HDE, Krise

HDE warnt vor Krise im Einzelhandel

31.01.2026 - 03:01:12

Der Handelsverband Deutschland erwartet ein schwieriges Jahr für den stationären Handel und fordert von der Politik eine wirtschaftspolitische Wende mit weniger Bürokratie.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) stellt am Montag seine Jahresprognose vor – und die Lage ist angespannt. Steigende Kosten, schwache Nachfrage und der Online-Handel setzen den stationären Geschäften massiv zu. Der Verband hat 2026 bereits als „Jahr der Reformen“ ausgerufen.

Konjunkturprognose unter Druck

Im Zentrum der Pressekonferenz steht die offizielle Umsatzprognose für 2026. Die Ausgangslage ist schwierig: Der erhoffte Aufschwung blieb aus, die Verbraucherstimmung ist verhalten. Seit 2022 gingen in der Branche bereits über 60.000 sozialversicherungspflichtige Jobs verloren.

Zusätzliche Brisanz bringt die im Frühjahr startende Tarifrunde. Der HDE warnt vor überzogenen Lohnforderungen. Viele Unternehmen könnten weitere Kostensteigerungen schlicht nicht mehr tragen.

Innenstädte im Strukturwandel

Das Ladensterben in den Stadtzentren bleibt ein drängendes Problem. Sinkende Kundenzahlen und wachsender Leerstand sind die Folge. Klar ist: Die reine Einkaufsmeile hat ausgedient.

Anzeige

Bei betriebsbedingten Stellenabbauten drohen Beschäftigten oft Nachteile – und Betriebsräte stehen unter Druck, faire Sozialpläne durchzusetzen. Der kostenlose Praxisleitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Punkteschemata, Interessenausgleich und Sozialauswahl rechtssicher vorbereiten und bessere Abfindungen verhandeln. Enthalten sind Muster-Punkteschemata und konkrete Verhandlungstipps für den Ernstfall. Ideal für Betriebsräte, Arbeitnehmervertreter und Personalverantwortliche. Jetzt kostenlosen Sozialplan-Leitfaden herunterladen

Die Zukunft gehört multifunktionalen Konzepten, die Handel mit Wohnen, Kultur und Gastronomie verbinden. Der HDE fordert von Politik und Kommunen entschlossenes Handeln und bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen. Programme wie „Zukunft Innenstadt“ in Hessen sollen hier bereits Impulse setzen.

Forderungen: Weniger Bürokratie, mehr Flexibilität

HDE-Präsident Alexander von Preen pocht auf eine spürbare wirtschaftspolitische Wende. Im Fokus steht der Abbau bürokratischer Hürden. Viele Händler fühlen sich durch überbordende Regulierung behindert.

Können lokale Initiativen wie die in Augsburg genehmigten fünf langen Einkaufsnächte ein Vorbild sein? Der Handel braucht flexiblere Gesetze, die sich an moderne Kundenbedürfnisse anpassen.

Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Die Krise des Einzelhandels spiegelt die Verfassung der deutschen Wirtschaft wider. Die Herausforderungen – von der Digitalisierung bis zum Fachkräftemangel – sind gesamtgesellschaftlich.

Die Rettung der Innenstädte wird zur Gemeinschaftsaufgabe. Sie braucht den Schulterschluss von Handel, Politik, Kommunen und Immobilienwirtschaft. Die Forderungen des HDE am Montag werden zeigen, welchen Weg der Verband aus der Krise vorschlägt.

Anzeige

PS: Die Rettung der Innenstädte hängt oft am Arbeitsplatzschutz. Unser Gratis-Report zeigt bewährte Strategien, wie Betriebsräte bei Umstrukturierungen die Interessen der Beschäftigten erfolgreich vertreten und finanzielle Nachteile abfedern. Mit praktischen Mustern für Interessenausgleich und erprobten Verhandlungs-Taktiken – sofort anwendbar in regionalen Fällen wie Ladensterben und Filialschließungen. Gratis-Leitfaden für Sozialpläne sichern

@ boerse-global.de