Hydraulik-Sicherheit, Prüfleitlinien

Hydraulik-Sicherheit 2026: Neue Prüfleitlinien gegen wirtschaftlichen Druck

18.01.2026 - 13:13:12

Der Industriespezialist StrongFlex veröffentlicht detaillierte Prüfprotokolle für Hydrauliksysteme. Diese sollen Betrieben helfen, trotz gedämpfter Konjunkturprognose Sicherheitsvorschriften einzuhalten und wirtschaftlich zu arbeiten.

Die Sicherheit von Hydraulik-Schlauchleitungen steht 2026 im Fokus. Während neue technische Leitlinien präzisere Prüfungen ermöglichen, zwingt eine gedämpfte Konjunkturprognose zu einem schwierigen Spagat zwischen Kostendruck und Compliance.

Neue Prüfleitlinien für den Jahresstart

Kurz nach dem Jahreswechsel hat der Industriespezialist StrongFlex eine umfassende technische Anleitung veröffentlicht. Das am 16. Januar 2026 herausgegebene Dokument listet „40 gängige Methoden“ zur Prüfung von Hydraulik-Anschlüssen auf. Es adressiert eine zentrale Schwachstelle: den Ausfall von Verbindungen, der oft zu plötzlichem Druckverlust führt.

Die Leitlinie betont, dass eine reine Sichtprüfung bei modernen Hochdrucksystemen häufig nicht ausreicht. Stattdessen werden konkrete Protokolle für Belastungstests und die Überprüfung von Crimp-Verbindungen beschrieben. Für Sicherheitsingenieure kommt die Veröffentlichung zum richtigen Zeitpunkt. Nach der winterlichen Betriebspause steigt in vielen Werken das Risiko für „Kaltstart“-Probleme in Hydrauliksystemen. Die strukturierte Anleitung soll Wartungsteams helfen, die Systemintegrität in dieser kritischen Phase sicherzustellen.

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Unverändert strikte Rechtslage: BetrSichV und DGUV 113-020

Trotz neuer Handlungsempfehlungen bleibt der rechtliche Rahmen unverändert streng. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die DGUV Regel 113-020 bilden nach wie vor das Fundament. Hydraulikschläuche gelten als Arbeitsmittel und unterliegen damit verbindlichen Prüfintervallen.

Die DGUV-Regel empfiehlt ein allgemeines Austauschintervall von sechs Jahren, inklusive maximal zwei Jahren Lagerzeit. Unter verschärften Bedingungen – wie im Mehrschichtbetrieb oder bei hohen Druckimpulsen – kann sich diese Frist auf nur zwei Jahre verkürzen. Audits aus dem Jahr 2025 zeigten jedoch wiederholt Mängel in der Dokumentation. Oft wird der Status der „befähigten Person“ für durchführende Prüfer nicht korrekt nachgewiesen. Der Jahresbeginn ist ein idealer Zeitpunkt, um die Qualifikation interner Mitarbeiter oder externer Dienstleister zu überprüfen.

Gedämpfte Konjunktur erhöht den Kostendruck

Die Sicherheitsdebatte findet vor einer wirtschaftlich angespannten Lage statt. Der VDMA Fluid Power Association korrigierte seine Prognose für 2025 im September nach unten: Statt eines erwarteten Rückgangs von zwei Prozent musste die Branche einen Produktionseinbruch von fünf Prozent verkraften. Für das laufende Jahr 2026 erwartet der Verband mit 238 Mitgliedsunternehmen nur ein minimales Wachstum von einem Prozent.

Sicherheitsexperten befürchten, dass dieser wirtschaftliche Druck einige Betreiber zu riskanten Einsparungen verleiten könnte. Die Versuchung, Wartungsintervalle über die sicheren Grenzen der DGUV-Regel hinaus zu strecken, wächst. Doch die „Run-to-Failure“-Strategie – also der Betrieb bis zum Defekt – ist bei Hydraulikleitungen explizit verboten. Der Grund sind die extremen Gefahren durch hochdruckinjizierende Flüssigkeiten oder peitschende Schläuche.

Präzise Wartung als Schlüssel für Sicherheit und Wirtschaftlichkeit

Genau hier setzen die neuen detaillierten Prüfleitlinien an. Sie bieten einen Weg, Sicherheit auch mit knappen Budgets zu gewährleisten. Durch systematische Anwendung der 40 Methoden können Wartungsteams gezielt identifizieren, welche Komponenten tatsächlich ausgetauscht werden müssen und welche noch sicher sind. Das vermeidet sowohl willkürlichen Austausch als auch gefährliches Verschleppen.

Die schwache Konjunkturprognose hat einen weiteren Effekt: Große Investitionen in neue Maschinen werden wohl zurückgestellt. Die bestehende Anlagenflotte wird älter, was die fachgerechte Instandhaltung bestehender Hydrauliksysteme noch kritischer macht.

Der nächste Schritt: Predictive Maintenance

Langfristig richtet sich der Blick auf Predictive Maintenance. Während die aktuellen StrongFlex-Leitlinien auf manuelle Prüfverfahren setzen, ist die Integration intelligenter Sensoren die nächste Entwicklungsstufe. Diese könnten Druckspitzen und Materialermüdung in Echtzeit überwachen und so dynamische, kostenoptimierte Austauschintervalle ermöglichen, die gleichzeitig die BetrSichV erfüllen.

Bis dahin bleibt die Empfehlung für deutsche Betriebsleiter klar: Die neuen Prüfprotokolle sollten umgesetzt und die Compliance-Dokumentation überprüft werden. In einem wirtschaftlich engen Jahr 2026 wird die Präzision der Instandhaltung über Sicherheit und Rentabilität gleichermaßen entscheiden.

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