Hexagon, Microsoft

Hexagon und Microsoft starten Allianz für Industrie-Roboter

07.01.2026 - 14:13:12

Hexagon Robotics und Microsoft bündeln ihre Kräfte, um mit der AEON-Plattform und Azure-Cloud skalierbare Physical AI für die Industrie zu entwickeln und den Fachkräftemangel zu adressieren.

Hexagon Robotics und Microsoft schmieden auf der CES 2026 eine strategische Partnerschaft. Ziel ist es, mit humanoider Robotik die industrielle Automatisierung neu zu definieren und den globalen Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Physical AI trifft auf Cloud-Macht

Der Kern des Bündnisses: Hexagons Industrie-Roboter AEON wird mit der intelligenten Cloud- und KI-Infrastruktur von Microsoft Azure verschmolzen. Die Unternehmen wollen so skalierbare “Physical AI”-Frameworks schaffen – Systeme, die Robotern ein besseres Verständnis und eine präzisere Interaktion mit der physischen Welt ermöglichen.

Technologisch setzen sie auf multimodale Vision-Language-Action-Modelle und Reinforcement Learning. Diese sollen es Robotern erlauben, komplexe Aufgaben durch “One-Shot Imitation Learning” zu erlernen – also nach nur einmaligem Zusehen. Microsofts Cloud-Ressourcen sollen helfen, diese adaptiven Lösungen schneller aus dem Konzeptstadium auf die Fabrikhalle zu bringen.

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“Dies beschleunigt unsere Physical AI-Roadmap erheblich”, sagt Arnaud Robert, Präsident von Hexagon Robotics. Das Ziel seien leistungsstarke, anpassungsfähige humanoide Systeme, die sicher neben menschlichen Kollegen arbeiten können.

AEON: Der humanoide Arbeiter für die Fabrik

Herzstück ist AEON, Hexagons Flaggschiff-Roboter. Anders als allgemeine humanoide Roboter ist AEON speziell für industrielle Umgebungen konstruiert. Er verfügt über eine fortschrittliche Fortbewegung und ein einzigartiges, autonomes Batteriewechselsystem. So kann er rund um die Uhr im Schichtbetrieb laufen, ohne lange Ladezeiten.

Auf der CES demonstrierte AEON bereits Echtzeit-Fähigkeiten in der Fehlererkennung. Mit einem ausgeklügelten Sensor-Suite navigiert er durch komplexe Fabrikumgebungen und übernimmt Aufgaben wie Teilehandling, Maschinenbedienung oder die Erfassung digitaler Realitäten.

“Wir überbrücken die Lücke zwischen Roboter-Innovation und realer Wirkung”, betont Aaron Schnieder, Vice President bei Microsoft. Die Kombination aus AEONs räumlicher Intelligenz und Azures skalierbarer Infrastruktur werde industrielle Kunden befähigen, adaptive Roboter einzusetzen.

Antwort auf die Krise am Arbeitsmarkt

Die Partnerschaft kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die globale Industrie leidet unter massivem Arbeitskräftemangel. Die Integration humanoider Roboter ist längst kein Zukunftsszenario mehr, sondern eine notwendige Evolution, um die Produktivität zu halten.

Hexagons Ansatz setzt auf “Humans in the Loop”. Autonome Systeme sollen menschliche Entscheidungsfindung ergänzen, nicht ersetzen. Die Allianz mit Microsoft adressiert zentrale Hindernisse für die breite Robotereinführung: Datenmanagement und das Training komplexer KI-Modelle.

Bereits Mitte 2025 startete Hexagon Pilotprogramme mit dem Motion-Technology-Unternehmen Schaeffler und dem Luftfahrthersteller Pilatus. Die erweiterte Zusammenarbeit mit Microsoft soll diese Einsätze nun massiv ausweiten und die nötige Rechenpower für die Telemetriedaten ganzer Roboterflotten liefern.

Marktausblick: Ein vollständiges Ökosystem entsteht

Die Verbindung von Hexagons Hardware-Expertise und Microsofts Software-Dominanz zeigt: Der Markt für humanoide Roboter reift heran. Während Wettbewerber wie Tesla oder Figure mit ihren Plattformen Schlagzeilen machen, punktet das Duo Hexagon-Microsoft mit Fokus auf industrielle Präzision und “messtechnische” Zuverlässigkeit.

Analysten beobachten die Marktreaktion genau. Die Fähigkeit, eine Full-Stack-Lösung aus Hardware, Simulation und Cloud-Infrastruktur anzubieten, könnte dem Bündnis einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen. Unterstützt wird die Initiative zudem durch NVIDIA-Computing-Plattformen, die AEONs Onboard-Verarbeitung antreiben.

Der nächste Fokus liegt auf der Verfeinerung des “Sim-to-Real”-Transfers. Dabei werden Roboter zunächst in digitalen Zwillingen trainiert, bevor sie physisch zum Einsatz kommen. Diese Methode könnte die Bereitstellungszeiten für neue Roboteranwendungen drastisch reduzieren. Der Erfolg der AEON-Plattform könnte einen neuen Standard setzen, wie intelligente Maschinen in die Arbeitswelt von morgen integriert werden.

Die Partnerschaft ist sofort wirksam. Gemeinsame Kundenprojekte sollen noch 2026 deutlich an Fahrt aufnehmen.

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