Humanoid-Roboter, Markt

Humanoid-Roboter: Markt startet mit Milliarden-Boom ins Jahr 2026

16.01.2026 - 20:15:12

Der Markt für menschenähnliche Roboter wächst rasant. Tech-Konzerne starten die Serienfertigung, während strategische Partnerschaften wie zwischen Schaeffler und Humanoid den Weg in die Fabrikhallen ebnen.

Der Markt für menschenähnliche Roboter erlebt einen spektakulären Aufbruch. Neue Milliarden-Prognosen, strategische Partnerschaften und Produktionsstarts signalisieren den Übergang von der Forschung zur breiten Anwendung.

Aktuelle Marktanalysen zeichnen ein Bild explosiven Wachstums. Barclays Research identifiziert humanoide Roboter als nächste KI-Frontier. Das Marktvolumen könnte von heute 2-3 Milliarden Euro bis 2035 auf 200 Milliarden Euro explodieren. Treiber sind Durchbrüche bei KI, Aktuatoren und Batterien, die die Produktionskosten drastisch gesenkt haben. Das massive Investorenvertrauen des Vorjahres – belegt durch die 39-Milliarden-Euro-Bewertung von Figure AI – scheint sich zu bewähren.

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Komponenten-Boom bestätigt Serienreife

Die Dynamik zeigt sich besonders in der Zulieferkette. Der Markt für Aktuatoren – die „Muskeln und Gelenke“ der Roboter – steht vor einer Explosion. Nach Angaben von Valuates Reports soll er von rund 150 Millionen Euro (2024) auf fast 9,9 Milliarden Euro bis 2031 wachsen. Diese Nachfrage nach Kernkomponenten beweist: Die Industrie verlässt die Pilotphase und strebt in den Serieneinsatz.

Die Installationen selbst legen rasant zu. 2025 wurden global 16.000 Einheiten installiert, für 2027 prognostiziert Counterpoint Research bereits über 100.000 – ein Sechsfaches. Drei Viertel davon sollen in Logistik, Fertigung und Automobilindustrie stehen. Besonders China treibt die Entwicklung voran: Firmen wie AgiBot und Unitree waren 2025 für über 80% aller Installationen verantwortlich.

Wettlauf der Giganten: Tesla, Hyundai & Co. gehen in Serie

Die Konkurrenz unter den Tech-Giganten heizt sich deutlich auf. Hyundais Boston Dynamics kündigte nach der CES 2026 die sofortige Produktion seines vollelektrischen Atlas-Humanoiden an. Die ersten Einheiten gehen noch in diesem Jahr an Hyundai-Standorte und Google DeepMind. Ab 2028 soll Atlas im US-Werk in Georgia zum Einsatz kommen.

Auch andere Player signalisieren den Sprung in die Praxis. Das kanadische Sanctuary AI sucht mit einer großen Einstellungsoffensive gezielt Experten für „Deployment“ und Industrieautomatisierung – ein klares Indiz für anstehende Pilotprogramme mit seinem Phoenix-Roboter.

Besonders gespannt ist die Branche auf Teslas nächsten Schritt. Investor Jason Calacanis nannte den noch unveröffentlichten Optimus V3 nach einer privaten Vorführung das „transformativste Produkt der Geschichte“. Berichten zufolge peilt Tesla die Produktion mehrerer tausend Einheiten und den Verkaufsstart noch 2026 an.

Vom Testlauf zum Langfristvertrag: Die Ära der Einsatzreife bricht an

Das entscheidende Thema 2026 ist die Umsetzung in langfristige Geschäfte. Der deutsche Motion-Technology-Konzern Schaeffler geht mit dem Startup Humanoid eine strategische Partnerschaft ein. Hunderte Roboter sollen in den nächsten fünf Jahren weltweit in Schaefflers Produktion integriert werden. Eine Testphase 2026/27 soll die Leistungsfähigkeit validieren.

Dies folgt Pionierprojekten aus 2025: Figure AI kooperiert mit BMW, Agility Robotics testete erfolgreich mit Logistiker GXO. Der Markt reift international rapide. Doch können die Roboter in der rauen Industriewelt auch überzeugen?

Treiber: Fachkräftemangel und der „ChatGPT-Moment für physische KI“

Der aktuelle Schub hat klare Ursachen. Die Milliardensummen aus Risikokapitalrunden 2024/25 fließen jetzt in die Skalierung. Gleichzeitig verschärfen Fachkräftemangel und alternde Gesellschaften den Druck zur Automatisierung in Fertigung und Logistik.

Entscheidend ist der technologische Sprung. Die International Federation of Robotics betont: Die Fusion von KI und Robotik ermöglicht erstmals den autonomen Einsatz in komplexen Umgebungen. Beobachter sprechen vom „ChatGPT-Moment für physische KI“ – Roboter verlassen den Käfig der vorprogrammierten Handlungen und lernen, sich dynamischen Arbeitsplätzen anzupassen.

Ausblick 2026: Der Beweis muss auf dem Shopfloor angetreten werden

Das Jahr 2026 wird zum Lackmustest. Es geht nicht mehr um Potenzial, sondern um harte Leistungskennzahlen: Effizienz, Zuverlässigkeit und Rendite in echten Fabrikhallen. Die Ergebnisse bei Schaeffler, Hyundai und BMW werden genau beobachtet.

Der Fortschritt bei KI und Schlüsselkomponenten bleibt entscheidend für das Tempo. Während Tesla und Figure AI die Produktion hochfahren, dürften weitere Großaufträge folgen. Die Botschaft ist klar: Humanoide Roboter sind kein Zukunftstraum mehr. Sie werden zur realen Antwort auf die drängendsten Probleme des Arbeitsmarktes.

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