Hessen will Bauen mit neuem Baupaket billiger machen
02.02.2026 - 11:00:12Das Land Hessen will mit einem zweiten großen Reformpaket die Baukosten senken und den Wohnungsbau beschleunigen. Der Fokus liegt auf dem Abbau bürokratischer Hürden, vor allem bei Brandschutzvorschriften für Holzbau und Dachausbauten.
Wiesbaden – Nach dem ersten großen Reformschub im Herbst 2025 legt die hessische Landesregierung nun nach. Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) stellte am 29. Januar 2026 das „Baupaket II“ vor. Es soll praktische Erleichterungen im Baualltag schaffen und so bezahlbaren Wohnraum ermöglichen. Ein zentraler Hebel: Die Modernisierung von Brandschutzvorschriften, die besonders den Holzbau und die Nachverdichtung bremsen.
Konkret will die von der Landesregierung eingesetzte Kommission „Innovation im Bauen“ überzogene Brandschutzanforderungen identifizieren und für 36 Monate aussetzen oder vereinfachen. Dies betrifft vor allem die Umsetzung der Muster-Holzbau-Richtlinie (MHolzBauRL) auf Landesebene.
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Die Bundesrichtlinie erlaubt seit Ende 2024 zwar den Holzbau bis zur Gebäudeklasse 5. Doch erst die landesspezifische Umsetzung entscheidet, ob Bauherren und Architekten die potenziellen Vorteile – schnellere Bauzeiten durch Vorfertigung, geringere Statik – auch nutzen können. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, technische Vorschriften an die Realität moderner Bauweisen anzupassen.
Industrie begrüßt „wichtiges Signal“
Die Ankündigung stieß in der Bauwirtschaft auf positive Resonanz. Der Verband der hessischen Unternehmer (VhU) begrüßte das Eckpunktepapier umgehend als „wichtiges Signal“ in einer Phase anhaltender Zurückhaltung. Die Zahlen unterstreichen den Handlungsdruck: Seit 2021 sind die Baukosten in Hessen um rund 38 Prozent gestiegen. Zwar stabilisierten sich die Baugenehmigungen 2025 bei schätzungsweise 16.000 bis 17.000 Wohnungen. Das liegt jedoch immer noch etwa 10.000 Einheiten unter dem geschätzten Jahresbedarf von 26.000 neuen Wohnungen.
Der VhU betonte, dass die vorgeschlagene Flexibilisierung bei der Barrierefreiheit und die Vereinfachung von Standards zu erheblichen Kosteneinsparungen führen könnten. Die Wirtschaft plädiert schon länger für „Quartierslösungen“ statt starrer Vorgaben für jedes einzelne Gebäude.
Politische Zustimmung und nächste Schritte
Auch die oppositionelle CDU-Fraktion im Landtag zeigte sich grundsätzlich aufgeschlossen. Der wohnungspolitische Sprecher Heiko Kasseckert erklärte, nach den Verfahrenserleichterungen des ersten Pakets sei die Konzentration auf Materialkosten und technische Standards der logische nächste Schritt. Eine systematische Überprüfung der Sicherheitsvorschriften sei nötig, um zwischen technisch Notwendigem und „Überzogenem“ zu unterscheiden.
Aus dem Eckpunktepapier müssen nun konkrete Gesetzesänderungen werden. Die Erarbeitung des Gesetzentwurfs wird in den kommenden Monaten erwartet, mit dem Ziel einer raschen Umsetzung noch in der laufenden Legislaturperiode. Für die Holzbaubranche wird die effektive Integration der vereinfachten Brandschutzvorgaben in die Hessische Bauordnung (HBO) ein Schlüsselindikator sein. Gelingt dies, könnte das hessische Modell Schule in anderen Bundesländern machen.
Unterdessen gelten die Regelungen des „Baupaket I“ weiter. Dazu zählen die Deckelung von Stellplatzverpflichtungen in Großstädten und Erleichterungen bei Abrissvorhaben. Schulungen für Architekten und Ingenieure zu den neuen HBO-Regelungen sind für Februar 2026 geplant.
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