Heilpraktiker-Branche setzt auf akademische Abschlüsse
07.01.2026 - 15:22:13Die deutsche Heilpraktiker-Szene befindet sich im Umbruch. Auslöser ist ein umfangreiches Gutachten des Bundesgesundheitsministeriums, das Ende 2025 veröffentlicht wurde. Es fordert mehr Qualitätssicherung – und treibt nun einen Trend zur Akademisierung voran. Bildungsanbieter reagieren mit einer Welle von Beratungstagen für neue Studiengänge.
Beratungstage sollen Studierendenansturm lenken
Im Januar 2026 herrscht Hochbetrieb an den Schulen für Naturheilkunde. Mehrere große Anbieter haben Informationsveranstaltungen gestartet, um über neu geschaffene Bachelor- und Masterstudiengänge zu informieren. Diese verbinden klassische Heilpraktiker-Ausbildung mit universitärer Wissenschaft.
Ein Vorreiter ist die DIPLOMA Hochschule. Sie lädt für den 13. Januar 2026 zu einem virtuellen Info-Abend für den Bachelor-Studiengang „Naturheilkunde und Komplementärmedizin“ (B.Sc.) ein. Bereits am 5. Januar fand eine erste Veranstaltung statt – ein Zeichen für die große Nachfrage.
Weitere Termine folgen dicht gedrängt: Die Paracelsus Gesundheitsakademie plant einen „Tag der offenen Tür“ am 16. Januar. Die Deutsche Heilpraktikerschule richtet einen Webinar-Schwerpunkt auf Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) am 21. Januar aus. In Berlin informiert Arche Medica am 20. Januar über den Schwerpunkt Psychotherapie.
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Ministeriums-Gutachten wirkt als Katalysator
Hinter dem Aktivismus steckt ein politischer Paukenschlag. Am 15. Dezember 2025 veröffentlichte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ein 334 Seiten starkes „Empirisches Gutachten zum Heilpraktikerwesen“. Der Bericht fordert keine Abschaffung des Berufsstands, betont aber nachdrücklich die Notwendigkeit von Qualitätssicherung und Patientenschutz.
Berufsverbände wie der Bund Deutscher Heilpraktiker (BDH) begrüßen die datenbasierte Herangehensweise. BDH-Präsident Christian Blumbach sieht darin eine Chance, die Debatte auf sachliche Grundlagen zu stellen. Die neuen akademischen Programme werden als proaktive Antwort auf diese Forderungen nach höheren Standards verstanden.
Duale Qualifikation wird zum neuen Standard
Die Studiengänge vermitteln nicht nur traditionelle Methoden wie Homöopathie oder TCM. Ein Schwerpunkt liegt auf wissenschaftlichem Arbeiten, klinischer Forschung und interdisziplinärer Kommunikation. Genau diese Kompetenzen verlangt der Gesundheitsmarkt zunehmend.
Wichtig zu wissen: Der akademische Grad ersetzt nicht die staatliche Heilpraktikerprüfung beim Gesundheitsamt. Er bereitet darauf vor und bietet eine zusätzliche, international anerkannte Qualifikation. Dieses Modell der doppelten Qualifizierung entwickelt sich zum neuen Maßstab für Berufseinsteiger, die in integrativen Medizinzentren oder der Forschung Fuß fassen wollen.
Branche sucht Anschluss an das Gesundheitssystem
Der Trend zur Akademisierung ist kein Zufall. Er folgt der Entwicklung in anderen Gesundheitsberufen wie der Pflege oder Physiotherapie, die in den letzten Jahren ebenfalls akademische Wege beschritten haben. Für die Heilpraktiker-Branche geht es um nichts Geringeres als die langfristige Verankerung im deutschen Gesundheitssystem.
Die Diskussion wird 2026 weiter Fahrt aufnehmen. Der Heilpraktikerkongress des Südens am 11. Juli 2026 in München wird sich intensiv mit den Folgen des BMG-Gutachtens befassen. Bis dahin entscheiden die Beratungstage im Januar, wie viele Studierende im Frühjahrssemester den Weg in die Hörsäle finden – und ob sich der Berufsstand so nachhaltig verändern wird.
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