ICS2: EU-Zollsystem schließt letzte Lücke – Korrekturen bald unmöglich
15.01.2026 - 20:02:12
Ab 3. Februar 2026 ist Schluss mit nachträglichen Änderungen bei EU-Zollanmeldungen. Das Import Control System 2 (ICS2) vollzieht einen technischen Schnitt, der die gesamte Logistikbranche unter Druck setzt. Wer dann noch mit veralteten Systemen arbeitet, riskiert massive Verzögerungen und höheren Aufwand.
Was ändert sich konkret?
Das Herzstück der Änderung ist die Abschaltung der alten Nachrichtenversion v2. Ab dem Stichtag akzeptieren die EU-Zollbehörden ausschließlich Daten im neuen v3-Format. Diese technische Migration betrifft die sogenannten summarischen Eingangsanmeldungen (ENS), die für jede Wareneinfuhr in die EU erforderlich sind.
Die größte praktische Konsequenz: Jede ENS, die vor dem 3. Februar in der alten Version eingereicht wurde, kann danach nicht mehr einfach korrigiert werden. Stattdessen muss der gesamte Datensatz für ungültig erklärt und eine komplett neue Anmeldung im v3-Format erstellt werden. Ein administrativer Mehraufwand, der Lieferketten ins Stocken bringen kann.
Ab 3. Februar 2026 akzeptiert die EU nur noch ICS2 v3 – falsche oder unvollständige Zollangaben führen zu Verzögerungen und Bußgeldern. Das kostenlose E‑Book „Zollanmeldung“ erklärt Feld für Feld, wie ENS & Co. korrekt ausgefüllt werden, inklusive Praxisbeispielen zur HS‑Nummer, typischen Fehlerfällen und einer Prüf‑Checkliste für den täglichen Betrieb. Ideal für Spediteure, Frachtführer und Export‑Abteilungen, die Verzögerungen vermeiden möchten. Jetzt kostenlosen Zoll-Guide herunterladen
Warum handelt die EU jetzt?
Die Umstellung markiert die letzte Phase der vollständigen ICS2-Implementierung. Nachdem das System bereits für Luftfracht und Expresssendungen gilt, erfasst es seit 2024/25 nun auch alle See-, Straßen-, Schienen- und Binnentransporte. ICS2 ist damit die zentrale EU-Plattform für das vorausschauende Risikomanagement.
Das Ziel? Mehr Sicherheit durch frühzeitige Datenanalyse, noch bevor die Ware die EU-Grenze erreicht. Gleichzeitig soll der legale Handel beschleunigt werden – aber nur für jene, die die Regeln einhalten. Die strikte Korrekturregelung zwingt Unternehmen zu höherer Datenqualität von Anfang an.
Wer ist betroffen und was ist zu tun?
Betroffen sind alle Spediteure, Frachtführer und Exporteure, die Waren in die EU liefern. Die Europäische Kommission drängt darauf, die Migration auf v3 sofort abzuschließen. Die verbleibenden Wochen bis Februar sollten genutzt werden, um IT-Systeme und Prozesse zu überprüfen.
Unternehmen müssen zudem die Kommunikation mit ihren Lieferanten intensivieren. Denn die benötigten Daten – von der genauen Warenbeschreibung bis zur 6-stelligen HS-Nummer – müssen nun fehlerfrei und vollständig vorliegen. Nach dem Stichtag ist für Nachlässigkeit kein Platz mehr: Verstöße können zu empfindlichen Verzögerungen und finanziellen Sanktionen führen.
Ein Wendepunkt für die digitale Zollabwicklung
Die Botschaft der Behörden ist klar: Die Ära flexibler Nachbesserungen endet. The Zukunft gehört der vollständig digitalen und präzisen Vorab-Deklaration. Für die Logistikbranche bedeutet dies einen fundamentalen Wandel von reaktiver zu proaktiver Compliance.
Langfristig soll die Harmonisierung den Aufwand reduzieren und sichere Lieferketten fördern. Doch der Weg dorthin stellt vor allem kleinere Unternehmen ohne ausgefeilte IT-Infrastruktur vor Herausforderungen. Wer sie meistert, sichert sich einen klaren Wettbewerbsvorteil im europäischen Handel.
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