Historisches EU-Indien-Handelsabkommen kurz vor dem Abschluss
16.01.2026 - 03:34:12Die Europäische Union und Indien stehen vor einem historischen Durchbruch: Ein umfassendes Freihandelsabkommen könnte bereits Ende Januar 2026 besiegelt werden. Das Abkommen würde die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden größten Demokratien der Welt neu definieren.
Offizielle beider Seiten bestätigen, dass die Verhandlungen in der finalen Phase sind. Eine Einigung soll beim EU-Indien-Gipfel am 27. Januar in Neu-Delhi verkündet werden. Der Besuch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa anlässlich des indischen Republiktags unterstreicht die strategische Bedeutung der Partnerschaft.
Die letzten Verhandlungshürden
Nach jahrelangen, teils festgefahrenen Gesprächen wurden die Verhandlungen 2022 wiederbelebt. Aktuell sind 20 von 24 Kapiteln des Vertragswerks abgeschlossen. Die verbleibenden Streitpunkte sind jedoch hart umkämpft.
Im Fokus stehen Zollsenkungen in Schlüsselindustrien. Indien pocht auf zollfreien Zugang für seine Textil- und Lederwaren. Die EU fordert im Gegenzug niedrigere Barrieren für europäische Autos, Medizintechnik sowie Wein und Spirituosen. Weitere Knackpunkte sind die Auswirkungen des europäischen CO2-Grenzausgleichs (CBAM) auf indische Exporte und Regelungen zum Schutz geistigen Eigentums. Der sensible Agrarsektor wurde ausgeklammert, um überhaupt eine Einigung zu ermöglichen.
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Ein Deal mit globaler Signalwirkung
Das Abkommen wäre das bisher größte für beide Seiten. Die EU ist bereits Indiens wichtigster Handelspartner. Das Handelsvolumen lag 2024/25 bei über 136 Milliarden US-Dollar. Für europäische Unternehmen öffnet sich der Zugang zu einem Wachstumsmarkt mit über 1,4 Milliarden Verbrauchern.
Für Indien ist der Pakt ein strategischer Coup. Er stärkt die Exportwirtschaft und festigt die Rolle des Landes als globale Fertigungsalternative zu China. In Zeiten wachsenden Protektionismus sendet die Einigung ein starkes Signal für regelbasierten Freihandel.
Geopolitisches Momentum treibt Verhandlungen
Der Durchbruch ist vor allem hochrangigem politischem Druck zu verdanken. Nach dem Stillstand 2013 trieben Premierminister Narendra Modi und Ursula von der Leyen die Wiederaufnahme voran. Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Indien am 12. Januar demonstrierte die deutsche Unterstützung. Merz bezeichnete Indien als “Wunschpartner” und betonte die Dringlichkeit.
Diese konzertierte Diplomatie ebnete den Weg. Die Verhandlungsteams arbeiten nun im Tagesrhythmus, um den Text bis zum Gipfel fertigzustellen.
Langer Ratifizierungsweg steht bevor
Eine politische Einigung Ende Januar wäre erst der Anfang. Das Abkommen muss vom Europäischen Parlament und allen nationalen Parlamenten der EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Dieser Prozess kann viele Monate dauern.
Parallel laufen weiterhin Gespräche über separate Abkommen zum Investitionsschutz und zu geografischen Herkunftsangaben. Wirtschaftsverbände beider Seiten hoffen auf einen zügigen Abschluss ohne überzogene Regulierung. Sie erwarten, dass der Deal in den kommenden Jahren zu einem deutlichen Schub für Handel und Investitionen führt.
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