten sparsam teilen: Seien Sie zurückhaltend, besonders bei Gewinnspielen oder unbekannten Seiten.
* Starke, einzigartige Passwörter für jeden Dienst verwenden.
* Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) überall aktivieren, wo es möglich ist.
* Software regelmäßig updaten, um Sicherheitslücken zu schließen.
* Kontoauszüge und Schufa-Auskunft im Blick behalten, um Betrug früh zu erkennen.

Was tun, wenn Sie betroffen sind?

Schnelles Handeln ist jetzt entscheidend. Erstatten Sie umgehend Strafanzeige bei der Polizei. Informieren Sie den Mobilfunkanbieter und alle Inkassounternehmen schriftlich über den Betrug – das Aktenzeichen der Anzeige dient als Nachweis. Lassen Sie außerdem eine Überprüfung Ihrer Daten bei der Schufa veranlassen, um falsche Einträge löschen zu lassen.

Die Methoden der Kriminellen werden immer raffinierter. Neue Technologien wie eSIMs sind für sie nur ein weiteres Werkzeug. Der beste Schutz bleibt ein wachsames Auge und ein konsequenter Umgang mit den eigenen digitalen Identitäten.

@ boerse-global.de