Hoher Krankenstand: Politik prüft Regeln, Unternehmen setzen auf Prävention
20.01.2026 - 02:02:12Die Debatte um Deutschlands hohe Krankmeldungen spitzt sich zu. Während die Politik die Regeln für Krankschreibungen verschärfen will, setzen Unternehmen auf neue Gesundheitsstrategien.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die durchschnittlich 14,5 Krankheitstage pro Arbeitnehmer als zu hoch kritisiert und ihre Notwendigkeit infrage gestellt. Als möglichen Grund nannte er die seit der Pandemie etablierte telefonische Krankschreibung. Diese könne zu Missbrauch einladen, da eine zuverlässige Diagnose ohne Untersuchung kaum möglich sei. Seine Äußerungen lösten eine bundesweite Kontroverse aus.
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Gesundheitsministerin stellt Regelungen auf den Prüfstand
Als direkte Reaktion kündigte Gesundheitsministerin Nina Warken an, die aktuellen Regelungen zur telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) zu überprüfen. Ihr Ziel: Möglichem Missbrauch vorbeugen. Sie bekräftigte, Deutschlands Krankenstand sei im internationalen Vergleich hoch.
Doch diese Sichtweise ist umstritten. Kritiker wie Vertreter der SPD und einiger Krankenkassen halten dagegen. Sie führen die gestiegenen Zahlen auf eine präzisere Erfassung durch die elektronische AU zurück. Der AOK-Bundesverband teilte mit, keine Hinweise auf signifikanten Missbrauch der telefonischen Variante zu haben.
Die wahren Treiber: Psyche und Bewegungsapparat
Während die Politik über Formalia debattiert, sehen Experten ein vielschichtigeres Problem. Zwar sind Atemwegserkrankungen nach wie vor häufig. Die größten Sorgen bereiten Personalabteilungen jedoch zwei andere Bereiche:
- Psychische Erkrankungen wie Burnout, Depressionen und Angststörungen sind für einen wachsenden Anteil der Fehltage verantwortlich. Sie führen oft zu besonders langen Ausfallzeiten.
- Muskel- und Skeletterkrankungen bleiben eine konstante Belastung.
Der Fachkräftemangel und die hohe Arbeitsdichte in vielen Branchen fordern ihren Tribut. Unternehmen erkennen: Einfache Lösungen reichen hier nicht aus.
Betriebliches Gesundheitsmanagement wird zur Chefsache
Als Antwort rückt das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) vom Nebenschauplatz ins Zentrum der Unternehmensstrategie. Es gilt nicht länger als netter Bonus, sondern als entscheidender Wettbewerbsfaktor im Kampf um Fachkräfte.
Moderne Konzepte gehen weit über den obligatorischen Obstkorb hinaus. Sie zielen auf eine ganzheitliche Förderung ab – von der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung bis zur systematischen Reduzierung psychischer Belastungen durch Gefährdungsbeurteilungen.
Trends 2026: Mental Health und gesunde Führung
Für das laufende Jahr zeichnen sich klare Schwerpunkte ab:
- Fokus Psychische Gesundheit: Unternehmen investieren in Resilienz-Workshops, bieten psychologische Beratung an und fördern Achtsamkeitstrainings.
- Führungskräfte als Schlüssel: Vorgesetzte werden zu “Gesundheitsmultiplikatoren” geschult. Ein wertschätzender, achtsamer Führungsstil gilt als wirksamste Prävention gegen Überlastung und hohe Fehlzeiten.
- Angepasste Konzepte für Hybridarbeit: Das BGM muss auch die Ergonomie im Homeoffice und die soziale Bindung von Remote-Teams im Blick behalten.
Langfristig werden jene Unternehmen erfolgreich sein, die eine echte Gesundheitskultur leben. Die Investition in das Wohl der Belegschaft ist keine Kostenstelle, sondern eine strategische Zukunftssicherung.
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