Humanoid-Roboter Alpha HMND 01 überzeugt bei Ford in Köln
20.01.2026 - 16:12:12Ein menschenähnlicher Roboter hat bei Ford in Köln erstmals erfolgreich in der laufenden Produktion mitgearbeitet. Der Alpha HMND 01 des britischen KI-Unternehmens Humanoid übertraf in einem sechswöchigen Praxistest alle Erwartungen und könnte die Automobilfertigung nachhaltig verändern.
In dem intensiven Probelauf musste sich die rollende Version des Roboters zwei anspruchsvollen Aufgaben stellen: dem autonomen Transport von Teilen in Behältern und der Handhabung großer Karosseriebauteile mit beiden Armen. Die Wahl fiel bewusst auf Tätigkeiten, die Präzision, Kraft und Anpassungsfähigkeit erfordern – Eigenschaften, die in der dynamischen Umgebung einer Autofabrik unverzichtbar sind.
Die Ergebnisse übertrafen die Zielvorgaben deutlich. Beim Teiletransport bewältigte der HMND 01 eigenständig Lasten von bis zu acht Kilogramm und erreichte eine Erfolgsquote von 97 Prozent. Besonders bemerkenswert: Er arbeitete eine volle Stunde ohne Unterbrechung – doppelt so lange wie ursprünglich geplant. Diese Demonstration zeigt das Potenzial, menschliche Mitarbeiter von schweren, repetitiven Hebearbeiten zu entlasten, damit sie sich auf komplexere Tätigkeiten konzentrieren können.
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Vom Cobot zum mobilen Allrounder
Das Ford-Werk in Köln ist ein Pionier in der Robotik. Schon früher setzte der Autobauer dort sogenannte kollaborative Roboter (Cobots) ein, etwa zum Einbau von Stoßdämpfern oder zum Schleifen von Karosserien für den perfekten Lack.
Der Test mit Humanoids Alpha HMND 01 markiert jedoch einen evolutionären Sprung. Während frühere Cobots oft stationäre Arme für eine einzige Aufgabe waren, ist der HMND 01 eine mobile, vielseitige Plattform. Seine Fähigkeit, sich im Werk zu bewegen und verschiedene Jobs – von der Logistik bis zur Montage – zu übernehmen, macht ihn zu einer Next-Generation-Lösung. Er verkörpert damit die Prinzipien von Industrie 4.0 in neuer Form.
Wettlauf um die Fabrik der Zukunft
Der gelungene Test bei Ford spiegelt einen globalen Trend wider. Der Markt für humanoide Roboter könnte bis 2035 auf viele Milliarden Euro wachsen. Getrieben wird dies durch Fortschritte in KI, Sensorik und Mechanik. Immer mehr Unternehmen suchen nach Robotern, die in menschengemachten Umgebungen arbeiten können, ohne dass die gesamte Infrastruktur umgebaut werden muss.
Humanoid, 2024 von Artem Sokolov gegründet, hat sich in diesem aufstrebenden Feld positioniert. Das Unternehmen steht im Wettbewerb mit Projekten wie Teslas Optimus, Figure AI in Partnerschaft mit OpenAI und staatlich geförderten Initiativen in China. Das gemeinsame Ziel: vielseitige Roboter zu schaffen, die Arbeitskräftemangel ausgleichen, die Sicherheit verbessern und die Produktivität in Fabriken und Lagern revolutionieren können.
Strategische Wende in der Automatisierung
Der erfolgreiche Test in Köln ist mehr als eine Technologiedemo. Er signalisiert einen strategischen Wandel in der Automobilindustrie. Jahrzehntelang waren Industrieroboter mächtig, aber starr – in Käfigen und auf monotone Massenaufgaben programmiert.
Die neue Generation KI-gesteuerter Humanoide verspricht Adaptivität. Ein Roboter wie der HMND 01 könnte theoretisch für Dutzende verschiedener Jobs trainiert werden. Diese Flexibilität ist entscheidend, denn die Branche kämpft mit Fachkräftemangel und braucht widerstandsfähigere Lieferketten. Eine robotische Belegschaft, die schnell auf neue Produktionsanforderungen umgeschult werden kann, bietet einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.
Der Weg in die Serienproduktion
Auf Basis der gesammelten Daten wird die Performance des Roboters nun weiter verfeinert. Ein Zeitplan für einen flächendeckenden Einsatz bei Ford steht zwar noch nicht fest, die positiven Ergebnisse machen weitere Zusammenarbeit aber wahrscheinlich.
Humanoid hat bereits eine strategische Partnerschaft mit dem Antriebsspezialisten Schaeffler geschlossen. Ziel ist der Einsatz hunderter Roboter in Produktionsstätten innerhalb der nächsten fünf Jahre. Erste Beta-Einsätze sind für 2026 und 2027 geplant. Die Industrie beobachtet gespannt, wie schnell diese Systeme den Sprung von kontrollierten Tests zum Standard im Fertigungsalltag schaffen. Der Probelauf in Köln könnte als entscheidender erster Schritt in eine Zukunft in Erinnerung bleiben, in der Mensch und humanoider Kollege nahtlos zusammenarbeiten.
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