Homeoffice-Studie, Kipppunkt

Homeoffice-Studie: 20 Prozent mehr Leistung – bis zum Kipppunkt

13.02.2026 - 00:00:12

Eine Studie zeigt, dass Homeoffice die Produktivität um 20 Prozent steigert, aber ab einem Anteil von 60 Prozent die Teamleistung wieder sinkt. Die Zukunft gehört hybriden Arbeitsmodellen.

Eine neue Studie zeigt, dass Homeoffice die Produktivität um 20 Prozent steigert. Doch ab einer bestimmten Grenze kehrt sich der Effekt um.

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und die Techniker Krankenkasse (TK) haben in einer umfassenden Untersuchung die Auswirkungen von Remote-Arbeit unter die Lupe genommen. Ihre Analyse der Leistungsdaten von rund 11.000 Mitarbeitenden über zwei Jahre liefert klare Zahlen: Bei konzentrierten Einzelaufgaben steigert das Homeoffice die Effizienz deutlich.

Der klare Vorteil für konzentriertes Arbeiten

Mitarbeitende bearbeiteten im Homeoffice durchschnittlich 20 Prozent mehr Kundenanliegen. Die Gründe sind naheliegend: weniger Unterbrechungen durch Kollegen und eine ruhigere Umgebung. Die Studie widerlegt damit die verbreitete Sorge, Remote-Arbeit führe automatisch zu Leistungseinbußen.

„Die Daten zeigen, dass Angestellte die Flexibilität nutzen, um effizienter zu werden“, so ein Fazit der Forscher. Das gilt besonders für Aufgaben, die hohe Konzentration erfordern.

Die gefährliche Schwelle von 60 Prozent

Doch die Studie warnt auch vor zu viel des Guten. Die Forscher identifizierten einen kritischen Kipppunkt bei etwa 60 Prozent Homeoffice-Anteil. Wird diese Schwelle überschritten, sinkt die Gesamtproduktivität von Teams wieder.

Der Grund? Der informelle Austausch und der spontane Wissenstransfer leiden. Innovation und komplexe Problemlösungen brauchen oft den persönlichen Kontakt. Fehlt dieser, schwächelt langfristig die kollektive Leistungsfähigkeit.

Die Zukunft gehört der hybriden Balance

Was bedeutet das für die Arbeitswelt von morgen? Die klare Empfehlung lautet: intelligente Hybridmodelle statt pauschaler Regeln.

  • Homeoffice für konzentrierte Einzelarbeit.
  • Präsenz im Büro gezielt für Teamarbeit, Kreativität und sozialen Zusammenhalt nutzen.

Das Büro der Zukunft wird damit weniger zum reinen Arbeitsplatz, sondern mehr zum Zentrum für Begegnung und Zusammenarbeit. Führungskräfte sind gefordert, diese neue Balance aktiv zu gestalten.

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Fakten statt Bauchgefühl in der Debatte

Die Ergebnisse liefern eine datengestützte Grundlage für die oft emotional geführte „Back-to-Office“-Debatte. Sie zeigen: Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die optimale Mischung hängt von der Tätigkeit, der Teamstruktur und der Unternehmenskultur ab.

Parallel verändert der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) die Produktivitätsdebatte weiter. Aktuelle Analysen deuten an, dass KI Arbeit oft verdichtet und die Aufgabenlast erhöht – eine doppelte Herausforderung für die Gestaltung gesunder Arbeitswelten.

Der Trend geht klar zu flexiblen, datenbasierten Modellen. Erfolgreich werden die Unternehmen sein, die die Vorteile beider Welten verleinen: die Effizienz des Homeoffice und die Innovationskraft des persönlichen Miteinanders.

@ boerse-global.de

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