Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: Neue Ära der Fertigung erfordert KI-Sicherheit

19.01.2026 - 00:03:12

Der Einsatz menschenähnlicher Roboter in der Fertigung erfordert neue Sicherheitskonzepte, die Maschinen- und KI-Vorschriften vereinen. Unternehmen stehen vor komplexen Compliance-Herausforderungen.

Siemens und Boston Dynamics testen humanoide Roboter in Fabriken – doch der Praxiseinsatz stellt Unternehmen vor komplexe Sicherheits- und Compliance-Herausforderungen unter dem EU AI Act.

Die Ära der humanoiden Roboter in der Fertigung hat begonnen. Während Pioniere wie Siemens und Boston Dynamics erste Praxistests starten, rücken die komplexen Anforderungen an Sicherheit und KI-Compliance in den Fokus. Die Integration menschenähnlicher Roboter erfordert eine neue Generation der Gefährdungsbeurteilung, die weit über traditionelle Maschinensicherheit hinausgeht.

Doppelte Herausforderung: Maschinenverordnung trifft auf KI-Regulierung

Unternehmen stehen vor einer doppelten Compliance-Herausforderung. Humanoide Roboter gelten als Maschinen im Sinne der europäischen Maschinenverordnung und benötigen eine CE-Kennzeichnung. Gleichzeitig fallen ihre KI-gesteuerten Systeme unter den EU AI Act. Viele Anwendungen in der Produktion werden als Hochrisikosysteme eingestuft.

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Das bedeutet strenge Auflagen: Ein robustes Risikomanagement, hochwertige Trainingsdaten, umfassende Dokumentation und menschliche Aufsicht sind Pflicht. Berührt die KI die Personensicherheit, kann sogar eine Baumusterprüfung durch eine benannte Stelle erforderlich werden. Unternehmen müssen eine integrierte Strategie entwickeln, die physische und KI-Sicherheit abdeckt.

Gefährdungsbeurteilung 2.0: Mehr als nur Kollisionsschutz

Bei Robotern, die ohne Schutzzäune neben Menschen arbeiten, gewinnt die Risikoanalyse eine neue Dimension. Sie darf sich nicht auf physische Kollisionen beschränken. Die Betrachtung muss erweitert werden um:

  • Unerwartete Bewegungen durch KI-Fehlentscheidungen
  • Cybersecurity-Risiken, da vernetzte Roboter Angriffsziele sind
  • Datenschutzfragen bei der Erfassung personenbezogener Daten durch Sensoren

Die Risikominderung erfordert technische, organisatorische und personelle Maßnahmen – einschließlich intensiver Schulungen für alle betroffenen Mitarbeiter.

Industrie-Pioniere testen unterschiedliche Wege

Aktuelle Entwicklungen zeigen das Tempo des Fortschritts. Siemens setzt in Erlangen pragmatisch auf einen radgetriebenen Unterbau für mehr Stabilität in Fabrikhallen. Der Fokus liegt auf wirtschaftlichen Lösungen für die Automatisierung bestehender Anlagen.

Boston Dynamics verfolgt mit dem zweibeinigen Atlas-Roboter einen menschenähnlicheren Ansatz. Erster Großkunde Hyundai plant den Einsatz ab 2028 in der Elektrofahrzeug-Produktion. Dass Automobilhersteller wie Hyundai und BMW konkrete Pilotprojekte starten, signalisiert: Die Technologie hat einen entscheidenden Reifegrad erreicht.

2026: Entscheidendes Jahr für die Weichenstellung

Das Jahr 2026 wird zum Schaltjahr für den künftigen Einsatz humanoider Roboter. Während Tesla die Massenproduktion anvisiert, laufen die Übergangsfristen für den EU AI Act. Die jetzt in Pilotprojekten gesammelten Erfahrungen bilden die Grundlage für die Sicherheitskonzepte von morgen.

Für die Industrie bedeutet dies: Die Zeit des Abwartens ist vorbei. Die Auseinandersetzung mit KI-Compliance und erweiterten Gefährdungsbeurteilungen ist keine Zukunftsfrage, sondern eine unmittelbare strategische Notwendigkeit. Nur so lassen sich die Potenziale der humanoiden Robotik sicher und erfolgreich erschließen.

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