Hitzewellen zwingen Unternehmen zu neuer Arbeitszeitplanung
22.01.2026 - 20:44:12Deutsche Firmen passen ihre Arbeitsmodelle der Klimakrise an. Das Konzept der thermischen Zeitplanung wird zur wirtschaftlichen Notwendigkeit, um Produktivität zu sichern und Mitarbeiter zu schützen.
Warum Hitze am Arbeitsplatz so gefährlich ist
Extreme Temperaturen belasten den Körper massiv. Sie führen zu Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und erhöhen das Unfallrisiko. Laut einer Umfrage der DAK-Gesundheit fühlen sich rund zehn Millionen Beschäftigte bei Hitzewellen im Job stark belastet. Fast ein Fünftel leidet unter hitzebedingten Gesundheitsproblemen.
* Besonders betroffen: Berufe im Freien (Bau) sowie in nicht klimatisierten Büros, Werkshallen oder der Pflege.
* Wirtschaftliche Folge: Über die Hälfte der Erwerbstätigen ist bei Hitze weniger produktiv.
So sieht die „Hitzeschicht“ in der Praxis aus
Immer mehr Unternehmen setzen auf flexible Workflows. Die Kernstrategie: Die Arbeit in die kühleren Stunden verlegen.
* Früher Start: Arbeitsbeginn in den kühlen Morgenstunden.
* Lange Mittagspause: Verlängerung der Pause während der peak Hitze, ähnlich einer Siesta.
* Abendarbeit: Verlagerung von Tätigkeiten in die kühleren Abendstunden.
Rechtlich sind Arbeitgeber zum Handeln verpflichtet. Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) geben klare Schwellen vor:
* Ab 26°C: Arbeitgeber sollen Maßnahmen ergreifen.
* Ab 30°C: Effektive Gegenmaßnahmen sind Pflicht (z.B. Sonnenschutz steuern, Getränke bereitstellen).
* Über 35°C: Der Raum ist ohne technische Hilfsmittel wie Luftduschen nicht mehr zum Arbeiten geeignet.
Technik und Organisation müssen mitziehen
Neben der Zeitplanung sind weitere Anpassungen entscheidend. Unternehmen reduzieren interne Wärmequellen, indem sie Drucker oder Kopierer nur bei Bedarf nutzen. Ventilatoren sind eine verbreitete Sofortmaßnahme.
Arbeitgeber sind laut Arbeitsschutzgesetz und ASR verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen — besonders bei hitzegefährdeten Arbeitsplätzen. Viele Betriebe wissen nicht, welche Dokumentation oder Maßnahmen erforderlich sind. Kostenlose Vorlagen, Checklisten und Schritt‑für‑Schritt-Anleitungen erleichtern die Erstellung rechtssicherer Gefährdungsbeurteilungen und zeigen praxisnahe Hitzeschutzmaßnahmen (Arbeitszeitverschiebung, technische Maßnahmen, Unterweisung). Schützen Sie Mitarbeitende und vermeiden Sie Bußgelder. Jetzt GBU‑Vorlagen & Checklisten herunterladen
Langfristig investieren Firmen in besseren Sonnenschutz und moderne Klimatechnik. Auch lockere Kleiderordnungen werden zum Standard. Für Outdoor-Jobs sind Sonnensegel, Schutzkleidung oder Kühlwesten essenziell.
Wird „hitzefrei“ bald gesetzlich geregelt?
Ein allgemeines Recht auf „hitzefrei“ gibt es nicht, doch der Druck wächst. Das Arbeitsschutzgesetz und die Arbeitsstättenverordnung verpflichten Arbeitgeber bereits zum Handeln. Die ASR-Regelung dient Behörden und Gerichten als Orientierung – Verstöße können geahndet werden.
Betriebsräte haben ein Mitbestimmungsrecht und können Hitzeschutzpläne einfordern. Angesichts des Klimawandels wird die Debatte um verbindlichere Gesetze lauter. Die Forderung: Hitzeschutz muss fester Teil der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung werden.
Eine neue Normalität für die Arbeitswelt
Die Anpassung an Hitze ist keine kurzfristige Maßnahme mehr, sondern Teil der langfristigen Klimafolgenbewältigung. Unternehmen, die proaktiv handeln, schützen ihre Mitarbeiter und ihre eigene Wirtschaftskraft.
Die Herausforderung liegt in der Umsetzung flexibler Modelle und den nötigen Investitionen. Doch Experten sehen in der thermischen Zeitplanung einen unausweichlichen Schritt. Die ökonomische Dringlichkeit ist klar: In einigen Sektoren könnten hitzebedingte Produktivitätsverluste zukünftig bis zu fünf Prozent erreichen.
PS: Sie wollen Hitzeschutz systematisch umsetzen? Mit praxisfertigen GBU‑Templates (inkl. Risikomatrix, Maßnahmenkatalog und prüffähigen Vorlagen) erstellen Sie schnell eine rechtskonforme Gefährdungsbeurteilung, die Aufsichtsbehörden erkennt und die konkreten ASR‑Anforderungen abdeckt. Ideal für Sicherheitsbeauftragte, Personalverantwortliche und Betriebsräte, die Arbeitszeiten verschieben, technische Maßnahmen planen und Mitarbeitende schützen möchten. Jetzt kostenlose GBU‑Templates sichern


