Humanoid-Roboter, Industriekonzerne

Humanoid-Roboter erobern die Industrie

23.01.2026 - 07:55:12

Deutsche Industriekonzerne integrieren KI-gesteuerte Humanoid-Roboter in die Fertigung. Bei BMW steigerten die Maschinen die Produktivität in einem Pilotprojekt um 400 Prozent.

Deutsche Konzerne wie Siemens und BMW treiben den Einsatz von menschenähnlichen Robotern in der Produktion massiv voran. Künstliche Intelligenz macht die Maschinen anpassungsfähig und effizient – ein Wendepunkt für die globale Industrie.

Siemens testet bereits KI-gesteuerte Humanoid-Roboter des Partners Humanoid in seiner Elektronikfabrik im fränkischen Erlangen. Die Roboter übernehmen dort erste logistische Aufgaben wie das Entstapeln von Behältern. Es ist ein strategischer Schritt, um die autonomen Systeme schrittweise in die reale Produktionsumgebung zu integrieren.

Noch weiter ist die Partnerschaft zwischen Figure AI und der BMW Group gediehen. Im US-Werk Spartanburg in South Carolina läuft der Einsatz der Figure-03-Roboter bereits im großen Maßstab. Erste Berichte zeigen spektakuläre Effizienzgewinne: In komplexen Montagearbeiten in der Karosseriebauhalle soll die Produktivität um 400 Prozent gestiegen sein. Der erfolgreiche Pilot im Spätjahr 2025 mündete jetzt in die breite Einführung.

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Adaptive KI: Der Schlüssel zum Erfolg

Der Durchbruch wird durch eine neue Generation von adaptiver und „verkörperter“ KI (Embodied AI) ermöglicht. Anders als starre Industrieroboter lernen diese Systeme durch physische Interaktion und passen sich dynamischen Umgebungen an. Sie navigieren eigenständig durch Werkshallen, handhaben verschiedene Objekte und arbeiten sicher neben Menschen.

Fortschritte in Sensortechnik, Rechenleistung an Bord und KI-Software verschmelzen zu leistungsfähigen Plattformen. Unternehmen wie Boston Dynamics trainieren ihre Roboter, darunter den neuen vollelektrischen Atlas, mit KI-Foundation-Modellen für vielfältige Aufgaben. Auch der chinesische Baumaschinenhersteller Zoomlion setzt seit Jahren auf Humanoid-Roboter in der Fertigung – und produziert so alle sechs Minuten einen neuen Bagger.

Globaler Wettlauf um die Vorherrschaft

Die Entwicklung ist Teil eines weltweiten Trend. In China treibt die Regierung die Branche massiv voran. Das Industrieministerium (MIIT) zählt mittlerweile über 140 Hersteller und richtet Innovationszentren für „Embodied Intelligence“ in Peking und Shanghai ein. Parallel zeigt die Factory Innovation Week in Tokyo auf einer speziellen Messe die neuesten Roboter für die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

Revolution für die Fertigungsindustrie

Der Schritt von spektakulären Testvideos hin zu rentablen Assets in der Serienfertigung markiert einen Wendepunkt. Die adaptive KI überwindet die größte Hürde: die Anpassung an Umgebungen, die für Menschen gebaut wurden. Der Effizienzsprung bei BMW wird weltweit Fabrikplaner aufhorchen lassen, die mit Fachkräftemangel kämpfen.

Geschäftsmodelle wie „Humanoid-as-a-Service“ (HaaS) könnten die Technologie auch für kleinere Betriebe erschwinglich machen. Die Nachfrage ist groß: Boston Dynamics hat die ersten kommerziellen Atlas-Roboter für 2026 bereits vollständig an Kunden wie Hyundai und Google DeepMind vergeben.

Der Weg zum Allrounder

Die nahe Zukunft der Humanoid-Roborter liegt klar in Industrie und Logistik. Experten erwarten, dass Figure AI seine Flotte auf BMWs Elektroauto-Werke in Europa und Mexiko ausweiten wird. Die nächste große technische Hürde ist die Generalisierung – die Fähigkeit, zwischen völlig unterschiedlichen Aufgaben zu wechseln, ohne umprogrammiert zu werden.

Langfristig zielen Unternehmen wie Tesla (Optimus) und Sanctuary AI (Phoenix) auf vielseitige Alltagsroboter ab. Bis zum Einsatz in Haushalten wird es noch dauern. Doch die industriellen Großprojekte von heute generieren die Daten und verfeinern die KI, die diesen Weg ebnen.

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