Heimtiermarkt: Österreich fordert Steuersenkung, Deutschland hat sie längst
22.01.2026 - 18:21:12Während Österreichs Zoofachhandel eine Mehrwertsteuersenkung auf Tierfutter fordert, profitieren deutsche Halter bereits davon. Der deutsche Heimtiermarkt kämpft dennoch mit wirtschaftlichem Druck.
Der österreichische Zoofachhandel erhöht diese Woche den Druck. Er fordert eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Heimtierfutter von 13 auf 10 Prozent. „Die Versorgung der Tiere darf nicht zum Luxus werden“, argumentiert Berufsgruppensprecher Andreas Popper. Fast jeder zweite Haushalt in Österreich besitzt ein Haustier. Die Branche hofft auf Entlastung für Halter und mehr Wettbewerbsfähigkeit für den Fachhandel.
Deutschland: Tierfutter steuerlich wie Grundnahrungsmittel
In Deutschland ist diese Debatte überflüssig. Hier unterliegt Tiernahrung bereits dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent. Damit wird sie wie die meisten menschlichen Grundnahrungsmittel behandelt. Der reguläre Satz liegt bei 19 Prozent. Für die deutsche Branche steht eine Senkung nicht zur Diskussion. Der Fokus liegt auf anderen wirtschaftlichen Belastungen.
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Stabile Umsätze, aber deutliche Kaufzurückhaltung
Trotz des Steuervorteils spürt der deutsche Markt den Gegenwind. Der Gesamtumsatz blieb 2024 zwar stabil bei rund 7 Milliarden Euro. Doch die Details zeigen Probleme:
* Der Umsatz mit Fertignahrung stagnierte bei etwa 4,3 Milliarden Euro.
* Das Segment für Zubehör und Bedarfsartikel verzeichnete ein Minus.
* Die Umsatzentwicklung bei Futter lag unter der Inflationsrate.
„Halter investieren weiter in Ernährung und Gesundheit, stellen aber größere Anschaffungen zurück“, erklärt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. IVH-Vorsitzender Georg Müller sieht den Kostendruck bei Herstellern und Händlern.
Umgekehrte Debatte: Höhere Steuern auf Fleisch?
Während Österreich über Entlastungen diskutiert, läuft in Deutschland eine gegenteilige Debatte. Umwelt- und Tierschutzverbände fordern seit Jahren die Abschaffung des ermäßigten Steuersatzes für Fleisch. Die Mehreinnahmen sollen den Umbau der Landwirtschaft finanzieren. Eine Ausweitung von Steuervorteilen für tierische Produkte ist daher politisch kaum denkbar.
Ausblick: Stabilitätssicherung statt Steuerdebatte
Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Tierfutter wird in Deutschland kein Thema. Die Verbände konzentrieren sich auf die Bewältigung gestiegener Kosten für Rohstoffe und Energie. Für die rund 34 Millionen deutschen Heimtiere bleibt die steuerliche Begünstigung sicher. In Österreich muss die Politik nun entscheiden: Entlastet sie die Tierhalter oder nicht?


