Hyundai, Tesla-Robotik-Chef

Hyundai holt Tesla-Robotik-Chef für KI-Offensive

16.01.2026 - 09:01:12

Der südkoreanische Konzern verpflichtet einen ehemaligen Tesla-Vizepräsidenten als Strategieberater und Boston-Dynamics-Direktor, um die Kommerzialisierung humanoider Roboter zu beschleunigen.

Hyundai Motor Group rekrutiert mit Milan Kovac einen Schlüsselarchitekten von Teslas humanoidem Roboter Optimus. Der ehemalige Tesla-Vizepräsident soll als Strategieberater und Boston-Dynamics-Direktor die Kommerzialisierung von Robotern wie Atlas vorantreiben – ein klarer Schachzug im globalen Wettlauf um KI und Automation.

Strategieberater mit Doppelfunktion

Mit der Verpflichtung von Milan Kovac verfolgt der südkoreanische Konzern eine klare Zwei-Säulen-Strategie. Als Gruppenberater wird Kovac die KI- und Ingenieursinitiativen von Hyundai und Kia strategisch begleiten. Sein Fokus liegt darauf, Spitzentechnologien in die industriellen Kerngeschäfte – von der Fertigung bis zur Logistik – zu integrieren.

Gleichzeitig übernimmt er als externer Direktor bei der Tochter Boston Dynamics eine Schlüsselrolle. Hyundai will mit dieser Personalie die Markteinführung der Roboterserie beschleunigen. Dazu zählen der vierbeinige Spot, der Logistikroboter Stretch und der humanoide Atlas. Das Ziel ist ein strategischer Wechsel: von der reinen Forschung hin zu skalierbaren, gewinnbringenden Lösungen für die Industrie.

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Der Mann hinter Optimus und Autopilot

Milan Kovac bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in KI-gesteuerter Robotik mit. Bei Tesla war er eine Schlüsselfigur bei zwei Leuchtturmprojekten. Er leitete maßgeblich die Entwicklung des humanoiden Optimus-Roboters und trieb ihn bis zur Fabrik-Testphase voran. Dabei übertrug er vision-basierte, Ende-zu-Ende-KI-Lernverfahren – ursprünglich für Fahrzeuge entwickelt – auf die komplexe Herausforderung der humanoiden Fortbewegung.

Zuvor prägte Kovac zwischen 2019 und 2022 als Software-Chefingenieur die zweite Generation von Teslas Autopilot. Dieses kamera-basierte System mit hauseigenen Chips setzte branchenweit Maßstäbe für autonomes Fahren. Seine Beförderung zum Vizepräsidenten 2024 folgte auf die erfolgreichen Pilot-Einsätze von Optimus in der Fabrik.

Turbo für den humanoiden Atlas

Kovacs Einstieg fällt genau in die heiße Phase von Hyundais Roboter-Offensive. Erst kürzlich stellte Boston Dynamics auf der CES 2026 eine neue, vollelektrische Version des Atlas-Humanoiden vor. Dieser Roboter ist zentral für Hyundais Langfristplan: Bis 2028 will der Konzern jährlich bis zu 30.000 Einheiten in Massenproduktion herstellen.

Der erste geplante Einsatzort ist Hyundais Metaplant America in Georgia, ebenfalls ab 2028. Die eigene Hightech-Fabrik soll zum Testfeld für humanoide Arbeitskräfte werden – eine Strategie, die direkt an Teslas Vorgehen mit Optimus erinnert. Kovacs praktische Erfahrung, einen Humanoiden von der Konzept- bis zur Fabrikphase zu führen, ist für Hyundai daher von unschätzbarem Wert.

Aufbau eines KI-Eliteteams

Die Verpflichtung Kovacs ist kein Einzelfall, sondern Teil einer gezielten Talent-Offensive. Erst diese Woche holte Hyundai mit Park Minwoo einen weiteren Tesla- und Nvidia-Veteran. Er soll die Abteilung für Fortgeschrittene Fahrzeugplattformen und die autonome Software-Einheit 42dot leiten.

Diese Doppel-Rekrutierung zeigt: Hyundai baut mit hohem finanziellen Einsatz ein internes KI-Kompetenzzentrum auf. Das Ziel ist klar: Mit Führungskräften, die die Maßstäbe in Silicon Valley selbst gesetzt haben, will der Konzern nicht nur aufholen, sondern die Konkurrenz in den Bereichen KI, software-definierte Fahrzeuge und Robotik überholen. Der Vergleich mit deutschen Tech- und Autokonzernen wie SAP oder der Telekom drängt sich auf – der globale Wettbewerb um die klügsten Köpfe hat eine neue Dynamik erreicht.

Ausblick auf die Roboter-Revolution

Unter Kovacs strategischer Führung erwarten Branchenbeobachter einen spürbaren Schub in der KI-Entwicklung bei Boston Dynamics. Sein tiefes Wissen über vision-zentrierte autonome Systeme könnte die Intelligenz und Anpassungsfähigkeit von Robotern wie Atlas und Spot deutlich verbessern. Vor allem in unstrukturierten Umgebungen wäre das ein entscheidender Vorteil.

Die Personalie unterstreicht Hyundais Wandlung vom traditionellen Automobilhersteller zum umfassenden Mobilitäts- und Technologieanbieter. Die erfolgreiche Integration von Kovacs Expertise wird mitentscheiden, ob der Konzern seine ambitionierten Ziele erreichen und die anstehende Roboter-Revolution in der Industrieautomatisierung maßgeblich prägen kann. Die Weichen für das nächste Jahrzehnt sind gestellt.

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