Hochdosierte, B-Vitamine

Hochdosierte B-Vitamine erhöhen Lungenkrebsrisiko für Männer

28.01.2026 - 16:00:12

Eine großangelegte US-Studie schlägt Alarm: Die langfristige Einnahme hochdosierter Vitamin-B-Präparate kann das Lungenkrebsrisiko für Männer deutlich erhöhen. Besonders betroffen sind aktive Raucher.

Die Ergebnisse der „Vitamins and Lifestyle“ (VITAL) Kohortenstudie stellen die weit verbreitete Annahme infrage, dass wasserlösliche Vitamine harmlos seien. Stattdessen raten Experten zu mehr Vorsicht.

Forscher analysierten über zehn Jahre die Daten von mehr als 77.000 US-Amerikanern. Das Ergebnis: Männer, die hochdosierte Einzelpräparate von Vitamin B6 oder B12 einnahmen, hatten ein doppelt so hohes Lungenkrebsrisiko.

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Passend zum Thema: Studien wie die VITAL‑Kohorte zeigen, dass hohe Dosen von Vitamin B6 und B12 mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko verbunden sein können – vor allem bei Rauchern. Bevor Sie weiterhin frei verkäufliche Präparate einnehmen, empfiehlt sich ein Blick auf Ihre Blutwerte. Der kostenlose 25‑seitige Report „Laborwerte‑Selbstcheck“ erklärt verständlich, welche Vitalstoff‑Parameter (inkl. B12) wirklich relevant sind, ab welchen Grenzwerten Handlungsbedarf besteht und welche Tests Sie beim Arzt ansprechen sollten. Laborwerte‑Report jetzt anfordern

  • Die Studie war prospektiv – die Vitamin-Einnahme wurde also erfasst, bevor eine Krebsdiagnose gestellt wurde.
  • Der Zusammenhang zeigte sich spezifisch für hochdosierte Einzelvitamine, nicht für handelsübliche Multivitaminpräparate.
  • Während des Beobachtungszeitraums erkrankten 808 Studienteilnehmer an Lungenkrebs.

Raucher trifft es am härtesten

Die Daten offenbaren eine besonders dramatische Wechselwirkung mit Tabakkonsum. Bei männlichen Rauchern, die hohe Dosen einnahmen, stieg das Risiko massiv:

  • Vitamin B6: Das Lungenkrebsrisiko verdreifachte sich.
  • Vitamin B12: Das Risiko vervierfachte sich sogar.

Interessanterweise konnte bei Frauen kein erhöhtes Risiko nachgewiesen werden. Die Gründe für diesen geschlechtsspezifischen Unterschied sind noch unklar.

Ab dieser Dosis wird es kritisch

Entscheidend ist die Menge. Das erhöhte Risiko trat bei täglichen Dosen auf, die weit über den offiziellen Empfehlungen liegen:

  • Vitamin B6: Mehr als 20 Milligramm (mg) täglich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Männer etwa 1,6 mg.
  • Vitamin B12: Mehr als 55 Mikrogramm (µg) täglich. Die DGE-Empfehlung liegt bei 4,0 µg.

Diese Mengen werden durch normale Ernährung nicht erreicht, sind aber in vielen frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten.

Ein altbekanntes Muster

Die neuen Erkenntnisse fügen sich in ein bestehendes Bild. Bereits in den 1990er Jahren zeigten Studien, dass Beta-Carotin (eine Vorstufe von Vitamin A) das Lungenkrebsrisiko von Rauchern erhöhte.

Die Wissenschaft vermutet, dass B-Vitamine in extrem hohen Dosen das Wachstum möglicherweise bereits vorhandener Krebsvorstufen beschleunigen könnten. Sie spielen eine zentrale Rolle im Zellstoffwechsel und bei der DNA-Synthese.

Was Verbraucher jetzt wissen müssen

Experten raten dringend von einer eigenmächtigen Einnahme hochdosierter B-Vitamine ab. Eine Supplementierung sollte nur bei einem nachgewiesenen Mangel und unter ärztlicher Begleitung erfolgen.

Für die Allgemeinbevölkerung bleibt eine ausgewogene Ernährung der sicherste Weg, den Vitaminbedarf zu decken. Die Devise lautet: Viel hilft nicht immer viel – bei Vitaminen kann es sogar gefährlich werden.

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